Nahost
Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht nach Angriffen ein
Am Montag ist ein Tanker nach einer Kollision mit Minen in der Straße von Hormus in Brand geraten
Nach verstärkten Angriffen im Nahen Osten geht der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zurück. Die Zahl der die Meerenge passierenden Rohstoff-Frachtschiffe sank Daten des Analysehauses Kpler zufolge von zehn auf vier. Die iranische Revolutionsgarde hatte zuvor von der Explosion eines Öltankers nach einer Kollision mit Minen berichtet. Auch in der Meerenge Bab el-Mandeb nimmt der Schiffsverkehr ab.
Spannungen im Nahen Osten und ein steigender Ölpreis haben die asiatischen Börsen am Dienstag belastet. Ein neuer Angriff der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen auf Saudi-Arabien schürte Sorgen vor Lieferengpässen bei Rohöl.
Kollision mit Minen
Am Montag ist in der Straße von Hormus ein Öltanker explodiert und in Brand geraten, nachdem er mit Minen kollidiert ist. Das berichteten iranische Nachrichtenagenturen. Der Tanker "El Gaia" sei auf der vom Iran verminten südlichen Route durch die Meerenge unterwegs gewesen. Das gesamte Schiff sei nach der Detonation der Mine in Flammen aufgegangen. Laut dem US-Militär war das Schiff hingegen bereits seit längerer Zeit beschädigt.
"El Gaia" sei bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen worden, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) mit. Am Wochenende habe der Iran das Schiff dann vor der Küste des Omans erneut mit einer Drohne angegriffen. Der Tanker ist manövrierunfähig und wird abgeschleppt.
Ölteppiche breiten sich aus
In der Straße von Hormus zeigen aktuelle Satellitenbilder nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation Greenpeace fünf größere Ölteppiche. Die Verschmutzung habe unter anderem die iranische Küste in der Nähe von Schutzgebieten um die Insel Qeshm erreicht, hieß es in einer Mitteilung. An der Insel liegen unter anderem große Mangrovenwälder. Auch an der omanischen Südseite der Straße sei ein Ölteppich sichtbar. Die zerklüftete Küste dort gilt als wichtiges Vogelrastgebiet.
Weitere Ölteppiche in der Region könnten vom Tanker "Riesco" stammen. "Dies könnte darauf hindeuten, dass das Schiff gesunken ist und weiterhin Öl austritt", schreibt Greenpeace unter Verweis auf ein lediglich mögliches Szenario. Die Verschmutzungen mit konkreten Schiffsangriffen in der Region zu verbinden, ist häufig auch aufgrund eingeschränkter Transponderdaten schwer. Zudem breitet sich nach Greenpeace-Angaben ein weiterer Ölteppich an der Südküste Omans aus. Dort war der Tanker "Caroline Bezengi" auf Grund gelaufen, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird und unter EU-Sanktionen steht. (APA, Reuters, 15.9.2026)
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