Ski alpin
In knapp drei Wochen fällt in Sölden der Startschuss für die neue Saison im alpinen Skiweltcup. Wenn das Wetter mitspielt, soll die WM-Saison am 24. und 25. Oktober (live in ORF1) traditionell mit Riesentorläufen für Damen und Herren eröffnet werden. Geht es nach den Verantwortlichen, soll das Programm auf dem Rettenbachferner aber schon ab der Saison 2027/28 erweitert werden: Die Ötztaler arbeiten nämlich daran, künftig zusätzlich zum Technik-Auftakt auch zwei Super-Gs auf dem Gletscher durchzuführen.
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„Wir möchten das, und auch der ÖSV will das“, erklärte Jakob „Jack“ Falkner im ORF-Gespräch. Der Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden gilt als Erfinder des Weltcup-Auftakts, der seit dem Jahr 2000 im Oktober auf dem Tiroler Gletscher ausgetragen wird. Geht es nach Falkner, sollen ab der nächsten Saison am ersten November-Wochenende die Speed-Asse mit zwei Super-Gs in den Winter starten.
Erste Gespräche über die ambitionierten Pläne gab es bereits unter dem mittlerweile abgewählten FIS-Präsidenten Johan Eliasch. Zuletzt war man bei der FIS-Tagung Ende September am Genfersee mit FIS-Geschäftsführer Urs Lehmann in Kontakt. „Eine Bestätigung der FIS steht noch aus. Aber es ist der Plan und der Wunsch von Sölden und des ÖSV, diese Rennen durchzuführen“, verriet Falkner. Beim Saisonauftakt in knapp drei Wochen soll es auch mit dem neuen FIS-Präsidenten Alexander Ospelt einen ersten Austausch über Falkners Visionen geben.
Waldner noch skeptisch
Herren-Renndirektor Markus Waldner äußerte sich am Montag im Rahmen der letzten Inspektion vor der offiziellen Schneekontrolle am 15. Oktober zurückhaltend zu Söldens Speed-Plänen. „Es ist jetzt nicht der selektivste Hang für einen Super-G. Es ist oben sehr flach für einen Super-G. Der Steilhang ist ganz interessant, aber nicht mit den Klassikern in Kitzbühel, Wengen, Gröden zu vergleichen. Man kann alles machen, aber von der Attraktivität ist es nicht das Gelbe vom Ei“, so Waldner im ORF-Gespräch.
Kritik, die Falkner nicht ganz nachvollziehen kann. „Laut den Fahrern, die regelmäßig dort trainieren, ist der Hang für einen Super-G attraktiv genug“, stellte der 70-Jährige klar.
Neben der Piste sieht Waldner besonders im ungünstigen Termin Anfang November die größte Herausforderung. „Das Risiko, im November auf dem Gletscher Speed-Events zu machen, ist groß. Das haben wir bei Zermatt gesehen“, spricht Waldner die dort abgesagten Speed-Rennen an. In den Jahren 2022 und 2023 hätten im November auf dem Gletscher in Zermatt/Cervinia je zwei Abfahrten für Frauen und Männer stattfinden sollen, fielen aber der Witterung zum Opfer. Ab 2028 soll Zermatt wieder in den Weltcup-Kalender zurückkehren, dann allerdings mit Rennen im März.
„Haben hier ein super Produkt“
Damen-Renndirektor Peter Gerdol sieht den Vorstoß aus Sölden grundsätzlich positiv, auch wenn die Details erst geklärt werden müssen. „Es sind gute, interessante Pläne. Aber wir müssen erst technisch prüfen, was auf diesem Hang überhaupt möglich ist. Alles ist nicht möglich, das haben wir schon einmal gesagt“, so der Italiener.
Was auf dem Rettenbachferner möglich ist, soll in Gesprächen aller Beteiligten ausgelotet werden. Danach sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. „Wir haben hier ein super Produkt. Wir müssen dieses Produkt behalten und weiterentwickeln“, blickte Gerdol nach vorne.