Rick Springfield: Mit 19 tötete er im Vietnamkrieg einen Vietcong

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Rick Springfield hat über eine Erfahrung gesprochen, die weit vor seiner Karriere als Popstar liegt – und die ihn nach eigener Darstellung bis heute verfolgt. Als 19-Jähriger reiste er 1968 mit der australischen Band MPD Ltd. nach Südvietnam, um dort vor Soldaten aufzutreten. Während eines Angriffs auf ein Militärlager geriet der Musiker selbst mitten in das Kriegsgeschehen.

Im Podcast „The Joe Rogan Experience“ erzählte Rick Springfield, dass die Reise ursprünglich vor allem wie eine Gelegenheit gewirkt habe, schnell Geld zu verdienen.

Vor Ort sei ihm jedoch sehr schnell klar geworden, wie real die Gefahr war.

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Rick Springfield über einen Angriff bei Da Nang

Besonders eindrücklich schilderte Springfield eine Nacht in einem Marine-Stützpunkt nahe Marble Mountain bei Da Nang. Während das Lager unter Beschuss geriet, befand er sich eigenen Angaben zufolge in einer Funkstation. Seine Bandkollegen suchten Schutz in Bunkern am Rand des Geländes.

Springfield sagte, Soldaten hätten anschließend geprüft, ob sich eigene Kräfte im Zielgebiet befanden. Danach habe man ihm erlaubt, selbst Mörsergranaten in ein Abschussrohr zu laden. Er habe ungefähr fünf oder sechs davon abgefeuert.

Am nächsten Morgen sei ihm gesagt worden, eine der Granaten habe einen Vietcong-Kämpfer getroffen und getötet. Springfield betonte, dass ihn dieser Gedanke bis heute nicht loslasse: dass eine Handlung, die er als Teenager kaum habe einordnen können, möglicherweise unmittelbar zum Tod eines Menschen geführt habe.

„John-Wayne-Moment“ mit Folgen

Rückblickend beschreibt Springfield seine damalige Haltung als Mischung aus Naivität, Abenteuerlust und fehlendem Verständnis für die tatsächliche Situation. Im Gespräch mit Rogan sagte er sinngemäß, er habe sich damals wie in einem John-Wayne-Film gefühlt.

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Erst später habe sich die Tragweite gesetzt. Springfield hatte bereits 1992 gegenüber der „Los Angeles Times“ über seine Zeit in Vietnam gesprochen und die Entscheidung, als Jugendlicher durch ein Kriegsgebiet zu touren, als ausgesprochen töricht bezeichnet.

Nach seiner Rückkehr soll sich die Erfahrung auch körperlich bemerkbar gemacht haben. Springfield berichtete, bei plötzlichen Geräuschen stark zusammengezuckt zu sein. Seine Mutter habe ihm zudem angesehen, dass ihn die Monate in Vietnam verändert hatten.

Lange vor „Jessie’s Girl“

Mit der späteren Karriere Springfields hatte diese Episode zunächst wenig zu tun. Der internationale Durchbruch kam erst Jahre später. 1981 wurde „Jessie’s Girl“ zu seinem größten Hit, parallel etablierte er sich als Schauspieler und wurde durch „General Hospital“ einem breiten Publikum bekannt.