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Die Beach Boys sind seit zwei Monaten nicht mehr auf der Bühne gestanden, damit Frontmann Mike Love sich „erholen“ kann. Unspezifische Gesundheitsprobleme hatten die Band gezwungen, mehr als 30 Dates ihrer Tour zum 60. Jubiläum von „Pet Sounds“ zu verschieben. Eigentlich sollte die Gruppe am 24. September in der Big E Arena in West Springfield, Massachusetts, zurückkehren – danach standen Quakertown, Pennsylvania, am 25. September und zwei Shows in North Myrtle Beach, South Carolina, am 27. September im Kalender.
Nur einen Tag vor dem geplanten Neustart wurden alle vier Shows kommentarlos abgesagt. Das Univest Performance Center in Quakertown teilte mit, die Absage sei auf „Umstände außerhalb [unserer] Kontrolle“ zurückzuführen. Das Alabama Theater in North Myrtle Beach verwendete exakt dieselbe Formulierung.
Derzeit sollen die Beach Boys am 9. Oktober in der Grossinger Motors Arena in Bloomington, Illinois, wieder auf die Bühne gehen. Eine Anfrage an den Sprecher der Band blieb zunächst unbeantwortet.
Loves Zustand alarmiert Fans
Die Beach Boys haben in diesem Jahr bereits über 40 Shows auf ihrer Tour zum 60. Jubiläum von „Pet Sounds“ gespielt. Doch Loves ausgemergeltes Erscheinungsbild und seine geschwächte Stimme beunruhigten die Fans. Anfang Juni wurde eine Reihe von Shows verschoben, weil Love an einer nicht näher bezeichneten Krankheit litt. (Langjähriges Mitglied Bruce Johnston hatte die Gruppe bereits früh im Jahr verlassen.)
„Love wirkte fahl und geschwächt; die Beine steif, die Arme starr an der Seite. Als er den Mund aufmachte, um zu singen, war sein einst volltönender Tenor auf ein Flüstern reduziert – gequetscht, seltsam, kaum vorhanden, zermürbt von den schwer lastenden Jahrzehnten“, schrieb Luke Winkie in „Slate“ über einen Auftritt vom 30. Mai in New Brunswick, New Jersey. „Mein Freund warf mir einen aschfahlen Blick zu – denselben, den ich noch von der verhängnisvollen Eröffnungsrunde des Biden-Debakels kenne.“
Die Tour nahm am 14. Juni in Chelsea, England, wieder Fahrt auf und lief bis zu einem Gig am 18. Juli in Valdosta, Georgia – darunter drei Abende in der Hollywood Bowl –, obwohl Love stimmlich nach wie vor zu kämpfen hatte. Ende Juli zog die Band dann die Reißleine und strich 30 bereits gebuchte Shows bis Ende September. „Wir hatten da draußen eine Menge Spaß, und um die guten Schwingungen aufrechtzuerhalten, gönnen wir uns eine kurze Pause zum Auftanken, bevor wir im September wieder auf Tour gehen“, erklärte Love in einem Statement. „Danke für eure Zuneigung – wir können es kaum erwarten, euch im September wiederzusehen.“
Magerer Tourneeplan bis Jahresende
Anders als der straffe Tourenrhythmus, den die Beach Boys in den vergangenen sechs Jahrzehnten gepflegt haben, war der Plan für den Rest des Jahres ausgesprochen überschaubar. Zwischen dem 24. und 27. September standen vier Shows im Kalender – darunter zwei separate Auftritte im Alabama Theater –, dazu lediglich vier Konzerte im Oktober und zwei im November.
Al Jardine unterdessen tourt weiterhin mit erfahrenen Musikern aus Brian Wilsons ehemaliger Live-Band, die er Pet Sounds Band getauft hat. Im Gegensatz zu dem auf die großen Hits ausgerichteten Programm, das Love bevorzugt, gräbt Jardine tiefer im Katalog – mit besonderem Augenmerk auf dem eigenwilligen 1977er-Album „The Beach Boys Love You“.