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Tausende leere Quadratmeter stehen am Leopoldplatz in Berlin-Wedding ungenutzt herum. Doch für das alte Karstadt-Gebäude an der Müllerstraße 25 zeichnet sich nach zwei Jahren Planungsstillstand eine Perspektive ab. Die nach der Signa-Pleite als alleinige Eigentümerin zurückgebliebene Versicherungskammer Bayern (VKB) hat die Umbaupläne wieder aufgenommen und die Ergebnisse am Donnerstagabend präsentiert. Im Erdgeschoss des weitgehend leerstehenden Hauses wurde deutlich: Die Pläne sind ein wenig zusammengeschrumpft.

Im Groben bleibt das Konzept, das bereits im Jahr 2023 vorgestellt worden war, bestehen. Das Haus bleibt erhalten und wird saniert. Doch die großen Aufstockungspläne mussten um die Hälfte eingestampft werden. Drei ganze Geschosse sollen nicht mehr gebaut werden. Somit reduziert sich die Neubaufläche von 26.270 auf 15.000 Quadratmeter. Daraus sollen dann letztlich 60 Wohneinheiten entstehen. Ursprünglich waren mal etwa 80 vorgesehen.
Karstadt Leopoldplatz: Signa-Pleite zwingt Projekt zur Neuausrichtung

Das Karstadt-Gebäude am Leopoldplatz soll frisch saniert ein Ort zum Arbeiten, Wohnen und Einkaufen werden.© Berliner Morgenpost | Julia Lehmann
Als man im vergangenen Jahr eine Machbarkeitsstudie durchführte, wurde klar, dass die Pläne überarbeitet werden müssen. „Der geplante Nutzungsmix lässt sich so nicht umsetzen“, sagte Markus Datzer von der Versicherungskammer Real Estate. Und dafür gibt es verschiedene Gründe: Die Nachfrage nach Büros, die ursprünglich mal den Großteil des Gebäudes nach Umbau ausmachen sollten, ist stark zurückgegangen. In Berlin stehen rund zwei Millionen Quadratmeter Bürofläche leer.
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Außerdem sei die Pleite des einstigen Partners Signa ein „Dilemma“ für die Versicherungskammer gewesen, so Datzer. Diese führte zu etwas, was die VKB als „Planungspause“ bezeichnete. Es herrschte Ungewissheit, ob und wie man das Projekt voranführen kann. Doch nun soll die konkrete Planung losgehen: „Das Haus soll das Zentrum beleben. Belebung durch Vielfalt“, so Datzer. Dahinter verbirgt sich wie ursprünglich geplant ein Nutzungsmix, wenn auch mit kleinen Anpassungen.
Karstadt: Büros, Gewerbe und soziale Angebote unter einem Dach
Das Erdgeschoss soll weiterhin dem Gewerbe zur Verfügung stehen. „Da sind sich alle einig“, so Datzer. Auch im Untergeschoss und ersten Obergeschoss soll es einen Mix aus Gastronomie, Gewerbe und Einzelhandel geben. Wer einziehen wird, konnte er am Donnerstag noch nicht sagen. Man suche derzeit auch noch nicht nach Mietern. Denn ein Start der Umbauarbeiten sei frühestens Anfang 2028 denkbar. Eine Fertigstellung frühestens im Jahr 2032. Zu früh also, um sich festzulegen. Man entscheide nach Nachfrage, wenn es so weit ist. In den Etagen zwei und drei finden Büros Platz.

Markus Datzer von Versicherungskammer Bayern Real Estate präsentiert in Berlin die Umbaupläne für das Karstadt-Gebäude an der Müllerstraße.© Berliner Morgenpost | Julia Lehmann
Die VKB möchte aber auch Handwerkern, Leichtindustrie, Forschungseinrichtungen und Laboren Arbeitsräume geben. Hilfreich ist dabei, dass diese Räume an eine Parketage angebunden sein werden. Wer im Haus arbeitet, findet also in eben jenem auch einen Parkplatz, so die Idee. Die weiteren Etagen darüber werden durch Wohnungen und weitere Büros belegt. Begrünte Terrassen sollen Orte der Zusammenkunft und Ruheoasen werden. Neu ist, dass im Innenhof ein Anbau entstehen soll, der soziale Angebote beherbergt. Dies könnte die Fläche sein, die der Bezirk Mitte durch einen Träger bespielt.
Bebauungsplan wird flexibler: Nutzung des Hauses leichter änderbar
Um das Haus in der Zukunft flexibel nutzbar zu halten, hat der Bezirk beschlossen, den Bebauungsplan weniger statisch zu gestalten. In Zukunft soll es so leichter sein, die festgeschriebene Nutzung für das Haus leichter zu ändern.
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Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) fand lobende Worte für die angepassten Pläne. „Die Phase der Unsicherheit ist vorbei“, so Gothe.