Wahlergebnis Sachsen-Anhalt: Karte, Sitzverteilung, Mehrheiten und Wählerwanderung

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Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist entschieden. Die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit aber verpasst. Die CDU mit Ministerpräsident Sven Schulze kommt mit herben Verlusten auf Platz zwei. Das erste Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs könnte mit der AfD eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei in einem Bundesland an die Macht gelangen.

Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erreichte 43,8 Prozent der Stimmen vor den Christdemokraten von Ministerpräsident Sven Schulze mit 17,2 Prozent. Auch die SPD mit 9,3 Prozent, die Grünen mit 8,9 Prozent, die Linke mit 8,6 Prozent und das BSW mit 5,3 Prozent zogen in den Magdeburger Landtag ein, während die FDP mit 2,6 Prozent aus dem Landesparlament ausschied.

Auf unserer interaktiven Wahlkarte finden Sie alle Ergebnisse aller Parteien in allen Wahlkreisen. Die Farbe der Wahlgebiete zeigt an, welche Partei dort vorn liegt. Voreingestellt ist die Zweitstimme, die darüber entscheidet, nach welchem Verhältnis die Parteien in den Landtag in Magdeburg einziehen. Sie können auch auf die Erststimme umschalten, die anzeigt welche Personen als Direktkandidierende den Wahlkreis für Ihre Partei geholt haben.

Der Mehrheiten-Check zeigt die Sitzverhältnisse im neuen Landtag in Magdeburg . Die AfD könnte nur als Minderheitsregierung allein regieren – möglicherweise unter Duldung des BSW. Das einzige Bündnis, das rein rechnerisch ohne die AfD eine Mehrheit hätte, wäre ein Zusammenschluss aller übrigen Parteien. Eine Kooperation zwischen fünf Partnern wäre aber äußerst ungewöhnlich, sehr kompliziert und kaum vorstellbar.  So pflegt die CDU bislang nicht nur eine Brandmauer zur AfD, sondern auch zur Linken. Und das BSW hat signalisiert, nicht mir der CDU zusammenarbeiten zu wollen.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: So geht es weiter

Wer auch immer Sachsen-Anhalt in Zukunft regiert: Für den neuen Landtag gibt es klare Fristen. Die erste Sitzung des neuen Parlaments muss spätestens am 30. Tag nach dem Wahltag stattfinden. Der 6. Oktober wäre damit der letztmögliche Termin. 

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Zunächst wird ein Landtagspräsident oder eine -präsidentin gewählt. Die stärkste Fraktion hat das Vorschlagsrecht. Scheitert der Kandidat im ersten Anlauf, können auch alle anderen Fraktionen Bewerber ins Rennen schicken. Das regelt eine noch im April von CDU, SPD, FDP, Linkspartei und Grünen beschlossene Parlamentsreform, mit der verhindert werden soll, dass die AfD den Landtagspräsidenten stellt.

Bei der Wahl des Ministerpräsidenten gibt es dagegen keinen Zeitdruck. Nach einer bereits 2020 beschlossenen Parlamentsreform wurde die bis dahin geltende Frist von zwei Wochen für die Wahl des Ministerpräsidenten gekippt. Die Landesverfassung schreibt nun lediglich vor, dass der Landtag den Ministerpräsidenten ohne Aussprache in geheimer Abstimmung wählt.

Hintergründe zur Wahl in Sachsen-Anhalt – für Sie recherchiert

Im ersten Wahlgang sind dafür die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Landtags nötig. Erhält niemand auf Anhieb diese Mehrheit, wird innerhalb von sieben Tagen noch einmal abgestimmt. Kommt im zweiten Wahlgang wieder keine Mehrheit der Mitglieder zustande, muss  der Landtag innerhalb von weiteren 14 Tagen zunächst über seine eigene Auflösung entscheiden. Lehnt der Landtag dies ab, findet unverzüglich ein weiterer Wahlgang statt. Gewählt ist dann, wer die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält.

Von André Pätzold, Jeremias Volker, Sebastian Vollnhals und Sebastian Lammers. Weitere Anwendungen des Teams finden Sie auf der Interaktiv-Übersichtsseite.

anp