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Franz Lipp ist Tischler aus Leidenschaft und ist seit 40 Jahren fester Bestandteil der Einrichtungswerkstätte Gross in Weinberg an der Raab.

© KLZ / Ramona Lenz


vor 52 Minuten9. Oktober 2026 um 06:00
Die Sägen brummen, Holzspäne wirbeln durch die Luft und bedecken den Boden. Hände greifen zu Maßband und Bleistift, Bretter werden millimetergenau zugeschnitten und fertige Werkstücke für die Auslieferung vorbereitet. Es herrscht geschäftiges Treiben in der Einrichtungswerkstatt Gross in Weinberg an der Raab (Stadtgemeinde Fehring). Mittendrin im Trubel steht Franz Lipp konzentriert an der Kantenanleimmaschine.
Der 61-Jährige ist seit 40 Jahren als Tischler im Familienbetrieb tätig. Wenige Minuten zuvor ist er mit einem Großauftrag für eine regionale Bank fertig geworden. Es mussten tausend Meter Holzplatten mit sogenannten Kantenumleimern versiegelt werden. Nun reinigt er die empfindliche Maschine sorgfältig. „Das Bekanten geht an sich sehr schnell. In einer Minute schafft man schon zwei Meter“, erklärt Lipp.
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Kante für Kante
Seit mehr als 30 Jahren ist er im Betrieb nun schon für das Bekanten von Werkstücken verantwortlich – egal, ob es Arbeitsplatten für die Küche, Schrank- und Kastentüren oder Tischplatten sind. „Als Nächstes bearbeite ich runde Bretter für Ablagen in einem Hotelzimmer. Solche Aufträge sind immer eine besondere Herausforderung, für die ich auch eine andere Maschine nutzen muss“, freut er sich schon. Wie viele Möbelstücke Lipp in seiner beruflichen Laufbahn angefertigt hat, lässt sich nur schätzen: „Es dürften schon rund 4000 Werkstücke gewesen sein“, überlegt er.
Neue Technik, altes Können
Als Lipp in der Einrichtungswerkstätte begann, hatte er noch eine ganz andere Aufgabe von Seniorchef Josef Gross zugeteilt bekommen: „Man hat mich gebraucht, um die Oberflächen der Werkstücke zu lackieren. Das habe ich aber nicht lange gemacht“, schmunzelt der 61-Jährige. Denn sein handwerkliches Können wurde in der Werkstatt benötigt. „Ich habe damals viele Rundbänke und Innentüren angefertigt“, erzählt er.
Aus dieser Zeit sind ihm besonders die maßgefertigten Wohnzimmer für Weinbauern in Erinnerung geblieben. „Die Gegenprofile auf den Holztüren waren sehr aufwendig zu fertigen. Früher war alles noch aus Massivholz“, sagt Lipp nachdenklich. Doch nicht nur das Material hat sich in den 46 Jahren, in denen er in der Branche arbeitet, verändert: „Es ist alles viel technischer geworden. Früher war fast alles Handarbeit, heute stellst du oft nur mehr die Maschinen ein.“

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Seine Expertise ist gefragt
Ein Werkstück ist nur so gut wie der Mitarbeiter, der die Maschine bedient
— Franz Lipp, Tischler der Einrichtungswerkstätte Gross
Schaut man Lipp über die Schulter, merkt man schnell, wie viel Spaß der Rudersdorfer auch nach 40 Jahren noch an seiner Arbeit hat. Denn verschlossen hat er sich der neuen Technik nie: „Es geht ja nicht ohne. Und ein Werkstück ist nur so gut wie der Mitarbeiter, der die Maschine bedient“, so Lipp. Außerdem sei seine Expertise bei den jungen Tischlern ja immer noch gefragt: „Ich kenne mich mit den älteren Maschinen gut aus. Dass man in meinem Alter noch so bei den Jungen mitarbeiten darf, ist etwas Schönes.“
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Im Mai 2027 geht Franz Lipp in Pension und eines weiß er jetzt schon: „Mir wird alles abgehen – die Kollegen, die Chefleute und die Arbeit.“ Verständlich, nach 40 Jahren im selben Betrieb.