Schlimme Wortspiele aus 14 Jahren Hin und hair? Na Van schon!
21.10.2026 · 07:49 Uhr
44 Bilder
Die schlimmsten Wortspiele
44 Bilder
Foto: Frank Vollmer
Seit fast 14 Jahren sammelt unser Autor Sprachkunststücke – geglückte und misslungene. Hier stellt er eine Auswahl vor. Dabei zeigt sich: Nicht nur Friseure gehen regelmäßig über Schmerzgrenzen. Da cookste!
Das Wichtigste vorweg: Wortspiele sind eine tolle Sache. Nicht die unterste Stufe des Humors, wie oft gehässig behauptet wird, sondern nach meiner festen Überzeugung die höchste. Weil ein Wortspiel nicht nur die Doppelbödigkeit jedes Witzes braucht, sondern auch das Spiel mit der Sprachstruktur. Wortspiele sind etwas für Witzingenieure – nicht jedermanns Sache.
Seit fast 14 Jahren sammle ich schlimme Wortspiele. Ich habe einige Dutzend davon bei Facebook veröffentlicht, woraufhin mir Freunde und Kollegen ihrerseits Fundstücke geschenkt haben. Mehr als 200 Exemplare sind bei der Inventur zusammengekommen; hier ist meine persönliche Auswahl zu sehen. Am 12. November ist übrigens Tag des schlechten Wortspiels.
Wann wird ein Wortspiel schlecht?
Aber was ist denn bitte ein schlimmes Wortspiel? Nun – was ein Wortspiel ist, wissen alle: aus einem bestehenden ein neues, ähnlich klingendes Wort zu machen, beide zu kombinieren oder das eine durch das andere zu ersetzen. „Eile mit Weile“ ist ein Beispiel. Oder die Frage: Wo leben Katzen? – Im Miezhaus. Gut ist ein Wortspiel, wenn sich aus dieser Veränderung ein neuer Sinn ergibt (Miezen im Mietshaus). Einen Optiker „Neusehland“ zu nennen, einen Bäcker „Brotagonist“, einen Velo-Laden „Beradungshaus“, ein Reisebüro „Gleisnost“, für Straßenreinigung mit „We kehr for you“ zu werben oder für eine Rabattkarte mit „Viel free“ – gute, sehr gute Wortspiele.
Schlecht wird ein Wortspiel, wenn die neue Kreation keinen eigenen Sinn ergibt. Ein Kochbuch „Je ne Raclette rien“ zu nennen (in Anlehnung an den Schlager von Edith Piaf), ist geradezu widersinnig – erstens ist der neue Satz grammatisch Käse (pardon), zweitens enthält er auch noch eine Verneinung: Ich raclette nichts. Aber wir sollen ja ganz viel racletten. Schlechtes Wortspiel, ebenso wie „Not-Roof“ für Kontakt zu einem Dachdecker oder „Na Van schon!“ auf einem großen Auto. Auch Überschriften über Meldungen und Berichten verführen durch ihre Kürze zu Wortspielen, Werbung in ihrer grenzenlosen Kreativität tut es ohnehin.
„Chic-Saal“ rettet die Ehre der Friseure
Es reicht dabei allerdings nicht, einfach eine Allerweltssilbe durch eine naheliegende andere zu ersetzen. Sagen wir: „her“ durch „hair“ – Sie wissen, worauf ich hinauswill: Davon leben die berüchtigten Friseurwortspiele; Ergebnis sind absurde Krehaartionen wie „Vorhair – nachhair“, „Salon Hairlich“ oder „Belved’Hair“. „Kamm in“ und „Haartraktiv“ machen es nicht besser („Chic-Saal“ und „Frisenleger“ dagegen retten die Friseurehre).
Wenn sie wehtun, wenn man beim Lesen aufstöhnt – dann sind schlechte Wortspiele richtig schlimm. Wie mein allererstes: „Zeitsprung – die B’Ahr“ in, richtig: Bad Neuenahr. Herrlich. Leider habe ich das Foto nicht mehr. Selbst technisch saubere Wortspiele können schlimm sein, sozusagen schlimm ehrenhalber: Mit „Gans N‘ Kloßes“ auf eine Gaststätte hinzuweisen – das ist zwar sinnig, das muss man sich allerdings erst mal trauen. In diesem Sinne: Hair we go, da cookste! Und Verchaiung, wenn es mal wehtut!
-
Zur Startseite
-
Deutschland
-
Panorama
-
Ahr
Meistgelesen
Aktuell wichtig