Rotenburger Pokalstreich mit Max und Moritz in Hagen – 3:2

Stand: 03.10.2026, 12:39 Uhr

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Bezirkspokal FC Hagen/Uthlede - Rotenburger SV, Justin Kuchinke, herbstliche Fußball-Romantik.

Fußball-Romantik unter Flutlicht im Frühherbst: Justin Kuchinke versucht es am Hagener Strafraum, während hinter ihm der Nebel die Sicht trübt. © Freese

Der Rotenburger SV gewinnt das Achtelfinale im Pokal beim FC Hagen/Uthlede mit 3:2 – ein Pflichtspiel-Erfolg beim Rivalen, den es so noch nie gab.

Hagen – Weder die Spieler noch ihr Coach Dennis Mandel wussten, dass sie an diesem Freitagabend beim FC Hagen/Uthlede „Historisches“ vollbracht hatten. Nie zuvor hatte der Rotenburger SV ein Pflichtspiel beim Landesliga-Rivalen FC Hagen/Uthlede für sich entschieden. „Umso geiler“, meinte der als Innenverteidiger aufgebotene Max Friesen, als er von dieser Premiere erfuhr. Seine Wümmestädter setzten sich im Achtelfinale des Fußball-Bezirkspokals mit 3:2 (1:0) an der Blumenstraße durch und machten auch ihren Trainer stolz: „Was die Jungs als Truppe aufs Parkett gelegt haben – Kompliment!“, betonte Mandel.

Bezirkspokal FC Hagen/Uthlede - Rotenburger SV,  Bilal Trabelsi gegen Luis Noe.

Umkämpftes Spiel: Hier streiten sich Bilal Trabelsi (l.) und Hagens Luis Noe um den Ball. © Freese

Viel Zeit zur Erholung bleibt nicht. Bereits am Sonntag muss der RSV wieder ran – in der Liga beim Aufsteiger MTV Römstedt, der am Freitag mit einem 4:6 beim Bezirksligisten SV Dicle Celle aus dem Pokal flog. Auch wegen der Doppelbelastung hatte Mandel seine ohnehin von etlichen Ausfällen geplagte Mannschaft, die aus 15 Spielern plus Co-Trainer Timo Kanigowski bestand, umgebaut und die Stammkräfte Can Sengül, Leon Krämer und Fabian Wapsas aus der Startelf genommen. Im Tor kam zudem Andrii Babych für Stammkeeper Jascha Tiemann zum Einsatz. Immerhin rückte der zuletzt am Knie verletzte Moritz Schmökel zurück in die Innenverteidigung. An seine Seite stellte Mandel erstmals in dieser Saison und von Beginn an Max Friesen, was durchaus für Erheiterung in der Kabine sorgte, wie der Coach berichtete: „Als ich gesagt habe, innen spielen Max und Moritz, musste ich auch ein bisschen schmunzeln.“

Dass dem RSV dieser Pokalstreich gelang, lag auch an den beiden zentralen Abwehrspielern, die ein starkes Spiel ablieferten. Dabei hatte Friesen sich auf diesem Niveau sechs Jahre lang nicht mehr präsentiert und sich in den letzten Wochen vor allem bei der Reserve Spielpraxis geholt. Es war ohnehin erst sein zweiter Einsatz für die Landesliga-Elf in dieser Saison. „Wir sind über den Kampf gekommen“, nannte er selbst einen wesentlichen Grund für den Erfolg.

Bezirkspokal FC Hagen/Uthlede - Rotenburger SV,  Robert Posilek gegen Niklas Feldmann.

Robert Posilek (l.) gewinnt das Kopfballduell gegen Hagens Niklas Feldmann. © Freese

Justin Kuchinke rückte dadurch eine Position vor und agierte als Sechser, ebenso wie Neuzugang Mats Breitweg. „Es war ja nicht einfach. Aber diese Jungs, die reingekommen sind, auch Mats auf der für ihn ungewohnten Sechs, was die aus dem Stegreif leisten mit den anderen, die es ihnen auch leicht machen – das ist einfach Teamgeist“, freute sich Mandel. Die Atmosphäre tat ihr Übriges. „Wir waren angefixt von der Stimmung. Und bei der einen oder anderen Schiedsrichterentscheidung kannst du dann auch nicht mehr ruhig bleiben“, erklärte der Coach.

Bezirkspokal FC Hagen/Uthlede - Rotenburger SV, Leon Krämer, Bjarne Kämmer.

Betreuer Manfred Balzer (2.v.l.) gratuliert Leon Krämer. Dahinter kommt Bjarne Kämmer, vorne rechts ist Jascha Tiemann zu sehen. Der Stammkeeper kam in der Nachspielzeit noch als Feldspieler in die Partie. © Freese

Der RSV war dabei von Anfang an gut drin. Hagen versuchte es oft mit langen Bällen und hoffte dabei auf Rotenburger Fehler. Doch die Wümmestädter taten ihnen den Gefallen nicht. Im Gegenteil: Nach einem Hackenpass von Robert Posilek bediente Breitweg umgehend Tetje Dziubinski auf der linken Seite. Und der setzte das Leder überlegt unten links zur RSV-Führung ins Netz (17.). Die Gastgeber hätten egalisieren können, die beste Möglichkeit vergab nach vorheriger Babych-Parade Louis Ladwig (34.). Allerdings hätte Dziubinski nach Vorlage von Bilal Trabelsi auch fast erhöht (35.).

Bezirkspokal FC Hagen/Uthlede - Rotenburger SV,  Moritz Schmökel gegen Marcel Meyer.

Souveräner Auftritt: Innenverteidiger Moritz Schmökel überquert die Mittellinie und passt, bevor ihm Marcel Meyer zu nahe kommt. © Freese

Nach der Pause besaß Schmökel aus der Nahdistanz eine dicke Möglichkeit (49.), während Babych einen Freistoß von Lasse Thielebeule parierte (51.). Ein starker Ballvortrag, begonnen mit der Hacke von Kuchinke, endete nach Posilek-Flanke bei Sturmpartner Elija Stripling. Bei seinem Startelf-Debüt vollendete er zum 2:0 (56.).

Bezirkspokal FC Hagen/Uthlede - Rotenburger SV, Schiedsrichter Christopher Blank hilft Bilal Trabelsi hoch.

Schiedsrichter Christopher Blank hilft Bilal Trabelsi wieder auf die Beine. © Freese

Hagen versuchte die Wende, der RSV blieb stets gefährlich. Ein Gewaltschuss von David Subasic landete schließlich zum 1:2 im Tor (71.), doch nur drei Minuten später antwortete Trabelsi nach Kuchinke-Pass mit einem angefälschten Schuss und dem 3:1 (74.). Kuchinke hätte sogar endgültig alles klarmachen können, traf aber nur den Pfosten (78.), sodass die Platzherren mit dem 2:3 nach einer Ecke durch Julian Deppe noch einmal Auftrieb bekamen (82.), aber sich nicht mehr ins Elfmeterschießen retten konnten. „Es war ein Kampfspiel und kein schöner Fußball. Aber wie die Jungs das zusammen erarbeitet haben, fand ich schon sehr geil“, merkte Mandel an.

Rotenburger SV: Babych - Luckyman, Friesen, Schmökel, Kämmer, Breitweg, Kuchinke, Trabelsi, Stripling (90.+3 Tiemann), Posilek (57. Sengül), Dziubinski (65. Krämer).