Schweringen informiert per App: Wasser aus, Stammtisch an

Stand: 21.07.2026, 17:54 Uhr

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Stadtlandfluss-App auf dem Handy

Seit knapp einem Jahr ist die Gemeinde Schweringen auf der „Stadt.Land.Fluss“-App vertreten. © Mareike Bannasch

Die „Stadt.Land.Funk“-App bündelt in Schweringen Termine und Hinweise aus dem Dorf. Auch die Verkaufsbörse wird rege genutzt, vom Fliesenschneider bis zum Smartphone. Die Lizenz kostet 160 Euro im Jahr.

Schweringen – „Es ersetzt natürlich kein Whatsapp“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Kurowski (Wählergemeinschaft), und trotzdem ist die „Stadt.Land.Funk“-App, die es jetzt seit knapp einem Jahr in der Gemeinde Schweringen gibt, eine Bereicherung. Es war der Wunsch der Bevölkerung gewesen, eine eigene Smartphone-Anwendung für Schweringen zu bekommen. Obwohl die Bürgermeisterin damals skeptisch war, empfindet sie die Dorf-App heute in vielen Bereichen als praktisch.

Etwa 230 Nutzer sind derzeit in der App registriert, so Kurwoski. Bei 330 Haushalten in der kleinen Gemeinde sind das nicht wenige, die das Angebot nutzen. „Das habe ich nicht erwartet“, zieht die Bürgermeisterin das Fazit. Nutzer sind in der Regel mit ihrem Vornamen und dem ersten Buchstaben ihres Nachnamens zu erkennen. Und obwohl der vollständige Name fehlt, wisse die ortskundige Bürgermeisterin in der Regel, wer wer ist. Sie selbst sei überrascht, wen sie dort manchmal in den Kommentaren finde, ist aber umso mehr erfreut über die gute Annahme des Angebots.

Sie selbst ist Skeptikerin gewesen, sagt Kurwoski. Mittlerweile sei die App eine Bereicherung für den Dorfalltag, auch wenn sie die ganzen Whatsapp-Gruppen nicht ablöse. Wichtigste Funktion: das schnelle und einfache Übermitteln von Informationen. Seien es die nächsten Stammtisch-Termine oder die neuesten Infos, wenn in einem Straßenzug das Wasser vorübergehend abgestellt wird. Man merke, wie die Einwohner besser Bescheid wissen, meint die Bürgermeisterin. Dann heiße es schnell: „Warum weißt du das nicht? Das haben sie doch geschrieben.“

Die „Stadt.Land.Funk“-App ist die Nachfolgerin der „DorfFunk“-App, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Digitale Dörfer“ des Fraunhofer-Instituts entwickelt wurde. Nach dem Abschluss des Projekts und da das Institut die App nicht selbst betreiben kann, wurde die Firma Smartes Land gegründet, welche den Betrieb übernommen hat und nun das Ganze unter neuem Namen weitervermarktet.

Neben dem Informationsaustausch sei auch die Verkaufsbörsen-Funktion beliebt in Schweringen. Vom Fliesenschneider bis zum Smartphone seien dort immer wieder verschiedene Sachen zu finden. Wer etwas suche, stelle eine Anfrage rein, jemand melde sich immer. Das sind die persönlichen Erfahrungen von Kurowski.

Die Administration der App übernimmt der Schweringer Florian Schulze von „CreativMediaForge“. Als es an die Planung der App-Einführung ging, hätten sich auch zahlreiche Privatpersonen bei der Verwaltung gemeldet, die sich gerne darum gekümmert hätten. Schulze, den Angaben seiner Firmen-Website nach „leidenschaftlicher Web- und Grafikdesigner“, kümmert sich professionell um die Betreuung. Die Aufgabe einer Privatperson zu übergeben, sei der Bürgermeisterin zu unsicher gewesen, „und am Ende muss ich mich wieder kümmern“.

Wie es mit der Dorf-App für Schweringen weitergeht, entscheidet der Gemeinderat bei der kommenden Sitzung im August. Bürgermeisterin Kurowski ist aber optimistisch, dass es in eine zweite Runde geht: „Also ein Jahr machen wir noch, denke ich.“ Die Lizenz für die App beträgt 160 Euro im Jahr. „Aber letztlich, wenn es so viele Bürger nutzen, dann hat es sich ja schon bewährt.“