Ruhestand im Ausland: Ein Außenseiter schlägt Spanien und Portugal

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Den Ruhestand am Mittelmeer verbringen und mit der deutschen Rente im Ausland besser leben: Für viele Deutsche ist das eine verlockende Aussicht. Und immer mehr verbringen ihren Lebensabend außerhalb Deutschlands. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung wurden 2024 knapp 245.000 Renten an Deutsche mit Wohnsitz im Ausland gezahlt – rund 58 Prozent mehr als 1999.

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Welche Länder Rentnern die besten Bedingungen bieten, zeigt der „Global Retirement Report 2026“ des internationalen Beratungsunternehmens Global Citizen Solutions. Untersucht wurden 46 Aufenthaltsprogramme für Rentner und Menschen, die beispielsweise von Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen leben. Bewertet wurden die Programme nach fünf Kriterien: Lebensqualität, Reisefreiheit und Möglichkeiten zur Einbürgerung, Steuern, Antragsverfahren sowie Kosten. Das größte Gewicht erhielt dabei die Lebensqualität.

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Die besten Länder für Rentner 2026: Uruguay überrascht auf Platz eins

Nicht Spanien oder Portugal, sondern Uruguay führt die Rangliste an. Das südamerikanische Land liegt zwar in keiner der fünf Kategorien vorne, leistet sich aber auch kaum Schwächen. Laut Global Citizen Solutions verschafft ihm gerade das den ersten Platz.

Wer dort seinen Ruhestand verbringen möchte, muss ein monatliches Einkommen von rund 1.700 US-Dollar (etwa 1.515 Euro) nachweisen. Nach einigen Jahren ist auch eine Einbürgerung möglich. Nachteilig ist hingegen die Besteuerung ausländischer Einkünfte und Renten.

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Auf Rang zwei folgt Mauritius, das vor allem mit günstigen Steuerregelungen überzeugt. Dahinter liegen Spanien, Costa Rica und Portugal. Die Top Ten vervollständigen Paraguay, Lettland, Andorra, Italien und Griechenland. Die Abstände sind allerdings knapp: Zwischen Uruguay und Griechenland liegen laut Studie weniger als vier Punkte. Die Platzierung allein sagt daher wenig darüber aus, welches Land für den Einzelnen am besten geeignet ist.

Ruhestand in Europa: Spanien überzeugt, Portugal verliert an Boden

Europäische Länder schneiden im Ranking vor allem bei Lebensqualität, Sicherheit und Reisefreiheit gut ab. Ihre Schwäche liegt häufig bei den Steuern. Besonders deutlich wird das in Spanien: Das Land erreicht bei der Lebensqualität weltweit Rang fünf, landet bei der Besteuerung jedoch auf dem letzten Platz aller 46 Programme. Grund dafür sind unter anderem Steuern auf ausländische Einkünfte und regionale Vermögenssteuern.

Portugal hat dagegen vor allem durch verschärfte Einbürgerungsregeln an Boden verloren. Nachdem das Land 2025 noch die Rangliste anführte, liegt es nun auf Platz fünf. Vergleichsweise erschwinglich bleibt es dennoch: Für das untersuchte Aufenthaltsprogramm reichen monatlich 920 Euro Einkommen. Allerdings kann die Bearbeitung eines Antrags bis zu zwei Jahre dauern.

Eine weniger bekannte Alternative ist Lettland auf Rang sieben. Das baltische Land verlangt vergleichsweise geringe finanzielle Mittel und bearbeitet Anträge laut Studie innerhalb von zwei bis vier Monaten.

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Auswandern mit wenig Rente: Wo niedrige Steuern und Einkommen ausreichen

Wie viel Geld Rentner für einen Aufenthalt im Ausland benötigen, unterscheidet sich erheblich. In Nicaragua kann ein monatliches Einkommen von weniger als 600 Euro genügen, in Bahrain sind dagegen mehr als 9.000 Euro erforderlich. Auch Griechenland setzt die Hürde mit 3.500 Euro vergleichsweise hoch an.

Dabei zählt nicht nur die Höhe des Einkommens, sondern auch dessen Herkunft. Manche Länder verlangen regelmäßige Renten- oder Mieteinnahmen, andere akzeptieren Kapitalerträge. Teilweise müssen Antragsteller zusätzlich Ersparnisse oder Investitionen nachweisen.

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Steuerliche Vorteile bieten vor allem einige südeuropäische Länder. In Griechenland und bestimmten Regionen Süditaliens können ausländische Renteneinkünfte unter bestimmten Voraussetzungen pauschal mit sieben Prozent besteuert werden.

Andorra lockt ebenfalls mit niedrigen Steuern. In dem Kleinstaat zwischen Spanien und Frankreich beträgt die Einkommensteuer höchstens zehn Prozent, Vermögens- und Erbschaftsteuern fallen nicht an. Doch der Zugang ist kostspielig: Laut Global Citizen Solutions verlangt das teuerste Aufenthaltsprogramm der Studie neben einem hohen Einkommen eine Investition von mindestens einer Million Euro vor Ort, etwa in Immobilien.

Staatsbürgerschaft im Ausland: Wo Rentner schnell einen zweiten Pass bekommen

Neben den finanziellen Voraussetzungen spielt für Auswanderer auch die Aussicht auf eine zweite Staatsbürgerschaft eine Rolle. Laut Global Citizen Solutions ermöglichen 24 der untersuchten Programme grundsätzlich eine Einbürgerung innerhalb von fünf Jahren, weitere 17 innerhalb von sechs bis zehn Jahren. Ein Anspruch darauf besteht allerdings nicht automatisch.

Besonders kurze Fristen gelten in Südamerika. In Argentinien ist eine Einbürgerung unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach zwei Jahren möglich, in Uruguay und Paraguay nach etwa drei Jahren. Andorra verlangt dagegen 20 Jahre. In den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain sehen die untersuchten Programme keinen regulären Weg zur Staatsbürgerschaft vor.

Hinzu kommt, dass nicht alle Staaten eine doppelte Staatsangehörigkeit erlauben. Wer seinen bisherigen Pass behalten möchte, ist mit einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung daher möglicherweise besser beraten.

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Ohnehin lässt sich das beste Ruhestandsziel kaum allein anhand einer Rangliste bestimmen. Niedrige Steuern können durch hohe Investitionen oder langwierige Verfahren an Reiz verlieren. Auch Patricia Casaburi, Geschäftsführerin von Global Citizen Solutions, versteht die Studie deshalb als „a starting point, not a verdict“ – als Ausgangspunkt, nicht als abschließendes Urteil.