Sterile Tigermücken sind zu teuer, sagt Wien – und schaut sich nach Alternativen um

Insektenproblem

Sterile Tigermücken sind zu teuer, sagt Wien – und schaut sich nach Alternativen um

Wichtig sei, auch kleine Lacken trockenzulegen, appelliert die Stadt an die Bevölkerung

Nahaufnahme einer asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), die auf menschlicher Haut Blut saugt. Unscharfer Hintergrund mit dunklem Farbverlauf.
Klein und nervig: Die Tigermücke geht den Wienerinnen und Wienern auf den Geist.

In Teilen Wiens ist die asiatische Tigermücke bereits die vorherrschende Mückenart. Das sagt die Zoologin Karin Bakran-Lebl von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) zum ORF: "Inzwischen haben wir einzelne Standorte in Wien, wo die Tigermücke die häufigste Art in den Fängen drinnen ist."

Die invasive Art pflanzt sich trotz der extremen Dürre auch in der Bundeshauptstadt erfolgreich fort – vorrangig dank künstlicher Wasserquellen wie Blumentopfuntersetzer oder Regentonnen, wie die Expertin sagt.

KPÖ fordert Grazer Weg

Die Stadt Graz setzt im Rahmen eines Versuchs schon länger Millionen künstlich sterilisierter Tigermücken aus, die die Population dezimieren sollen. Die steirische Landeshauptstadt sieht das Projekt als erfolgreich. Parallel dazu wird aber auch über Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung versucht, Brutstätten trockenzulegen.

Die KPÖ Wien fordert die Wiener Stadtregierung auf, ebenso auf unfruchtbare Tigermücken zu setzen – das von der Parteikollegin Elke Kahr geführte Graz zeige ja, dass die Methode funktioniere.

ALT-Text: Ein transparenter Behälter mit zahlreichen Tigermücken, gehalten von einer Person. Der Behälter ist bei einem Pressegespräch in Graz am 18. Juni 2026 zu sehen, das die Freisetzung steriler männlicher Tigermücken thematisierte. Im Hintergrund ist grüne Wiese erkennbar.
In Graz werden Millionen unfruchtbarer Tigermücken ausgesetzt, um die Population zu verringern.

Aus dem Büro von Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) kommt dazu aber eine Absage: Wien sei für das besonders teure Sterilisationsprogramm einfach zu groß – und in der notwendigen Dimension darüber hinaus zu teuer. Zumal man nicht wisse, ob die Methode in Wien dann überhaupt funktioniere.

Internationale Suche

Dazu komme, dass die Mücken auch über verschiedene Verkehrswege eingeschleppt werden. "Das ist für Wien nicht geeignet", sagt ein Sprecher. Man schaue sich aber international um, welche Bekämpfungsmethoden erfolgreich sind.

Die wirkungsvollste Maßnahme sei es, Brutstätten zu reduzieren – daher ergehe der Appell an die Bevölkerung, auch kleine Wasserquellen trockenzulegen.

Geringe Infektionsgefahr

Die Gefahr, von der Tigermücke mit einer tropischen Krankheit angesteckt zu werden, ist übrigens gering. "Denn dazu müsste erst einmal der Erreger nach Wien kommen. Das kann durch Reiseverkehr passieren. Dann müsste eine von den Wiener Tigermücken diesen Reiserückkehrer stechen und dann noch einmal eine weitere Person stechen", sagt Ages-Zoologin Bakran-Lebl zum ORF. (sefe, 14.8.2026)

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