Stand: 17.09.2026, 20:00 Uhr
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Die Stadtwerke Dachau haben ihre Bilanz für das Jahr 2025 vorgelegt. Der Windpark an der Nordsee, an dem die Stadtwerke beteiligt sind, hat erneut an Wert verloren. Auch die Bäder sind Verlustbringer. Doch über die Zahlen fürs neue Hallenbad wurde nur nichtöffentlich gesprochen.
Dachau – Mit ihrer Beteiligung an der Trianel GmbH, einem in Aachen ansässigen Projektentwickler in Sachen erneuerbare Energie, Energiehandel und Energiebeschaffung, haben die Stadtwerke Dachau kein glückliches Händchen bewiesen. Gemeinsam mit 26 beziehungsweise 16 anderen kommunalen Energieversorgern sind die Dachauer Stadtwerke an den Trianel-Windparks Borkum I und Borkum II beteiligt. Der Anteil der Stadtwerke an Borkum I liegt bei 1,15 Prozent, an Borkum II bei 0,46 Prozent.
800.000 Euro Gewinn
Der Jahresabschluss 2025 endet für die Stadtwerke mit einem positiven Ergebnis von 801 000 Euro. Die Bilanzsumme stieg im vergangenen Jahr um rund 15 Millionen Euro auf 175 Millionen Euro. Mit Strom und Gas verdienten die Stadtwerke in Summe 6,3 Millionen Euro. Die Abwasserbeseitigung schloss mit einem Verlust von rund 1,9 Millionen Euro ab. Wasser und Wärme erwirtschafteten ein Minus von 340 000 Euro und 173 000 Euro. Der ÖPNV verbesserte sich deutlich: aus minus 2,28 Millionen Euro wurde ein Minus von nur noch 32 000 Euro. Dieses an sich positive Ergebnis ist laut Stadtwerke-Chef Haimerl jedoch „nicht nachhaltig“, da die Verbesserung „vor dem Hintergrund ausstehender Abrechnungen“ zu betrachten sei.
Wegen diverser Probleme wurden diese Beteiligungen vor zwei Jahren bereits deutlich „wertberichtigt“, wie es damals bei der Vorstellung des Jahresberichts hieß. Die handelsrechtliche Abwertung bei Borkum I betrug demnach 3,1 Millionen Euro, die von Borkum II 380.000 Euro.
Als Christian Seeberg, Wirtschaftsprüfer bei der Kanzlei Schneider und Partner, am vergangenen Dienstag dem Werkausschuss des Stadtrats den Jahresbericht der Stadtwerke für das Jahr 2025 vorlegte, hatte er erneut schlechte Nachrichten aus Borkum im Gepäck. Wegen „technischer Probleme“ seien weitere Abschreibungen in Höhe von 971.000 Euro nötig.
Stadtwerke-Chef Robert Haimerl erklärte das Nordsee-Problem so: Bei Borkum II sei der Hersteller der Windräder insolvent. Serienmäßig aufgetretene Schäden an den Windrädern führten daher zu erheblichen Belastungen für die Projektgesellschaft– und damit auch die Stadtwerke. Die wirtschaftlichen Erwartungen, die man an diese Beteiligung geknüpft habe, würden damit auch weiterhin „nicht erfüllt“, so Haimerl. Immerhin: Nach der nun zweiten Wertberichtigung – diesmal an den sogenannten Ausleihungen – bestehe für die Stadtwerke-Bilanz in den kommenden Jahren aber „eher weniger bis kein Risiko mehr“, dass noch mehr Dachauer Geld buchstäblich in der Nordsee versenkt wird.
Wobei die Wertberichtigung nicht bedeute, dass die Forderung endgültig verloren ist. „Sie trägt vielmehr der Einschätzung Rechnung, dass eine Rückzahlung in den kommenden Jahren derzeit nicht als wahrscheinlich gilt. Sollte sich die Situation verbessern, kann sich dies entsprechend auswirken“, so Haimerl. Hintergrund der jüngsten Abschreibung sei lediglich „das handelsrechtliche Vorsichtsprinzip“.
Trotz der schlechten Zahlen bei den Borkum-Beteiligungen schafften es die Stadtwerke laut Prüfer Seeberg dennoch, ihr Geschäftsjahr 2025 mit einem Plus von rund 801.000 Euro abzuschließen. Zum Vergleich: Das Ergebnis des Jahres 2024 war bei rund 4,6 Millionen Euro gelegen. Die Reaktionen der Stadträte in der Sitzung am Dienstag fielen entsprechend verhalten aus.
Als Gewinnbringer erwiesen sich im Jahr 2025 laut Prüfer Seeberg erneut die Sparten Strom und Gas. Der Geschäftszweig Strom erzielte 2025 ein Ergebnis von rund 3,7 Millionen Euro, Gas rund 2,6 Millionen Euro. Verlustbringer in der Bilanz – auch das ist nicht neu – waren die Bäder und der öffentliche Personennahverkehr.
So schloss der Verkehrsbetrieb das Jahr 2025 mit einem Minus von rund 32.000 Euro ab. Bei den Bädern erhöhte sich der Verlust von rund 2,1 Millionen Euro in 2024 auf rund 2,7 Millionen Euro. Auch die Sparten Wasser, Wärme, Parkhäuser und Infrastruktur wiesen negative Ergebnisse aus.
Mit in das Bäder-Ergebnis eingerechnet wurden zwischenzeitlich die Kosten für den Abbruch des alten Bads. Da der laufende Betrieb der Bäder defizitär ist – wie berichtet, wurden aus diesem Grund bereits die Ticketpreise erhöht – konnte laut Stadtwerken auch der „Hallenbadneubau nicht aus eigenen Umsatzerlösen finanziert werden. Die Investition erfordert daher zusätzliche Finanzierung und führt zu einer höheren finanziellen Belastung“, so die Stadtwerke.
Was der Hallenbadbau für die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Stadtwerke bedeutet, wurde im öffentlichen Teil der Sitzung übrigens nicht besprochen. Als es darum ging, bestimmten Personengruppen in den Dachauer Bädern künftig vergünstigte Eintrittspreise zu gewähren, warnten manche Stadträte aber vor allzu großzügigen Geschenken. Im nichtöffentlichen Teil, so Tobias Stephan (CSU), „sehen wir dann ja die Zahlen...“.