Stand: 21.08.2026, 14:00 Uhr
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Trainer Marco Stiepermann steht mit dem Regionalligisten SV Westfalia Rhynern am Sonntag im DFB-Pokal dem Zweitligisten SG Dynamo Dresden gegenüber. 2019 besiegte er mit Norwich City das Starensemble von Manchester City mit 3:2.
Hamm – Es ist ein Tag, den Marco Stiepermann wohl nie mehr vergessen wird. An diesem 14. September 2019 traf der damals 28 Jahre alte Offensivspieler mit Aufsteiger Norwich City in der englischen Premier League zuhause auf Manchester City. Die Skyblues hatten mit Trainer Pep Guardiola in der Vorsaison das nationale Triple – bestehend aus Meisterschaft, nationalem Pokal und Ligapokal – gewonnen und waren zu dieser Zeit im Weltfußball das Maß aller Dinge. Trotzdem setzten sich Stiepermann und Co. gegen den großen Favoriten mit 3:2 durch. „Das war eines von vielen Beispielen, die gezeigt haben, was im Fußball alles möglich ist“, sagt Stiepermann, der seit dieser Saison den Fußball-Regionalligisten SV Westfalia Rhynern trainiert und mit seiner Mannschaft am Sonntag (15.30 Uhr) im Münsteraner LVM-Preußenstadion in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals als krasser Außenseiter auf den Zweitligisten SG Dynamo Dresden trifft.
Vor DFB-Pokalspiel gegen Dresden: Westfalia-Trainer Stiepermann erinnert sich an City-Coup zurück
Einen ähnlichen Coup wie vor fast sieben Jahren im Trikot von Norwich City würde Stiepermann, mittlerweile 35 Jahre alt, nur zu gerne auch mit seiner Westfalia erleben, weiß aber, wie lang der Weg dorthin ist und dass in diesem Duell mit den Sachsen Außergewöhnliches passieren muss. „Realistisch betrachtet gewinnt man als Regionalligist gegen einen Zweitligisten eins von sieben oder acht Spielen. Und dann muss bei der einen Mannschaft alles passen, und der Gegner muss sehr fehlerhaft agieren“, sagt er und macht mit einem Satz die Bedeutung eines möglichen Sieges seiner Mannschaft klar: „Das ist für meine Spieler die Chance ihres Lebens.“

Bis 15.30 Uhr, so betont es der Ex-Profi, sollen sich seine Schützlinge an dem Drumherum um diese Partie erfeuen. Um 15.30 Uhr soll es dann aber vorbei sein mit Genießen. „Dann sollen die Jungs alles ausschalten, auch die für sie ungewohnt große Kulisse. Dann sollen sie auf dem Platz arbeiten“, fordert er und will ihnen dabei mit seiner Erfahrung aus seiner langjährigen Profizeit helfen, zumal die Rhyneraner kaum ihr Spiel durchziehen können, das sie im bisherigen Saisonverlauf so stark gemacht und nach zwei Siegen sowie einem Remis auf Platz zwei der Regionalliga geführt hat. „Dresden unter seinem neuen Trainer Thomas Stamm spielt einen Fußball mit viel Ballbesitz. Das ist eine Mannschaft, die das Spiel dominieren will“, erklärt Rhynerns Trainer, der daher erwartet, dass die Gäste sein Team früh anlaufen und von Beginn an enorm unter Druck setzen werden: „Für uns heißt es dann, möglichst fehlerfrei zu agieren und die wenigen Chancen, die wir nach vorne bekommen, zu nutzen.“
Rhynern glaubt an den „Riesencoup“ gegen Dynamo Dresden
Und auch wenn nach dem guten Start die Erwartungen im Umfeld gestiegen sind, und der eine oder andere nach dem 2:2 gegen den SC Wiedenbrück enttäuscht war: Stiepermann blickt der Partie gegen den Zweitligisten voller Demut entgegen, will sich überhaupt nicht unter Druck setzen lassen. „Natürlich kann man so ein Spiel auch mal 0:4 oder 0:5 verlieren. Aber wir haben da die totale Lockerheit, wir wollen mit einer gewissen Leichtigkeit in diese Partie gehen. Das ist ein ganz besonderer Tag für die Truppe und den gesamten Verein – egal, wie das Spiel ausgeht“. Der Trainer kann dabei nicht verheimlichen, dass er insgeheim doch darauf hofft, für eine ähnliche Überraschung zu sorgen wie damals mit Norwich City gegen das Starensemble von Manchester City mit Namen wie Ilkay Gündogan, Kevin De Bruyne, Rodri oder Bernardo Silva: „Wir wollen das Spiel nicht nur genießen, sondern alles dafür tun, dass uns dieser Riesencoup gelingt. Als Sportler geht man doch auf den Platz, um zu gewinnen.“