Schade und Bannert verkaufen "Medieninsider" an Auerbach - DWDL.de

"Medieninsider" verliert seinen wichtigsten Medieninsider: Marvin Schade, der das Angebot im Herbst 2020 gegründet hat und bis zuletzt Chefredakteur und prägender Kopf des Mediendienstes war, steigt ebenso wie sein Mitgründer Matthias Bannert aus. Die beiden verkaufen "Medieninsider" mit Wirkung zum 1. September an den Leipziger Auerbach-Verlag, in dem mehrere Special-Interest- und Fachpublikationen erscheinen. Im Medien-Bereich ist man bereits mit "Digitalfernsehen" präsent.

Schade kommentiert das in einer Pressemitteilung so: "Wir haben 'Medieninsider' in den vergangenen Jahren so weit gebracht, wie wir es mit einem Kernteam von zwei Leuten schaffen konnten. Nun braucht es andere Strukturen – und dort braucht es Gestaltungsfreiheit. Diese Möglichkeit wollen wir den neuen Eigentümern von Medieninsider geben – und unsere Freiheit wiederum nutzen, ein persönliches Kapitel selbstbestimmt auf unserem Höhepunkt zu beenden." Die Entscheidung sei "lange gereift und gut überlegt".

Matthias Bannert sagt: "Die Gründungsidee von Medieninsider war es, der Branche wieder eine Plattform zu geben, die ohne Gefälligkeiten auskommt, dafür aber umso mehr kritischen und investigativen Journalismus betreibt." Die beiden Gründer vertreten dabei die Ansicht, dass das nur mit einem Paid-Content-Modell möglich sei. Laut Marvin Schade habe man in der Spitze mehr als 1.000 zahlende Mitglieder gleichzeitig gezählt. Wie viele davon derzeit noch aktiv sind, geht daraus nicht hervor. Bannert spricht jedenfalls von einem "tragfähigen Geschäftsmodell".

Nun muss sich zeigen, ob man seine zahlenden Mitglieder auch weiter halten kann, wenn Marvin Schade und Matthias Bannert als bislang prägende Figuren nicht mehr mit an Bord ist. Florian Pötzsch, Geschäftsführender Gesellschafter des Auerbach-Verlags, kündigte an, die "DNA des Mediendienstes" mit einem Mix aus bewährten und neuen Autoren erhalten zu wollen. Gleichzeitig sollen weitere Themenbereiche dazu kommen. Als neuen Chefredakteur ernennt der Auerbach-Verlag Manuel Weis, der zuletzt schon für "Digitalfernsehen" geschrieben hat und früher auch Redakteur bei DWDL war.