Stand: 06.08.2026, 18:30 Uhr
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130 Milliarden Euro Zuschüsse für die Rentenkassen, dazu ein Bürgergeldreförmchen – das sei wirklich kein „Kahlschlag“, betont Kolumnist Sigmund Gottlieb.
Der renommierte Journalist und langjährige Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, kommentiert für den Münchner Merkur von Ippen.Media mit scharfem Blick wöchentlich in seiner Kolumne „Gottlieb direkt“ aktuelle Themen. Diese Woche ärgert er sich über Warnungen vor „sozialem Kahlschlag“.

Deutschland ist vom sozialen Kahlschlag bedroht. Diese Lüge hält sich seit Jahrzehnten und wird immer lauter. Wenn es nach der SPD, den Linken und den Grünen geht, betreibt Deutschland Sozialabbau. In das gleiche Horn stoßen Gewerkschaften wie NGOs. Das ist verantwortungslos. Deutschland lässt sich seinen Sozialstaat 1.400 Milliarden Euro kosten. Davon fast 130 Milliarden an Zuschüssen für die Rentenkassen.
Rente, Bürgergeld – von sozialem Kahlschlag zu sprechen, ist Volksverdummung
Angesichts dieser Summen von sozialem Kahlschlag zu sprechen, ist Volksverdummung. Deutschland verfügt über den freigiebigsten Sozialstaat der Welt. An seinem Tisch haben inzwischen Hunderttausende Platz genommen, die da nicht sitzen dürften.
Es geht nicht um sozialen Kahlschlag, sondern um überfällige Sozialreformen, die diesen Namen auch wirklich verdienen. Die Rentenreform könnte ein Anfang sein, wenn sie nicht wieder zerredet wird. Im Moment sieht es leider sehr danach aus. Und die Reform des Bürgergeldes? Zum Lachen, ein Symbol, ein Reförmchen.
► Sigmund Gottlieb ist einer der renommiertesten und erfahrensten Journalisten Deutschlands. Er war von 1995 bis 2017 Chefredakteur und von 2001 bis 2014 dazu stellvertretender Fernsehdirektor beim Bayerischen Rundfunk.
► Gottlieb moderierte die „Münchner Runde“ sowie aktuelle Brennpunkt-Sendungen im Ersten und war einer der präsentesten Kommentatoren in den „Tagesthemen“ der ARD.
► Für seine Arbeit erhielt Gottlieb mehrere Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis für die Berichterstattung über den Kosovo-Krieg. Seit 2005 ist er Honorarprofessor für Journalismus an der Hochschule Amberg.
Auch wenn das SPD-Duo auf Abruf, Bas und Klingbeil, immer noch der lächerlichen Illusion anhängt, sie könnten mit ein paar erbärmlichen Klassenkampf-Parolen beim Wähler Eindruck machen – so sind die Leute doch schon viel weiter: Sie haben die Lüge vom sozialen Kahlschlag längst durchschaut.
Die Bürger wissen nämlich, dass der große soziale Kahlschlag erst noch bevorsteht. Dann nämlich, wenn unsere Wirtschaft nicht schnellstens auf die Beine kommt, fällt der größte Sozialstaat der Welt in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Die Linken in Regierung und Opposition können sich dann als seine Totengräber feiern lassen. (Sigmund Gottlieb)