Stand: 09.10.2026, 08:00 Uhr
Kommentare

Nur einmal blieb der KSV Hessen Kassel in dieser Saison ohne Gegentor. Das soll sich nun beim Gastspiel in Kaiserslautern ändern.
Kassel – Zahlen spielen in diesen Tagen eine große Rolle beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Am Samstag müssen die Löwen bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern antreten (14 Uhr). Die Vorfreude auf das Duell mit dem Aufsteiger ist groß. „Auf dem Betzenberg spielen, das ist für uns etwas Besonderes“, sagt Trainer René Klingbeil.
In der Partie am „Betze“ steckt aber auch einige Brisanz. Klingbeils Mannschaft liefert spielerisch zwar überwiegend überzeugende Leistungen ab, steckt aber ein wenig in der Ergebniskrise. Aus den letzten drei Spielen gab es nur zwei Punkte. Als Zwölfter stehen die Nordhessen vier Plätze vor den Lauterern, die als 16. auf dem ersten sicheren Abstiegsplatz stehen. Aber: Die Differenz beträgt nur zwei Punkte. Die Gastgeber zeigten sich zuletzt mit einem Sieg in Mainz und einem Remis in Sandhausen unter dem neuen Trainer Eimen Baffoun – er löste am 15. September Alexander Brugera ab – verbessert.
Klingbeils fast mantrahaft wiederholtes Credo lautete zuletzt – und damit sind wir bei den Zahlen: „Die Null muss bei uns endlich mal wieder stehen.“ Bisher gelang das nur einmal: beim 3:0 am ersten Spieltag gegen Eintracht Frankfurt II. Ohne eigenen Treffer blieb der KSV zweimal: Beim FSV Frankfurt hieß es 0:2, gegen Trier 0:1. „Das Problem der Gegentreffer verfolgt uns schon etwas“, sagt Klingbeil, und rechnet vor: „Wenn wir in dieser Saison stets zu null gespielt oder ein Gegentor kassiert hätten, stünden sechs Punkte mehr auf dem Konto.“ Klar, sein Team hatte in der Anfangsphase zahlreiche Personalsorgen, die vor allem die Defensive betrafen. Drei Torhüter kamen zum Einsatz, mit Tobias Boche, Joshua Kopf und nun Tyron Duah fielen mehrere Defensiv-Akteure aus, auch Abwehrchef Maurice Springfeld plagten Blessuren. Vor allem in den Räumen zwischen Mittelfeld und Abwehrverbund waren häufig zu große. Lücken. „Uns knallt ja keiner die Dinger aus 30 Metern rein. Wir müssen in der Rückwärtsbewegung besser werden“, sagte der Trainer.
Vielleicht auch mit einem taktischen Umbau? Und damit wieder zu den Zahlen. Drei statt vier in der Abwehrkette? „Wird es, wenn wir im Spielaufbau sind, aber ist als System bei mir nicht so auf dem Tisch“, erklärt Klingbeil. Ähnlich ist es auf der Sechserposition. Einer oder zwei? Der KSV spielt keine konsequente Doppelsechs, allerdings rückt in der Rückwärtsbewegung ein offensiverer Mittelfeldspieler an die Seite von Cemal Kaymaz. Dazu kommt: Mit Duah fällt ohnehin der Spieler, der als Sechser infrage käme.
Am System wird sich also nichts Wesentliches ändern. Dafür ist in Sachen Anreise noch einmal umdisponiert worden. Zunächst wollte der KSV erst am Samstagmorgen die 300-Kilometer-Busfahrt nach Kaiserslautern antreten. Doch auf Initiative von Vorstandssprecher Carsten Crede macht sich das Team nun schon am Freitag auf den Weg und wird somit in der Pfalz übernachten.