Stand: 23.07.2026, 05:43 Uhr
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Das Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen ist nach seiner Sperrung wieder geöffnet. Die Marktgemeinde hat dafür einige Maßnahmen umgesetzt.
Garmisch-Partenkirchen – Im Kainzenbad ist in den vergangenen Tagen kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Mit großem Einsatz haben die Mitarbeiter des Bauhofs daran gearbeitet, dass das Freibad bereits am Montag wieder öffnen konnte (wir berichteten). Doch bei vielen Besuchern und Beobachtern hat die Sperrung, die durch das Bakterium Pseudomonas aeruginosa ausgelöst worden war, Fragen aufgeworfen. Insbesondere, was die Amphibien betrifft, die sich regelmäßig im Kainzenbad ansiedeln. Der Artenschutz werde vor das Menschenwohl gestellt, so lautete etwa einer der Vorwürfe.
Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen gesperrt: Amphibien siedeln sich regelmäßig an
Im Naturbad hat sich ein regelrechtes Biotop gebildet. Unter anderem fühlen sich Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche dort heimisch. „Die Tiere kommen im März an das Gewässer, um zu laichen“, heißt es in einer gleichlautenden Erklärung aus dem Landratsamt und dem Garmisch-Partenkirchner Rathaus. „Dass diese das Kainzenbad als Lebensraum nutzen, ist keine neue Entwicklung, sondern schon viele Jahre so.“
Eine Leserin äußerte diesbezüglich gegenüber dem Tagblatt, dass der große Ablauf am hinteren Ende des Beckens seit diesem Jahr geschlossen geblieben sei. Was die Entstehung des Bakteriums, das besonders für immungeschwächte Personen und Krankenhauspatienten gefährlich werden kann, gefördert haben soll. „Es gibt keine Anordnung und keinen Bescheid seitens des Naturschutzes, der oder die so etwas regelt“, stellt Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf klar.
Kein Zusammenhang mit dem benachbarten Klinikum
Als Ursache hatte die Behörde die Hitze und das hohe Besucheraufkommen in den vergangenen Wochen angegeben, was zu einer erhöhten Wassertemperatur geführt habe. „Darüber hinaus waren der lang anhaltende Pollenflug und die geringe Wassermenge der Kanker ein zusätzlich belastender Faktor, der zu schimmerndem Wasser und Algenbewuchs führte“, ergänzt Marktsprecherin Silvia Schwarzenberger.
Auch über einen Zusammenhang zwischen dem benachbarten Klinikum und dem Keim war spekuliert worden. Ein solcher bestehe nicht, entwarnt Scharf, „da das Abwasser des Klinikums über das öffentliche Kanalsystem entwässert wird“. Das Kainzenbad bezieht sein Wasser hingegen aus der daneben laufenden Kanker.
Grenzwert für Bakterium wurde um ein Vielfaches überschritten
Fakt ist jedoch: Der Grenzwert für das Bakterium Pseudomonas aeruginosa ist um ein Vielfaches überschritten worden. So liegt er für das Kainzenbad bei 10 KBE (koloniebildenden Einheiten) pro 100 Milliliter. Gemessen wurden in der vergangenen Woche allerdings 340 KBE pro 100 Milliliter. Bei Schwimmbädern mit Chlorung darf der Keim überhaupt nicht enthalten sein. Bei Badeseen und Oberflächengewässern sind hingegen keine Grenzwerte vorgegeben, da der Keim in der Natur häufig vorkommt. „Die Beprobung erfolgt über Kombinationen aus kontinuierlichen Vor-Ort-Messungen und regelmäßigen Laboranalysen“, fügt Scharf an.
Gemeinde veranlasst einige Maßnahmen
Damit die Gäste das Bad wieder bedenkenlos besuchen können, hat der Markt in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt einige Maßnahmen veranlasst. So wurde das Schwimmbecken zunächst entleert, verrät Schwarzenberger. Es folgte eine gründliche mechanische Reinigung des Beckens mittels Dampfstrahler mit Temperaturen von über 80 Grad Celsius. „Dadurch konnte der nachgewiesene Keim zuverlässig beseitigt werden“, betont die Sprecherin. Anschließend tauschten die Arbeiter den gesamten Kies und ließen das Becken neu befüllen. Laboruntersuchungen der Wasserproben bestätigten schließlich, dass das Wasser wieder unbedenklich ist.
„Der Markt erfüllt alle Anforderungen, die uns von verschiedenen Behörden für das Freibad auferlegt werden“, sagt Schwarzenberger abschließend. Auch wenn dieser Spagat manchmal zur Herausforderung wird.