Straße dicht: Ein Moselort und seine Last mit den festgefahrenen Lastwagen

Straße dicht Ein Moselort und seine Last mit den festgefahrenen Lastwagen

Kröv-Kövenig · Nichts geht vor, nichts zurück: Immer wieder fahren sich im Kröver Ortsteil Kövenig große Fahrzeuge fest. Warum zuletzt nur noch ein Kran helfen konnte.

21.10.2026 , 07:57 Uhr

Rechts ein Schild, links ein Schild – und trotzdem biegen Lkw manchmal hier auf dem Mont Royal nach Kövenig ab.

Foto: TV/Ursula Bartz

Das mit den Größen ist ja so eine Sache. Der eine hält sich für größer, als er eigentlich ist, und lässt sich in seiner Selbsteinschätzung auch nicht kleinreden. Der andere ist wiederum weniger klein, als er glaubt, oder zumindest zu groß, um sich in eine Schublade stecken zu lassen. Wenn’s das nur wäre, denken sich die Köveniger, denn bei ihnen kommt die falsche Selbsteinschätzung vielmehr auf den Straßen zum Tragen. Und dann wird’s wahrlich eng.

Lkw steckt über Stunden an der Mosel fest: Straße gesperrt

Wovon wir sprechen, ist die Kreisstraße, die Kövenig mit dem Mont Royal verbindet. Hier geht es also von dem Kröver Ortsteil den Berg hinauf. Wer diesen Weg von der Mosel kommend nach oben fährt, sieht schnell: Hier ist Beweglichkeit gefragt. Und wer eben zu groß ist, hat Pech gehabt.

Wer allerdings vom Berg ins Moseltal hinab fährt, der denkt sich zunächst nichts Schlimmes dabei – bis er in Kövenig ankommt. Dort wird die Straße dann nämlich so richtig schmal: an einer Kurve derart, dass größere Fahrzeuge passen müssen. Und dann? Zurückfahren können sie die steile Straße ja schlecht, müssten sie doch ein bis zwei Kilometer im Rückwärtsgang zurücklegen, schätzt Ortsvorsteher Jesco Weickert.

Genauso erging es nun einem Lastwagenfahrer, der schlicht und ergreifend feststeckte. Und das über Stunden. Das Ganze passierte am vergangenen Donnerstag, 15. Oktober. Gegen 15.20 Uhr sei der Polizeiwache Traben-Trarbach mitgeteilt worden, dass sich in Kövenig ein Lkw festgefahren habe, berichtet das Polizeipräsidium Trier auf Volksfreund-Anfrage.

Polizei: Kran musste Auflieger um die Kurve heben

Der Fahrer habe die an der K62 aufgestellten Verkehrszeichen missachtet, die anzeigen, dass die Durchfahrt für Lkw und Busse gesperrt ist. Nach eigenen Angaben habe sich der ortsunkundige Mann auf sein Navigationssystem verlassen. Er sei der K62 bis in den Ort gefolgt, wo er sich in besagter Linkskurve festgefahren hatte.

Die Folge: „Der Auflieger musste durch einen Kranwagen um die Kurve gehoben werden, um die Weiterfahrt zu ermöglichen. Die Sperrung dauerte bis etwa 22 Uhr an.“ Über Stunden war die Strecke also unpassierbar, schließlich kam auch niemand an ihm vorbei.

Ortsvorsteher Weickert berichtet, dass solche Fälle immer mal wieder passieren. Aktuell hätten die Fahrer keinen Grund, den Weg über Kövenig zu nehmen, doch während so mancher Baustelle sei dies anders gewesen – im vorigen Jahr zum Beispiel, als ein Abschnitt auf dem Mont Royal gesperrt gewesen sei. Da hielt der ein oder andere den Weg über Kövenig für kürzer. Und irrte.

Festgefahren in Moselort: Führt die Navigation die Lastwagenfahrer in die Irre?

Ihm habe der Fahrer, der nun festgesteckt habe, sehr leid getan, sagt Weickert. Dieser habe kein Wort Deutsch gesprochen, doch eine Anwohnerin habe zum Glück übersetzen können.

Das Problem sei womöglich, wenn Lkw-Fahrer keine Navigationsgeräte nutzen, die speziell die für sie erlaubten Wege anzeigen, sondern eine kostenfreie Standardnavigation für Autos.

Am liebsten wäre es ihm, man könne die Einfahrt zu der Kreisstraße nach Kövenig so sperren, dass Fahrzeuge ab drei Metern Höhe gar nicht erst hineinfahren könnten. Doch dann träfe es auch die Müllfahrzeuge: keine Lösung also.

Die Polizei berichtet, es habe in der Vergangenheit zwar einzelne Fälle gegeben, in denen Lkw die Strecke genutzt hätten, dann aber eher in der entgegengesetzten Richtung aus der Ortsmitte Kövenig kommend. „Aus polizeilicher Sicht ist die Verkehrsregelung eindeutig und ausreichend beschildert“, heißt es aus der Pressestelle des Polizeipräsidiums.

Gegen den Fahrer sei ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden. Die Missachtung der Verkehrszeichen sehe laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro vor. Zusätzlich werde geprüft, ob der Verursacher die Kosten des polizeilichen Einsatzes tragen müsse.

Der Landesbetrieb Mobilität Trier gibt vor allem zwei 90-Grad-Kurven auf der Strecke als Gründe für die besagte Sperrung an. „Gegen Fehlfahrten kann man aus straßenbaulicher Sicht nicht weiter vorgehen, da die Strecken für Müllfahrzeuge, aber auch Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst freigehalten werden müssen, damit eine schnelle Hilfe gewährleistet ist“, heißt es aus der Pressestelle. So bleibt sie wohl bestehen, Kövenigs Last mit den Lastwagen...