Stand: 15.07.2026, 07:00 Uhr
Kommentare

Der 28-jährige Profiboxer aus Reisen kämpft am 25. Juli in Jeddah gegen Hamzah Sheeraz um den WBO-Weltmeistertitel im Super-Mittelgewicht. Sein Gegner hat 24 Kämpfe bestritten, ist ungeschlagen und hat 19 Kämpfe vorzeitig beendet.
Reisen – „Das ist der absolute Wahnsinn – ich klopfe jetzt ganz oben an.“ Simon Zachenhuber kann sein Glück noch gar nicht fassen. Der 28-jährige Profiboxer aus Reisen kämpft am Samstag, 25. Juli, im Superdome in Jeddah (Saudi-Arabien) gegen Hamzah Sheeraz um den WBO-Weltmeistertitel im Super-Mittelgewicht bis 76,2 Kilo. Der Kampf wird auf DAZN im TV zu sehen sein.
Noch im April war der 28-jährige Reisener am Boden zerstört, als er in London gegen Pawel August nach Punkten verlor und damit seine erste Niederlage im 29. Profikampf hatte einstecken müssen. Umso glücklicher ist er jetzt, vor der Chance seines Lebens.
In die Arena passen 40.000 Zuschauer
Den Hauptkampf des Abends im Superdome, der 40.000 Sitzplätze fasst, werden die Schwergewichtler Anthony Joshua und Kristian Prenga bestreiten. Die „Undercard“ umfasst zwölf Kämpfe. Ganz oben steht der Zachenhuber-Kampf. „Es ist nicht so, dass ich für irgendjemanden eingesprungen bin, sondern ich bin als Herausforderer für den Weltmeister angenommen worden“, erzählt der 28-Jährige stolz. „Danke an das Team Agit Kabayel und Gold Star Promotions für diese große Möglichkeit.“ Der englische Veranstalter, der neben zahlreichen Größen aus verschiedenen Sportarten auch Boxer wie Anthony Joshua, Tyson Fury und Floyd Mayweather Jr. unter seinen Fittichen hat, eröffnet dem Reisener nun diese ungeahnte Möglichkeit.
Die Bilanz von Sheeraz ist beeindruckend. Der 27-jährige Brite hat 24 Profikämpfe hinter sich, ist noch ungeschlagen und hat 19 Kämpfe vorzeitig beendet. Ende Mai hatte er sich in Ägypten, direkt vor den Pyramiden von Gizeh, gegen Alem Begic den vakanten Titel geholt. Gegen den Münchner, der zuvor in 30 Kämpfen ungeschlagen war, hatte er nur zwei Runden benötigt.
„Er ist Weltmeister und hat eine wahnsinnige K.o.-Quote“, stellt Zachenhuber fest. „Ich kenne seine Stärken, aber auch seine Schwächen – und ich kenne meine Stärken.“ Er betont: „Es geht darum, wer es mehr will.“ Und er gibt zu, „dass ich jetzt fast ein wenig melancholisch werde, wenn ich zurückdenke.“
Der 28-Jährige erinnert sich an die Zeit, „als ich als Schüler schon um 5 Uhr aufgestanden bin und trainiert habe – im Halbschlaf bin ich gejoggt. Ich hatte immer ein großes Ziel vor Augen.“ Und er ergänzt: „Ich habe so viele Entbehrungen auf mich genommen, nie große Pausen gemacht, aber ich habe immer gewusst, dass die große Chance kommen wird – und jetzt ist sie da.“ Einen großen Dank richtet er an seinen Trainer Conny Mittermeier, „der mich dahin geführt hat, wo ich jetzt bin, und der mich auch vor dem einen oder anderen bewahrt hat“.
Ziel: Den WM-Gürtel nach Erding bringen
Der Reisener weiß: „Das Ziel ist noch nicht erreicht. Aber jetzt will ich mehr. Ich will den Titel.“ Am Sonntag oder Montag geht es nach Saudi-Arabien. Wie hoch die Kampfbörse ist, dürfe er nicht verraten, sagt Zachenhuber, der auf die große Unterstützung seiner „Matadors“ verzichten muss. „Ich hoffe, dass man mir in der Heimat die Daumen hält“, sagt er und verspricht lachend: „Ich als Bayer werde meinem Gegner zeigen, wo der Bartl den Most holt. Und ich hoffe, dass ich den WM-Gürtel nach Erding bringen kann.“