SSC Vellmar gewinnt vier von vier Spielen und führt die Regionalliga an

Stand: 22.10.2026, 08:00 Uhr

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SSC Vellmar - TV Walpershofen5 Markus Ludwig, 7 Timo Breithaupt, 33 Quirin Peiffer, 3 Theo Martin, 2 Ole Jansen,18 Mika ZimoloVolleyball-Regionalliga 2026/202703.10.2026Foto: Andreas Fischer

In bestechender Form: Volleyball-Regionalligist SSC Vellmar mit (von links) Markus Ludwig, Timo Breithaupt, Quirin Peiffer, Theo Martin, Mika Zimolo und Ole Jansen. © Fischer, Andreas/Andreas Fischer

Die Volleyballer des SSC Vellmar starteten mit einem konservativen Saisonziel – und stehen nun an der Tabellenspitze. Am Samstag wartet das Hessenderby gegen Aufsteiger TV Biedenkopf.

Vellmar – Vier Spiele, vier Siege, elf von zwölf Punkten – die Volleyballer des SSC Vellmar sind perfekt in die neue Saison der Regionalliga Südwest gestartet und thronen an der Tabellenspitze. Am Samstag ab 19 Uhr kommt es nun in der heimischen Großsporthalle seit Langem mal wieder zum Hessenderby gegen den Oberliga-Aufsteiger TV Biedenkopf. Wir beleuchten fünf Gründe, warum es derzeit so gut läuft.

1. Nach der Saisonvorbereitung wurde tief gestapelt: Nein, es lief zunächst nicht wirklich nach Plan. In den zehn Wochen vor dem ersten Pflichtspiel fehlten aufgrund von Urlauben meist Teile der Mannschaft, zudem war die Halle nicht immer offen. Positiv gestaltete sich hingegen ein Mini-Trainingslager in Baunatal, das der Physiotherapeut der Regionalliga-Handballer des TSV Vellmar mit den Volleyballern abhielt. „Das hat richtig Spaß gemacht. Danach waren alle topfit“, sagt Zuspieler und neben Marcus Krössin gleichberechtigter Trainer Timo Breithaupt. Trotzdem sprach man am Ende der Vorbereitung in Vellmar nicht vom Titelrennen, sondern vom Abstiegskampf.

2. Die Einstellung wurde neu definiert: Neben dem geringeren Druck eines konservativeren Saisonziels hat sich vor allem Quirin Peiffer dafür stark gemacht, eine andere Sicht auf die Dinge in den Fokus zu nehmen. „Was wir in den vergangenen Jahren fast nie geschafft haben, wollten wir nun endlich mal angehen. Und zwar jüngere Spieler so integrieren, dass sie auch größere Spielanteile bekommen“, erklärt Breithaupt. Also vermied man, ein klares Ziel auszugeben, und sich stattdessen auf die Art und Weise der einzelnen Spiele zu konzentrieren. Das führte dazu, dass man entspannter und befreiter aufspielen konnte – ohne den ganz großen Rucksack tragen zu müssen.

3. Die ersten Spiele liefen erfolgreicher als erwartet: Mit vier Siegen konnte wirklich keiner rechnen, denn das Auftaktprogramm der Vellmarer war durchaus ambitioniert. In Wiesbach hatte man beim letztjährigen Tabellenzweiten nur im zweiten Satz Probleme. Bei der SSG Langen, die zuletzt von der 2. Liga bis in die Regionalliga durchgereicht wurde, stand am Ende ein klarer 3:0-Erfolg. Dann kam Walpershofen, der selbsternannte und willige Aufstiegskandidat. 2:0, 2:2 und schließlich 3:2 im Tiebreak. Vor dem vergangenen Wochenende hatte Mainz-Gonsenheim alle seine vorherigen Partien mit 3:2 gewonnen – und scheiterte in der Großsporthalle glatt mit 0:3.

4. Die personelle Situation passt: Trainer Marcus Krössin hat erneut ein glückliches Händchen bewiesen und an den richtigen Stellschrauben gedreht. Vor allem scheinen aber auch die Spieler selbst fast ausnahmslos richtige Entscheidungen zu treffen. So übernimmt Peiffer als Punktballschläger immer mehr Verantwortung, zudem verfügt der SSC in Mika Zimolo und Karim Goldmann über die beste Mittelblock-Position der Liga. Auch Abdifatah Yuusuf macht die nächsten Schritte. Neben ihm rücken jüngere Akteure wie Ole Jansen, Christian Siebert und Theo Martin nach, die vermehrt Einsatzzeiten bekommen. Neues gibt es auch auf der Liberoposition. Alexander Suchfort wird von Markus Ludwig unterstützt, der vom Angriff in die Abwehr wechselte und dieser weitere Stärke und Stabilität verleiht.

5. Die Stimmung in der Großsporthalle trägt das Team: Oft sind 150 Zuschauer und mehr bei den Spielen auf der Tribüne. Sollte die zweite Mannschaft, die gerade in die Oberliga aufgestiegen ist, bereits zuvor im Einsatz sein, ist für die dort anwesenden Zuschauer nicht nur der Eintritt für das anschließende Regionalligaspiel frei. Es bleiben dann auch eine ganze Reihe Besucher zusätzlich, um die Vellmarer anzufeuern. „Wir verbinden Volleyball mit Spektakel und Musik. In dieser Form ist das fast einmalig in der Liga“, sagt Breithaupt. Sein Vater und auch der von Zimolo sorgen außerdem an den Trommeln für schlagkräftige Unterstützung.