SV Elversberg Wie die SVE das Bayern-Spektakel erlebte – und welcher Spieler sich das Kane-Trikot sicherte
Elversberg · Die SV Elversberg hat gegen den FC Bayern München an der Sensation geschnuppert. Am Ende reichte es nicht ganz. Warum Vincent Wagner nach der Niederlage trotzdem grinsen muss und welche SVE-Spieler Erfolg auf der Jagd nach den Bayern-Trikots hatten.
14.09.2026 , 20:18 Uhr
Eher enttäuscht von der Niederlage als stolz über die Leistung stehen die SVE-Spieler nach dem 1:2 gegen den FC Bayern vor den eigenen Fans.
Foto: IMAGO/Fussball-News Saarland/IMAGO/Fabian Kleer
Die Fans der SV Elversberg sangen, hüpften und feierten auf den Rängen. Und auch die Spieler waren, nachdem sie die erste Enttäuschung gelegt hatte, zufrieden. Irgendwie fühlte sich das Szenario am Sonntagabend an der Kaiserlinde nicht wie eine 1:2-Niederlage gegen den Fußball-Rekordmeister FC Bayern München an.
Vincent Wagner nach Niederlage gegen FC Bayern: „So froh war ich noch nie, nachdem ich verloren habe“
„Glückwünsche zur Niederlage – darf man die annehmen? Es war ein sehr spezielles Spiel. Und was die Bayern können, wissen wir ja alle“, sagte SVE-Rechtsverteidiger Jan Gyamerah. „Ich bin jetzt zwölf Jahre lang Trainer, und so froh war ich noch nie, nachdem ich verloren habe“, sagte Trainer Vincent Wagner.
Die SV Elversberg kann also sogar bei Niederlagen begeistern. Bayerns Trainer Vincent Kompany sagte nach dem Spiel, dass seine Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit nicht zu 100 Prozent konzentriert gewesen sei und dass es gegen Elversberg nicht reiche, wenn ein paar Prozentpunkte fehlen. Wagner bekam bei dem Statement seines Kollegen das Grinsen fast nicht mehr aus dem Gesicht. „Dass es eng werden würde, wenn Elversberg gegen Bayern spielt, hatte vor Kurzem auch noch keiner so richtig auf dem Schirm“, sagte er grinsend.
Die Trainer unter sich: Vincent Wagner (links) und Vincent Kompany unterhalten sich über den besonderen Bundesliga-Standort Elversberg.
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Welcher Spieler der SV Elversberg sich das Kane-Trikot gesichert hat
Nach dem Spiel begann für die SVE-Spieler die eigentliche Herausforderung: Wer bekommt welches Trikot der Bayern-Spieler? Die Innenverteidiger Maximilian Rohr und Lukas Pinckert hatten dabei das größte Problem. Beide spielten gegen Harry Kane, der mal wieder ein Fußballspiel entschied. Ansatzlos und mit nur wenigen Zentimetern Platz erzielte Kane in der 72. Minute den 2:1-Siegtreffer für die Bayern. „Ich habe mich vor dem Spiel noch mit unserem Torhüter darüber unterhalten, was Harry in solchen Situationen macht. Wir wussten es genau, aber es ist nicht zu verteidigen“, sagte Rohr.
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Die SZ-Einzelkritik zum Spiel der SV Elversberg gegen Bayern München
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Als er am Sonntagabend die Container-Kabinen verließ, hatte er das Kane-Trikot in der Tasche. „Das ist das Trikot, in dem er das Tor geschossen hat“, sagte Rohr. Pinckert musste sich hingegen mit einem Kane-Trikot „von der Stange“ begnügen. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft überreichte dem Elversberger Kapitän ein frisches Trikot. „Ein unglaublicher Spieler, mehr kann man dazu nicht sagen“, sagte Pinckert voller Bewunderung.
Ex-Nationalspieler Michael Ballack (rechts) spricht nach dem Spiel mit dem Elversberger Torschützen Maurice Krattenmacher.
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SVE-Stürmer Noel Futkeu hat Kimmich-Trikot
Jung-Nationalspieler Lennart Karl hatte in der 26. Minute zum 1:0 getroffen, hielt vor den Elversberger Fans den Finger vor den Mund und bekam danach bei jedem Ballkontakt nur noch Pfiffe. Nach Maurice Krattenmachers Traumtor zum 1:1 in der 61. Minute („Ich hätte lieber gewonnen, als den Ball in den Winkel zu schießen“) ging das Spiel erst richtig los. Kompany wechselte Joshua Kimmich, Alphonso Davies, Luis Díaz und Jamal Musiala ein.
„Ich kenne Kimmich gar nicht, habe aber trotzdem sein Trikot bekommen“, sagte SVE-Stürmer Noel Futkeu. Pinckert erlebte die Einwechslung der Superstars so: „Das ist sowieso schon eine Übermannschaft. Gefühlt bist du schon stehend k.o., und dann kommen da vier solche Raketen rein.“ Nach der Raketen-Einwechslung wurde es Einbahnstraßen-Fußball, die Bayern hätten locker höher gewinnen können. Die SVE hatte in der Schlussphase zwar noch eine Chance von Futkeu auf den Ausgleich, aber auch Glück im eigenen Strafraum.
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Fotos rund ums Mega-Spiel SV Elversberg gegen FC Bayern München
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Francis Onyeka geht es wieder gut – Auszeichnung mit Fritz-Walter-Medaille
Bei allem Jubel, Trubel und aller Heiterkeit war SVE-Trainer Wagner irgendwann auch wieder im „normalen“ Modus. „Ich hätte mir noch mehr Mut gewünscht, und auf ein paar Positionen waren wir nicht richtig da“, sagte Wagner. Trotzdem hätte es gegen die Bayern fast gereicht. „Nah dran ist die Schwester von Scheiße, habe ich mal gehört“, sagte der 40-Jährige in seiner typischen Art. So blieb am Ende nur die Erkenntnis, dass man gegen die Bayern an der Sensation geschnuppert hatte – und dass sechs Punkte nach drei Spieltagen in der Bundesliga gar nicht so schlecht sind.
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Vor dem großen Spiel: so werden die Bayern in Perl begrüßt
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Mittelfeldspieler Felix Keidel hätte übrigens ebenfalls die Chance auf ein Bayern-Trikot gehabt, aber: „Ich wollte da jetzt keinem hinterherlaufen. So wichtig ist das jetzt auch nicht“, sagte Keidel. Spielmacher Francis Onyeka hatte ohnehin andere Sorgen. Er wurde schon in der elften Minute mit einer Kopfverletzung ausgewechselt. Nach dem Spiel verließ er die Kabine gut gelaunt und antwortete auf die Frage, ob es ihm wieder gut gehe, kurz und knapp mit „Ja“.
Am Montag wurde der 19-Jährige vom Deutschen Fußball-Bund mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold für herausragende Leistungen geehrt. Onyeka hatte die U19-Nationalmannschaft im Sommer als Kapitän zur Vize-Europameisterschaft geführt. Ein schöner Start für ihn und auch die SVE in die Woche nach dem Bayern-Wahnsinn.
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