Unwetter-Chaos: Toskana und Piemont schwer betroffen von Erdrutschen

Publiziert22. August 2026, 08:07

Toskana und PiemontSchwere Unwetter suchen italienische Ferienregionen heim

Erdrutsche, umgestürzte Bäume, überflutete Keller: Nach tagelanger Hitze hat es in mehreren Regionen Italiens heftig gestürmt. Betroffen sind vor allem die Toskana und das Piemont.

Florian Osterwalder

In mehrere Regionen Italiens kam es in den vergangenen 24 Stunden zu schweren Unwettern.

Darum gehts

  • Schwere Unwetter haben mehrere italienische Ferienregionen heimgesucht, besonders Toskana, Piemont, Venetien und die Provinz Ferrara.
  • In der Toskana isolierten Erdrutsche die Gemeinde Bagnone; fünf Bewohner sind wegen einer eingestürzten Brücke nicht mehr erreichbar.
  • Im Piemont lösten Unwetter und Tornados innert zwei Tagen 260 Feuerwehreinsätze aus.

Mehrere Ferienregionen Italiens wurden von schweren Unwettern heimgesucht. Am stärksten davon betroffen sind die Toskana, Venetien, die Provinz Ferrara und das an die Schweiz grenzende Piemont, wie Rai News berichtet.

In der Toskana traf es die Gemeinde Bagnone am härtesten. Zahlreiche Erdrutsche haben mehrere Ortsteile isoliert. Die Feuerwehr überwacht aktuell fünf Bewohnerinnen und Bewohner, die wegen einer eingestürzten Brücke nicht mehr erreichbar sind. Weitere Weiler sind wegen Geröll und Erdmassen auf den Strassen vorübergehend abgeschnitten. Die Provinz hat bereits erste Sicherungsarbeiten gestartet. Die meisten Strassensperrungen konnten inzwischen aufgehoben werden.

Piemont schwer getroffen

Im Piemont haben Unwetter und Tornados innert zwei Tagen bereits 260 Feuerwehreinsätze ausgelöst, besonders in den Provinzen Turin und Novara. Am schlimmsten erwischte es Chivasso. «Der Sturm hat gewonnen», sagt Bürgermeister Claudio Castello. Eine Betonmauer bei der Sporthalle Orange wurde regelrecht angehoben, Trümmer beschädigten rund zehn parkierte Autos. Dächer wurden teilweise abgedeckt, Bäume entwurzelt, Fenster der Halle Palalancia gingen zu Bruch.

Auch in Florenz sorgten Sturmböen und Gewitter für Chaos. Parks, Gärten und Friedhöfe bleiben deshalb bis Samstag 13 Uhr gesperrt, «oder bis zum Abschluss der technischen Kontrollen und allfälliger Sicherungsmassnahmen», wie die Stadt mitteilt.

Bergamo: Schäden von rund 20 Millionen Euro

In der Val Brembana bei Bergamo hoffen die Menschen, dass das Schlimmste überstanden ist. «Es geht heute besser, hoffentlich hält es und gibt uns nicht noch den letzten Schlag», zitiert der «Corriere della Sera» eine Redewendung, die derzeit in den betroffenen Dörfern die Runde macht. Rund 5000 Personen sind betroffen – 2000 Einwohner und 3000 Feriengäste. Bereits jetzt schätzt man die Schäden auf 20 Millionen Euro.

Erdrutsche hatten am Donnerstag die Ortschaften Isola di Fondra, Valleve, Carona, Foppolo und Branzi isoliert. Auf den Strassen liegen weiterhin Geröll und Schlamm, aus Wäldern und Felsen ergiessen sich provisorische Wasserfälle direkt auf die Fahrbahn. Gegen Mittag konnte die Kantonsstrasse, welche die fünf Gemeinden verbindet, wieder geöffnet werden – allerdings nur im Wechselverkehr, damit Bagger weiterhin Äste, Erde und Steine wegräumen können. Es bildeten sich prompt lange Kolonnen.

Zahlreiche Schäden in Venetien und Ferrara

In Venetien ist die Feuerwehr bereits 50 Mal ausgerückt, 70 weitere Notrufe stehen noch aus. Am stärksten betroffen sind die Provinzen Rovigo, Padua und Venedig. Besonders im Alto Polesine sind die Einsatzkräfte vor allem mit umgestürzten Bäumen und Sicherungsarbeiten beschäftigt. Auch am Lido di Venezia und in Chioggia gibt es Probleme, in Venedig selbst kämpft man hauptsächlich mit vollgelaufenen Kellern.

Am heftigsten traf es in der Provinz Ferrara die Gemeinde Tresignana. Bürgermeister Mirko Perelli meldete zahlreiche Überschwemmungen sowie umgestürzte Bäume und Äste. «Turnhallen und Gemeindegebäude haben Schäden an Fenstern erlitten und sind überflutet», schreibt er auf Social Media. Sein Fazit: «Wir sind leider wieder im Notstand. Schlimmer noch als beim letzten Mal.» Auch in Jolanda di Savoia, Masi Torello, Voghiera, Argenta und Comacchio gingen zahlreiche Meldungen ein.

Schlechtes Wetter allmählich vorbei

«Nach der Atlantik-Störung, die vielerorts im Norden und in der Mitte Italiens für Unwetter und einen Temperatursturz gesorgt hat, zieht das schlechte Wetter nun ab», schreibt der italienische Wetterdienst. Trotzdem gilt für einige Regionen weiterhin eine Warnstufe.

Florian Osterwalder

Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.

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