Spieler des Wochenendes: Körner trägt zwei Sportarten im Herzen

Stand: 21.09.2026, 13:45 Uhr

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Tim Körner gegen Elmehdi Faouzi

Dichtgemacht: Tim Körner (l.) gewinnt den Zweikampf gegen Elmehdi Faouzi. © Blömer

Einerseits überzeugt Tim Körner bei Scheeßels Fußballern auf seiner neuen Position, andererseits treibt er seine junge Triathlon-Karriere voran.

Scheeßel – Bis vor wenigen Wochen lautete die Hauptaufgabe von Tim Körner noch: Tore schießen. Seit dem Kreisliga-Spiel bei seinem Ex-Club Rotenburger SV II agiert der gelernte Offensivmann des SV Rot-Weiß Scheeßel jedoch als Rechtsverteidiger und unterbindet in allererster Linie die gegnerischen Angriffe. Gegen den SV Horstedt ist dem 21-Jährigen dies gut gelungen. Nach einem frühen 0:2-Rückstand hielt er den Laden mit seinen Teamkollegen hinten dicht und verhalf den Gästen damit zum nächsten Punktgewinn. Der Fußball ist jedoch nicht die einzige Sportart, die er in seinem Herzen trägt.

Hinter Körner liegen bereits das eine oder andere Hoch und Tief. Seine Karriere begann der Lauenbrücker bei der JSG Fintau. In der U 17 und U 18 lief er für den JFV A/O/B/H/H in der Landesliga auf, ehe es ihn zum Rotenburger SV zog. Dort fand er sich auch aufgrund einer mehrmonatigen Transfersperre nicht zurecht und kam für die U 19 und U 23 nur auf eine Handvoll Einsätze. „Als Scheeßel aufgestiegen ist, war es daher verlockend, dahinzuwechseln“, sagt Körner. Kleinere Verletzungen und die geringe Spielzeit der Vorjahre verhinderten jedoch, dass er wieder in Tritt kam. Der Rechtsfuß nahm den Umweg über die zweite Mannschaft. Als sein dortiger Coach Benjamin Hensel das Traineramt bei der Ersten übernahm, rückte er mit ihm hoch. Vergangene Saison kam Körner auf 18 Einsätze und pendelte dabei zwischen Bank und Startelf.

Mir fällt es noch schwer, nicht bei jedem Angriff mit nach vorn zu gehen.

Inzwischen hat er seinen Stammplatz gefunden. Seit seiner Umformung vom Flügelspieler respektive Stürmer zum rechten Verteidiger verpasste der angehende Tischler keine einzige Minute mehr. „Ich fühle mich schon sehr wohl, auch wenn es mir noch schwerfällt, nicht bei jedem Angriff mit nach vorn zu gehen“, gesteht Körner. Gerade die absichernde Rolle bei Standards sei für ihn noch ungewohnt. Sein neuer Coach zieht derweil ein positives Zwischenfazit. „Tim wird immer sicherer und griffiger“, lobt David Becht. „Er muss noch ein paar Kleinigkeiten automatisieren, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Er hat alle Anlagen, um dort in Zukunft gut aufzuspielen.“ Dabei denkt der Trainer an Körners „robuste Statur“, die Schnelligkeit sowie die Zweikampfführung. Weil er über Jahre in der Spitze oder auf dem Flügel gespielt hat, „hat er natürlich auch einen gewohnten Gang nach vorn“.

Seine läuferische Qualität kommt Körner auch bei seiner zweiten Leidenschaft, dem Triathlon, zugute. Sein Vater Andreas war selbst Triathlet und führte ihn an den Sport heran. „Er hat häufig die olympische Distanz in Fintel und Hamburg gemacht und es gibt einige Bilder, auf denen ich mit ihm gemeinsam ins Ziel laufe“, erzählt Tim Körner. „Das hat mich motiviert, selbst auch in die Richtung zu gehen.“ Im Alter von zehn, elf Jahren nahm er in Fintel am Swim&Run teil und gewann direkt auf Anhieb. Dennoch wandte er sich der Sportart zunächst wieder ab und nahm erst 2025 einen zweiten Anlauf. An derselben Stelle absolvierte er die kurze Triathlon-Distanz. „Dieses Jahr habe ich wieder teilgenommen und wollte die Zeit von meinem Vater knacken“, erklärt der 21-Jährige. Doch an die 1:03:07 Stunden aus dem Jahr 2012 kam er nur heran, aber nicht vorbei. 1:05:36 Stunden leuchteten bei Körner Junior auf.

Vollgepackte Trainingswochen

Blut geleckt hat er trotzdem. „Ich möchte beim TV Scheeßel dem Triathlon-Team beitreten und mehr in diese Schiene rein“, verrät der Lauenbrücker. Neben der olympischen Distanz peilt er auch eine Marathon-Teilnahme an. Am Trainingsumfang dürften diese Pläne nicht scheitern. Vor seinem Start in Fintel standen für ihn jeden Tag eine oder gar zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Dazu gehörten Fußballtraining, ein Spiel, Fitnessstudio sowie Lauf-, Rad- und Schwimmrunden. Aktuell sind auch mal ein oder zwei freie Tage dabei. Im neuen Jahr wird das Programm wieder hochgefahren.