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St. Wendel Von den Comedian Harmonists bis zu Miley Cyrus – 250 Gäste beim Picknick-Konzert
Jazz, Schlager, Neue Deutsche Welle und Rock: In Gronig klang alles an. Die Trachtenkapelle Gronig nahm ihr Publikum mit auf eine Reise durch Jahrzehnte der Musikgeschichte.
21.08.2026 , 14:00 Uhr
Das Picknick-Konzert der Trachtenkapelle vor dem Dorfgemeinschaftshaus Gronig besuchten 250 Menschen.
Foto: Jennifer Fell
Das 8. Picknick-Konzert der Trachtenkapelle des Musikvereins Harmonie Gronig unter der Leitung von Gernot Wirbel lockte am Freitag, 14. August, 250 Besucherinnen und Besucher auf den Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Bequem sitzend und mit allerlei mitgebrachten Speisen und Getränken ausgestattet gingen sie mit dem als Trachtenkapelle bekannten Orchester auf eine fulminante musikalische Reise durch verschiedene Musikstile – vom Schlager über Jazz, Rock und Pop bis zur zünftigen Blasmusik.
Mit Picknicktischen und -stühlen und Kühlboxen, gefüllt mit Bier, Wein und Mineralwasser, Nudelsalat, Wurst und Käse, hatten es sich die Zuhörerinnen und Zuhörer am Freitagabend bei immer noch warmen Temperaturen vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Gronig gemütlich gemacht. Zu zweit, zu viert oder aber an langen Tafeln in einer größeren Gruppe lauschten sie den Klängen der Trachtenkapelle des Musikvereins Harmonie Gronig. Ganz in Schwarz gekleidet saßen die Musiker auf der eigens aufgestellten Bühne und brachten ihrem begeisterten Publikum unter der Leitung ihres langjährigen Dirigenten Wirbel zunächst Schlager und Swing, Klassiker der Comedian Harmonists, Titel von Max Raabe oder auch Nina Hagens „Du hast den Farbfilm vergessen“ zu Gehör.
Nach einer Pause, in der die Gemeinde Oberthal aus den Händen von Thomas Kronenberger, Vizepräsident des Bundesmusikverbandes Chor & Orchester, die Auszeichnung „Landmusikort des Jahres 2026“ erhielt (wir berichteten), erschienen die Musikerinnen und Musiker und Dirigent Wirbel, der selbst des Öfteren zum Saxofon griff, in farbigen Blusen und Hemden. Und auch das Programm des Orchesters, das auf Holz- und Blechblasinstrumente sowie auf Percussion setzt, wurde bunter. Die Trachtenkapelle des 1924 gegründeten Musikvereins überzeugte das Publikum mit einem Stilmix. Die Beatles waren mit ihren Hits „Michelle“ und „Ob-la-di, ob-la-da“ ebenso vertreten wie Queen mit „We are the champions“ und „We will rock you“.
Am späten Abend wurde es beim Picknick-Konzert so richtig stimmungsvoll und gemütlich.
Foto: Jennifer Fell
Auf einen Fusion-Jazz-Part mit Werken von Joe Zawinul, etwa „Birdland“, das nach dem berühmten New Yorker Jazzclub benannt ist, dessen Name wiederum eine Hommage an den Jazz-Saxofonisten Charlie „Bird“ Parker darstellt. In die 1980er-Jahre entführte man mit Neue-Deutsche-Welle-Hits wie Ideals „Monotonie“ und einem Medley aus Peter Schillings mittlerweile zur Stadionhymne avanciertem Titel „Major Tom“, „Sternenhimmel“ von Hubert Kah und Extrabreits „Flieger, grüß’ mir die Sonne“. Aber auch internationale Hits der gleichen Ära, beispielsweise „Take on me“ der norwegischen Band A-ha oder Kate Bushs „Babooshka“ wurden intoniert. Einen großen Zeitsprung machte man zu Miley Cyrus’ „Midnight sky“, das allerdings zu fortgeschrittener Stunde durchaus passend war. Es unterstrich den Open-Air-Charakter des traditionell am 14. August veranstalteten Events. Mit „Schrei nach Liebe“ von der Berliner Band Die Ärzte spielte man überdies einen Song, der zwar schon mehr als 30 Jahre alt ist, aber nichts an Aktualität eingebüßt hat, richtet er sich doch gegen Rechtsextremismus.
Bei all diesen Musikstücken sang und klatschte das Publikum eifrig mit, brachte Handy-Taschenlampen und Akku-Leuchten zum Einsatz. So verwunderte es wenig, dass die Besucherinnen und Besucher des Gratiskonzerts, bei dem aber Spenden zugunsten der vereinsinternen Jugendarbeit sehr gern gesehen waren, nach den letzten Takten mit stehenden Ovationen reagierten und lautstark eine Zugabe verlangten, die ihnen auch in Gestalt eines Blasmusik-Medleys und von Louis Armstrongs „What a wonderful world“ gewährt wurde.
Im Gespräch mit der SZ verriet Michaela Peter-Kutscher, die dem dreiköpfigen Präsidium des Musikvereins Harmonie Gronig angehört, dass die Trachtenkapelle des 102 Jahre alten Vereins zurzeit über etwa 25 aktive Mitglieder verfüge, im Alter von 16 bis 75 Jahren. In Sachen Nachwuchstalente starte man mit musikalischer Früherziehung, auf die die Blockflötengruppe und anschließend das Erlernen eines vereinstypischen Instruments folgten. Als lebendiger Verein, der alljährlich im ersten Quartal zwei Konzerttage, an Pfingstsonntag ein Gartenlaubenfest und am 14. August ein Picknick-Konzert ausrichte, freue man sich nicht nur über Nachwuchsmusiker und -musikerinnen, sondern auch musikalische Wiedereinsteiger seien herzlich und jederzeit willkommen.
Dirigent Wirbel, der vielen als Leiter der Kreismusikschule bekannt sein dürfte, fügte hinzu, dass man wöchentlich probe und auch häufig Gastspiele bei Veranstaltungen anderer Vereine gebe. Auf Events wie das Picknick-Konzert, bei denen man ein besonderes Repertoire präsentiere, bereite man sich eigens vor. (skm/brn)
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und selbst musizieren möchte, kann sich auf der Webseite des Vereins informieren: www.trachtenkapellegronig.de. Dort findet sich darüber hinaus ein Kontaktformular sowie eine Beitrittserklärung.