Stand: 21.07.2026, 17:53 Uhr
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Der Beratungs- und Kontaktladen Scentral, die Aidshilfe und die Fachstelle Suchtprävention informieren am „Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende“ über Drogensucht in Darmstadt.
Darmstadt – Hinter jedem einzelnen und jeder einzelnen Toten verbirgt sich ein dramatisches Schicksal: Seit Jahresbeginn sind in Darmstadt bereits 20 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. Nach Angaben von Andreas Gohlke, dem auch für die zentrale Drogenhilfeeinrichtung Scentral zuständigen Bereichsleiter der Regionalen Diakonie Darmstadt-Dieburg, wurden in den vergangenen Jahren jeweils in einem Jahr zwischen 15 und 20 Drogentote registriert.
Der rasante Anstieg sei auch eine Folge des zunehmenden Crackkonsums, berichtete Gohlke am Dienstag auf dem Luisenplatz in Darmstadt. Dort wurde – ebenso wie in Frankfurt – der Menschen gedacht, die infolge ihres Drogenkonsums verstorben sind.

Bundesweit mehr als 50.000 Drogentote seit 1990
Nach Auskunft der Deutschen Aidshilfe sind in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten mehr als 50.000 Menschen durch den Konsum von Drogen, die als illegal gelten, ums Leben gekommen. Warum der 21. Juli zum „Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende“ wurde, wird in einem Flugblatt der Deutschen Aidshilfe und des Bundesverbands Junkies, Ehemalige und Substituierte erläutert.
Am 21. Juli 1994 starb in Gladbeck im nördlichen Ruhrgebiet der junge Drogenkonsument Ingo Marten. Seiner Mutter gelang es mithilfe der Stadt, eine Gedenkstätte für ihren Sohn und andere Drogenabhängige zu installieren. Dieser Gedenkstätte folgten in weiteren Städten öffentliche Orte des Mahnens und Erinnerns. Der erste Gedenktag wurde 1998 begangen.

Drogenhilfe dienstags auf dem Luisenplatz in Darmstadt
In Darmstadt hatten am Dienstag der Beratungs- und Kontaktladen Scentral, die Aidshilfe und die Fachstelle Suchtprävention auf dem Luisenplatz ihre Stände aufgebaut, um über das Thema Drogensucht zu informieren. Zwischen 10 und 13 Uhr wurden – wie an jedem Dienstagmittag – zudem Speisen und Getränke gratis von den Mitarbeiter:innen der mobilen Drogenhilfe ausgegeben.
Bernard Kästner und Christine Stappen von der Aidshilfe Darmstadt berichteten, dass das Thema HIV und Aids aus der öffentlichen Wahrnehmung fast komplett verschwunden sei, zumal die Infektionskrankheit inzwischen gut behandelt werden könne. Derzeit unterstützt die Aidshilfe laut Kästner und Stappen 15 Klienten.
Tests bei der Aidshife und Präventionsprojekt „Rauschzeit“
Die Aidshilfe bietet an jedem ersten und dritten Mittwoch im Monat ab 16 Uhr im Gebäude Elisabethenstraße 45 HIV-Schnelltests, HIV-/Syphilis-Kombitests sowie Syphilis- und Hepatitis-C-Schnelltests an. Weitere Infos gibt es online unter www.darmstadt.aidshilfe.de oder per Mail an [email protected]
Die Fachstelle für Suchtprävention, die von der Stadt Darmstadt gefördert wird, richtet sich indes mit dem niedrigschwelligen Aktionsprojekt „Rauschzeit“ mit kreativen Workshops, Kulturaktionen und offenen Begegnungsangeboten insbesondere an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
So ist am 14. August 2026 von 16 bis 20 Uhr ein „Graffitibash“-Workshop auf dem Karolinenplatz und am 25. September von 16 bis 20 Uhr ein DJ-Workshop auf dem Aktivspielplatz im Herrngarten geplant. Weitere Infos gibt es beim Netzwerk Rope, Soderstraße 7, per E-Mail unter [email protected] sowie online unter www.fsp-darmstadt.de
Zum Weiterlesen: Drogenszene in Darmstadt: „Abhängig sein ist ein Vollzeitjob“

Hilfsangebote
Der Scentral Kontaktladen, Bismarckstraße 3, fungiert als Anlaufstelle für Drogenkonsument:innen aus Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Täglich geöffnet ab 10 Uhr, montags, dienstags, donnerstags, freitags bis 17 Uhr, mittwochs bis 14 Uhr, samstags und sonntags bis 16 Uhr.
Die Fachstelle Suchtprävention, Soderstraße 7, ist unter der Hotline 0 18 06/313 031, die Aidshilfe unter 0 61 51/28 073 zu erreichen.