Bill Gates warnt vor den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz – „Selbstregulierung? Nein, danke!“

„Selbstregulierung? Nein, danke!“ – Bill Gates fordert KI-Steuer und globale Abkommen

Stand: 26.08.2026, 18:59 Uhr

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Bill Gates sieht in KI eine Bedrohung für Arbeitsplätze und Sicherheit. Politik und Unternehmen müssten dringend handeln, um Schlimmeres zu verhindern.

Frankfurt – Ratschläge von Chatbots sind für viele Menschen bereits Teil des Alltags. Dass eine Künstliche Intelligenz (KI) jedoch einmal Microsoft-Gründer Bill Gates im Programmieren überflügelt, hätte dieser nicht gedacht – die Fähigkeiten des KI-Tools „Claude Code“ von Anthropic haben ihn zum Nachdenken gebracht. KI hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt und angesichts dieser Fortschritte warnt Gates jetzt vor den Folgen einer unkontrollierten KI‑Entwicklung. Die Risiken für die Menschheit seien enorm.

Bill Gates warnt vor Künstlicher Intelligenz. (Archivbild)

Bill Gates warnt vor Künstlicher Intelligenz. (Archivbild) © Bild-Kombo: Matthias Bein/dpa und IMAGO/ZUMA Press/Ron Sachs

In einem Interview mit der New York Times betont Gates, dass KI bald eine Bedrohung für Arbeitsplätze und das Leben aller Menschen darstellen könnte. Die Technologiebranche spiele die Gefahren bewusst herunter, da für die Unternehmen hohe finanzielle Interessen auf dem Spiel stünden. „Im Privaten sind die Menschen, die verstehen, wie gut diese Dinge sind und wie viel besser sie werden, sehr besorgt“, erklärt er.

Bill Gates: KI-Entwicklungen hätten seine Erwartungen übertroffen

Die Entwicklungen im Bereich der KI hätten Gates’ Erwartungen weit übertroffen. Aufgrund der enormen Gewinne, die mit KI erzielt werden können, äußern nur wenige Führungskräfte der Tech-Branche ihre Bedenken öffentlich. Gates habe sich entschieden, zu handeln, weil die jüngsten Fortschritte der KI seine Erwartungen übertroffen hätten. Er sagt: „Die Ironie, dass ein ,Innovationsliebhaber‘ Angst bekommt und sagt: ,Wir sind noch nicht bereit und überschreiten gerade Grenzen‘ – vielleicht macht gerade das die Aussage noch eindringlicher.“ Auch europäische Stimmen warnen vor den Gefahren, die KI für die Demokratie darstellen könnte.

Ein Grund zur Vorsicht im Umgang mit KI sei, dass sie sich teilweise der Kontrolle ihrer Entwickler entzogen habe oder Anleitungen zum Bau biologischer Waffen liefern könnte. Gates‘ Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Tech-Unternehmen Milliarden in neue Rechenzentren investieren und KI-Firmen durch Börsengänge enorme Summen einnehmen.

Technologische Fortschritte von KI beunruhigen Gates

Der technologische Fortschritt von „Claude Code“, einem KI‑Tool des Unternehmens Anthropic, habe ihn in diesem Jahr erstaunt, und die Fähigkeiten ihn schockiert. Er habe sich die Frage gestellt, wie es möglich sei, dass dieses Tool besser im Programmieren sei als er selbst. Friedensforscher schließen derweil nicht aus, dass KI künftig auch die Voraussetzungen für Frieden und Konflikte beeinflusst.

Gates sorgt sich auch, dass durch KI mehr Arbeitsplätze verloren gehen könnten, als neue entstehen – im Gegensatz zu früheren technologischen Revolutionen. Der Einsatz von KI werde sich über die gesamte Wirtschaft erstrecken und es erschweren, dass Arbeitskräfte aus einem Bereich in einem anderen unterkommen. Besonders Einstiegs- und mittlere Positionen seien laut Gates’ Essay durch KI gefährdet.

Internationale Abkommen seien notwendig, um die Bevölkerung vor Bioterrorismus zu schützen. Gates führt in seinem Essay aus, dass bereits wenige Menschen mit Zugang zu fortschrittlicher KI in der Lage sein könnten, tödliche neue Krankheiten zu entwickeln. Mehr Regulierung sei erforderlich, um den Risiken vorzubeugen. „Selbstregulierung bei dem gefährlichsten Werkzeug, das je erfunden wurde? Nein, danke!“, äußert Gates gegenüber der New York Times. Die USA unter Präsident Trump setzen hingegen auf hohe Investitionen in KI und Deregulierung, um ein schnelles Wirtschaftswachstum zu erreichen.

Eine mögliche Lösung: KI-Verwendung verteuern

Eine mögliche Lösung sieht Gates darin, die Nutzung von KI zu verteuern. Grundsätzlich sollten einige Arbeitsplätze nicht durch KI ersetzt werden dürfen („Human Reserved“), insbesondere wenn sie eine besondere persönliche Nähe erfordern, wie bei Pflegekräften. Gates kann sich auch eine Steuer auf den Einsatz von KI vorstellen, die den Ersatz menschlicher Arbeitskräfte durch Maschinen verteuern und Mittel bereitstellen könnte, um Menschen zu unterstützen, die ihre Jobs durch KI verloren haben.

Bill Gates befindet sich in einer besonderen Position: Einerseits hat er die moderne Computerindustrie mitgestaltet, andererseits warnt er vor den Gefahren der von dieser Industrie entwickelten Technologie. In Gesprächen mit Staats- und Regierungschefs werde er künftig betonen: „Bitte denkt mehr darüber nach, bitte kümmert euch mehr darum.“ (Quellen: nytimes.com, gatesnotes.com) (jws)