Stadtjubiläum: 80 Jahre Stadtrechte: Warum Frankreich für Sulzbach so wichtig war

Stadtjubiläum 80 Jahre Stadtrechte: Warum Frankreich für Sulzbach so wichtig war

Sulzbach · Ein 400.000-Euro-Scheck sorgte in der Sulzbacher Aula für Jubel. Innenminister Reinhold Jost versprach zudem 500.000 Euro für ein Feuerwehrgerätehaus. Doch beim Festakt ging es bald um mehr als Geld.

20.08.2026 , 08:00 Uhr

 Zum Festakt „80 Jahre Sulzbacher Stadtrechte“ kamen am vergangenen Dienstag 150 geladene Gäste in die Aula, das Veranstaltungszentrum der Stadt.

Zum Festakt „80 Jahre Sulzbacher Stadtrechte“ kamen am vergangenen Dienstag 150 geladene Gäste in die Aula, das Veranstaltungszentrum der Stadt.

Foto: Heiko Lehmann

Wie einen Siegerpokal und mit einem breiten Grinsen streckte Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam am Dienstagabend einen 400.000-Euro-Scheck von Innenminister Reinhold Jost in die Höhe. Etwa 150 geladene Gäste in der Sulzbacher Aula standen auf, applaudierten. Und hier und da waren auch ein paar Jubelrufe zu hören. Das lag auch daran, dass es nicht das einzige Geschenk war, das der saarländische Innenminister zum Festakt „80 Jahre Sulzbacher Stadtrechte“ mitbrachte.

Zwei Geldspritzen aus der Landeskasse

In seiner Rede versprach Jost weitere 500.000 Euro für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Altenwald. Die 400.000 Euro auf dem Scheck sind für die weitere Revitalisierung der Sulzbachtalstraße bestimmt. Geld spielte anschließend aber nur noch eine Nebenrolle.

 Diese Original-Urkunde über die Verleihung der Sulzbacher Stadtrechte liegt im Sulzbacher Rathaus.

Diese Original-Urkunde über die Verleihung der Sulzbacher Stadtrechte liegt im Sulzbacher Rathaus.

Foto: Heiko Lehmann

Auf den Tag genau 80 Jahre zuvor, am 18. August 1946, waren Sulzbach die Stadtrechte verliehen worden. Eigentlich sollte damals der 600. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung gefeiert werden. Übergangsbürgermeister Karl Bernard nutzte die Gelegenheit, um bei der französischen Militärregierung einen mehr als 30 Jahre alten Wunsch erneut vorzubringen.

Am 22. Juli wurde die Anfrage abgeschickt, keine vier Wochen später wurde Sulzbach zur Stadt. „Gemessen an den heutigen Verwaltungs- und Entscheidungswegen kam die Zusage bemerkenswert schnell“, sagte Adam und sorgte für die ersten Lacher des Abends.

Zweistündige Reise durch die Stadtgeschichte

Ernst, sachlich, aber auch humorvoll war die rund zweistündige Reise durch die Sulzbacher Geschichte. Stefanie Bungart-Wickert vom Kulturamt moderierte den Abend, das Harry Schmitt Trio sorgte unter anderem mit Liedern der Beatles für die Musik. Wolfgang Winckler sang eine Vertonung der „Romanze“ von Ludwig Harig. Und Kulturamtsleiterin Vienna Gebhardt trug Gedanken des kürzlich verstorbenen Ehrenbürgers Karl-Ludwig Jüngst vor.

Eine besondere Rolle spielte Frankreich. Schon 1946 waren die guten Beziehungen zur französischen Militärregierung wichtig für die Stadtwerdung. 80 Jahre später erinnerte Frankreichs Generalkonsul Jérôme Spinoza daran, dass Europa vor allem im Alltag gelebt werde. Städtepartnerschaften funktionierten durch Menschen, Vereine, Sport und Kultur. „Man arbeitet vor Ort an Europa“, sagte Spinoza.

Minister Jost erinnerte an seinen Großvater, der ohne seinen Wohnort zu wechseln im Laufe seines Lebens fünf verschiedene Nationalitäten besaß. „Europa ist nicht vom Himmel gefallen“, sagte der Innenminister.

Adam richtete den Blick auch nach vorne. Die Entwicklung der Sulzbachtalstraße werde die Stadt noch zehn Jahre und länger beschäftigen. Sulzbach müsse zudem grüner und widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels werden.

2046 ist der große runde Stadtgeburtstag

Zum Abschluss lud Adam bereits zum nächsten runden Geburtstag ein: 2046 wird Sulzbach 100 Jahre Stadt sein. Dass Jost vielleicht schon deutlich früher wieder zum Feiern kommen könnte, deutete sich beim gemütlichen Beisammensein an. „Den Jost müssen wir zu unserem nächsten Fest unbedingt auch einladen“, sagte Hubert Bouring, Bürgermeister von Sulzbachs französischer Partnergemeinde Rémelfing, und lachte. (ole/loz)