Klimadaten - UNO: Erde erwärmt sich bis Ende Jahrhundert um 2.8 Grad

  • Die Erde wird Ende des Jahrhunderts im Durchschnitt 2.8 Grad wärmer sein im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter.
  • Das rechnet die UNO in einem Bericht vor.

Jeder Bruchteil eines Grades über 1.5 Grad erhöhe das Risiko für tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände, wie sie in diesem Jahr viele Länder erlebt hätten, sagte Inger Andersen, die Direktorin des UNO-Umweltprogramms (UNEP) mit Sitz in Nairobi.

Die Weltgemeinschaft wollte die Erderwärmung eigentlich bei 1.5 Grad begrenzen, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden.

Prognose noch schlechter als im Vorjahr

Mit der Prognose von 2.8 Grad hat sich der Pfad der Weltgemeinschaft seit dem vergangenen Jahr diesmal nicht verbessert. Geht man davon aus, dass alle Länder ihre angekündigten Klimaschutzmassnahmen auch wirklich umsetzen, würde sich die Erde laut der UNO-Berechnung bis zum Ende des Jahrhunderts um 2.6 Grad erwärmen. Dies ist sogar eine Verschlechterung gegenüber dem im letzten Jahr festgestellten Kurs – damals lag diese Prognose bei bis zu 2.5 Grad.

Dies liegt dem Bericht zufolge vor allem am Rückzug der USA, die sich von ihren vorherigen Klimaschutzplänen unter Präsident Donald Trump vollständig verabschiedet haben. Da die USA der zweitgrösste Verursacher von Treibhausgasen – nach China – sind, spiegelten sich solche politischen Veränderungen direkt in weltweiten Schätzungen wider, erklären die Autorinnen und Autoren. Zudem seien Daten zum bisherigen Ausstoss von Treibhausgasen nach oben korrigiert worden.

Selbst im optimistischsten berechneten Szenario, in dem alle Länder ihre Klimapläne einhalten und ihre angestrebten Klimaneutralitätsziele erreichen, würde sich die Erde bis zum Jahr 2100 um 2.1 Grad erwärmen, heisst es weiter.

1.5 Grad fast sicher überschritten – aber gibt es ein Zurück?

Das liegt weit über den angestrebten 1.5 Grad. Dieses Ziel gilt zwar noch nicht offiziell als gerissen, da dafür die 1.5-Grad-Grenze langfristiger überschritten werden müsste. Doch die Welt befindet sich auf dem Weg dorthin: Der EU-Klimawandeldienst Copernicus sieht für die Jahre 2023 bis 2025 erstmals für einen Dreijahreszeitraum eine durchschnittliche Erwärmung von mehr als 1.5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter.

Rauchwolken steigen über einer städtischen Landschaft auf, beleuchtet von der tiefstehenden Sonne.
Legende:

Rauchsäulen von Kaminen über der Stadt Bern (Bild vom Januar 2026).

KEYSTONE / Christian Beutler / Symbolbild

Expertinnen und Experten gehen mittlerweile überwiegend davon aus, dass es nicht gehalten werden kann. Die letzte Hoffnung richtet sich daher nun darauf, das Überschreiten der 1.5-Grad-Marke so kurz wie möglich zu halten – und die klimaschädlichen Emissionen so weit zu verringern, dass die Temperatur wieder absinkt.

«Eine Überschreitung bedeutet keine Kapitulation. Wir können sie immer noch so gering und so kurz wie möglich halten – und die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unter 1.5 Grad senken», betont UNO-Generalsekretär António Guterres anlässlich des Berichts.

Emissionen müssten schnell sinken

Der Bericht zeigt die Herkulesaufgabe, die diese Kehrtwende bedeutet, genauer auf: Die weltweiten Treibhausgasemissionen müssten deutlich sinken, um zum Ende des Jahrhunderts wieder bei 1.5 Grad oder darunter zu landen – nämlich um 18 Prozent bis 2030, um 45 Prozent bis 2035 und um 69 Prozent bis zum Jahr 2040, alles verglichen mit dem Niveau von 2025.

Solch eine steile Abwärtskurve ist nicht absehbar: Selbst wenn die Länder all ihre geplanten Klimaschutzmassnahmen umsetzen, würden die Emissionen laut UNO-Berechnung bis 2030 nur um bis zu 8 Prozent sinken – und bis 2035 um bis zu 15 Prozent. Zudem müssten grosse Mengen CO₂ der Atmosphäre entzogen werden.

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