Regierungsrat Aargau: Maja Riniker und drei weitere Kandidierende

Aargauer Regierungswahl Vierer-Rennen mit Favoritin um freien Regierungssitz

Maja Riniker (FDP) scheint so gut wie in die Aargauer Regierung gewählt. Es gibt aber Konkurrenz.

Am 18. Oktober wird bei einer Ersatzwahl entschieden, wer im Aargauer Regierungsrat auf Stephan Attiger (FDP) folgt. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt wird frei.

Unter den vier Kandidierenden ist Maja Riniker grosse Favoritin. Weiter treten an: Loredana Nigro (Juso), Theres Schöni (parteilos) und Stephan Zurfluh (Musikpartei).

Kandidieren wollte auch Dominik Gresch, Grossrat und Stadtrat von Zofingen. Der GLP-Politiker zog seine Kandidatur allerdings zurück, nachdem er mit Betreibungen wegen Steuerschulden Schlagzeilen gemacht hatte.

Neben seiner GLP hatte Gresch bereits die offizielle Unterstützung von Grünen und EVP. Alle drei Parteien haben keine neue Wahlempfehlung abgegeben.

FDP-Nationalrätin Maja Riniker aus Suhr scheint praktisch gewählt. Es ist unwahrscheinlich, dass jemand der anderen Kandidierenden, deren Parteien nicht im Grossen Rat vertreten sind, der 48-Jährigen gefährlich werden kann. Neben ihrer eigenen Partei empfehlen sie auch SVP und Mitte-Partei zur Wahl.

Trotz ihrer Rolle als Favoritin versichert Maja Riniker: «Keine Wahl ist zu 100 Prozent sicher.» Deshalb betreibe sie ernsthaft Wahlkampf.

Riniker startete ihre politische Laufbahn in der Schulpflege und sass für die FDP sechs Jahre im Grossen Rat. 2019 wurde sie in den Nationalrat gewählt und präsidierte diesen 2025, war also «höchste Schweizerin».

Frau in dunkelblauer Jacke lächelnd in städtischer Umgebung.
Legende:

Nach der nationalen Politik zieht es Maja Riniker zurück in den Aargau. Trotz Favoritenrolle betreibt sie dazu aktiv Wahlkampf.

Maja Riniker

Weshalb will sie von der nationalen zurück auf die kantonale Politbühne? «Ich habe die Chance, gestalten und umsetzen zu können für jenen Kanton, für den mein Herz brennt.»

Das Amt als Regierungsrätin wäre eine neue Herausforderung, so Riniker. «Aber ich glaube, dass ich das kann.» Dank ihrer Erfahrung in nationalen Verbänden, Unternehmen und der Partei, traue sie sich zu, ein Departement zu leiten – auch wenn es dabei wahrscheinlich um Bau und Verkehr geht und nicht um ihr bisheriges Kernthema Sicherheit.

Loredana Nigro

Für Loredana Nigro von der Juso sind soziale Themen zentral: Klima, Gleichberechtigung und Migration. Seit Anfang des Jahres ist die 21-Jährige im Parteivorstand. Es ist ihre erste Kandidatur. Unterstützt wird diese von der SP.

Nigro machte eine Lehre zur Logistikerin und arbeitete in diesem Beruf. Momentan absolviert sie ein Praktikum im Bereich Sozialpädagogik. Sie wohnt in Lengnau.

Person mit schwarzer Lederjacke vor einem Haus mit Bergen im Hintergrund.
Legende:

Ihr Umfeld hat Juso-Kandidatin Loredana Nigro politisiert. Daher interessiert sie sich insbesondere für soziale Themen.

Loredana Nigro

Ihr Interesse an Sozialpolitik rühre daher, dass sie nicht in reichen Familienverhältnissen aufgewachsen und dabei viel in Kontakt mit Kindern mit Migrationshintergrund gekommen sei. «Daher nehme ich soziale Ungerechtigkeit viel klarer wahr.»

Theres Schöni

Soziale Gerechtigkeit treibt auch Theres Schöni um. «Ich möchte, dass die gesamte Bevölkerung in Wohlstand leben kann.» Nachhaltigkeit und gesunde Lebensgrundlagen, eine gute Infrastruktur und eine optimierte kantonale Verwaltung seien Grundlagen dafür.

Frau mit langem Haar und buntem Schal lächelnd vor neutralem Hintergrund.
Legende:

Für Wohlstand für alle will sich Theres Schöni einsetzen. Nachhaltigkeit und gesunde Lebensgrundlagen sind für sie dazu Voraussetzung.

Theres Schöni

Die parteilose Schöni aus Merenschwand arbeitet als Coach. Sie kandidierte bereits für den Ständerat und vor sechs Jahren für die Aargauer Regierung. Damals trat sie als Corona-Skeptikerin in Erscheinung. Heute nennt die 64-Jährige unter anderem 5G-Mobilfunkantennen als wichtiges Thema. Es brauche nicht so viele Antennen wie heute – und die Bevölkerung soll dabei immer mitreden können.

Stephan Zurfluh

Stephan Zurfluh bezeichnet sich als Liedermacher und Reisejournalist. Auch der 64-Jährige hat einige Kandidaturen für politische Ämter hinter sich: In Baden hat er als Stadtammann kandidiert sowie für National- und Ständerat und die Aargauer Regierung.

Ein älterer Mann spielt nachts auf einer Gitarre vor einem Gebäude.
Legende:

Bewegung und Lebensfreude gehören zum Programm der Musikpartei von Stephan Zurfluh.

Stephan Zurfluh

Über tausend Lieder habe er geschrieben, so Zurfluh. Seine musikalischen Aktionen führten auch schon zu Konflikten mit den Behörden. Zurfluh tritt für seine Musikpartei an. «Unser Ziel sind Bewegung und Lebensfreude. Wir goutieren nichts, was gegen diese Grundwerte ist.»