
4,0 Prozent Tagesgeld-Zinsen gibt es jetzt auch bei der Sparda-Bank.© Getty Images | LIVINUS
KI-Stimme. Info
Obwohl die Verbraucherpreise im Juli laut Statistischem Bundesamt um 2,8 Prozent stiegen, sind Sparerinnen und Sparer derzeit in einer guten Position. Denn mit einem attraktiven Tagesgeldkonto lässt sich die Inflation derzeit nicht nur ausgleichen, sondern sogar deutlich übertreffen. Drei Banken aus unserem Tagesgeld-Vergleich locken aktuell mit rund 4,0 Prozent Zinsen. Wer das richtige Angebot auswählt, kann sein Geld somit real vermehren, statt beim Kaufkraftverlust zuzusehen.
Doch Vorsicht: Ein hoher Werbezins allein macht noch kein gutes Tagesgeldangebot. Häufig ist der Spitzenzins zeitlich begrenzt, gilt nur für Neukundinnen und Neukunden oder setzt die Eröffnung eines zusätzlichen Girokontos voraus. Auch die Besteuerung der Zinserträge und der Schutz der Einlagen sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Beim Vergleich der drei Top-Angebote gibt es bei den Konditionen einen klaren Sieger.
Tagesgeld aktuell: Rund 4 Prozent Zinsen bei drei Banken
Die Tagesgeld-Angebote mit rund 4 Prozent Zinsen gibt es bei Chase*, der Ikano Bank* und der Sparda-Bank Nürnberg. Bei der Ikano Bank handelt es sich um die Hausbank von Ikea. Das sind die Konditionen aller drei Anbieter in einem kurzen Überblick:
| Bank | Zinssatz | Zinsgarantie | Anschlusszins | Sonderbedingungen |
|---|---|---|---|---|
| Sparda-Bank Nürnberg | 4,00 % p. a. | 6 Monate | 0,40 % p. a. | Girokonto erforderlich |
| Ikano Bank | 3,91 % p. a. | 3 Monate | 1,51 % p. a. | keine |
| Chase | 4,00 % p. a. | 4 Monate | 2,0 % p. a. | keine |
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das bedeutet: Wenn Sie auf einen Link mit Sternchen-Symbol klicken und darüber einkaufen, erhalten wir eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten. Diese Einnahmen helfen uns, hochwertigen Journalismus weiterhin kostenfrei anzubieten.
Weitere Informationen zu den Tagesgeldkonten von Chase und der Ikano Bank bietet auch der direkte Vergleich der beiden Angebote. Die Unterschiede zwischen den Angeboten liegen vor allem im Detail. Worauf Sparerinnen und Sparer achten sollten, zeigt die Redaktion im Folgenden.
Tagesgeld-Angebote mit 4 Prozent Zinsen führen den Tagesgeld-Vergleich an
Die drei Tagesgeld-Angebote haben attraktive Zinssätze, wie ein Blick auf das Marktumfeld zeigt: In unserem Tagesgeld-Vergleich und dem Tagesgeld-Rechner folgt die Konkurrenz erst mit etwas Abstand. Am nächsten dran am Spitzentrio sind die ING* mit bis zu 3,75 Prozent Zinsen p. a. für vier Monate und die Advanzia Bank mit 3,76 Prozent p. a. für drei Monate.
Wichtig zu beachten: Kein Vergleichsrechner bietet eine vollständige Markttransparenz. Deshalb können einzelne Angebote in der Übersicht fehlen.
Zinssätzen können sich schnell ändern. Über aktuelle Konditionsanpassungen bekannter Banken bei Tagesgeld und Festgeld berichtet unser Spar-Ticker.
Ein Tagesgeldkonto mit besonders langer Zinsgarantie
Neben dem Zinssatz ist auch wichtig, wie lange die Konditionen garantiert sind. Hier liegt unter den drei Top-Angeboten die Sparda-Bank mit einer Zinsbindung von sechs Monaten vorn. Häufig gewähren Banken ihre Aktionszinsen nur drei oder auch mal vier Monate, wie es bei den Konkurrenzangeboten der Ikano Bank und Chase der Fall ist.

Ein Tagesgeldkonto mit langer Zinsbindung sorgt für Planungssicherheit.© DPA Images | Patrick Pleul
Eine lange Zinsbindung sorgt für Planbarkeit und erspart häufige Wechsel des Tagesgeldkontos. Neben dem Tagesgeldkonto der Sparda-Bank gibt es weitere weitere Angebote mit langer Zinsbindung. Entsprechende Aktionen zeigt der Ratgeber „Tagesgeldkonten mit langer Zinsgarantie“ im Detail.
Tagesgeld-Zinsen für Bestandskunden: Klarer Sieger
Beim Aktionszinssatz liegen die Sparda-Bank Nürnberg und Chase minimal vor der Ikano Bank. Aber was passiert bei den drei Angeboten, wenn die Zinsgarantie ausläuft?
Dann greift der Anschlusszins, der aktuell bei Chase mit 2,0 Prozent am höchsten ist. Dahinter platziert sich die Ikano mit 1,51 Prozent Zinsen. Bei der Sparda-Bank sind es nur 0,40 Prozent. Allerdings kann sich das alles noch ändern, da es sich um variable Zinssätze handelt.
Tagesgeld-Zinsen monatlich oder vierteljährlich?
Unterschiede gibt es bei den drei Angeboten auch beim Intervall der Zinszahlungen. Chase schüttet die Erträge monatlich aus. Bei der Sparda-Bank erfolgt die Gutschrift vierteljährlich, bei der Ikano Bank in einem jährlichen Rhythmus.
Dieses Kriterium sollten Sparerinnen und Sparer allerdings nicht überbewerten. Denn auch bei einer möglichen Wiederanlage der Zinsen sind die Auswirkungen auf die Rendite bei kurzen Anlagezeiträumen eher gering. Eine Beispielrechnung finden Sie im Ratgeber „Tagesgeld-Zinsen pro Jahr oder Monat?“. Anders sieht es aus, wenn die Zinsen zur Deckung des Lebensunterhalts dienen sollen. Dann kann eine häufigere Ausschüttung von Vorteil sein.
Ein Tagesgeld-Angebot mit sehr hoher Maximalanlagesumme
Je nach Höhe der Spareinlage ist auch wichtig, für welchen Betrag die Aktionszinsen gelten. Wie sieht das bei den drei Top-Angeboten aus? Keine Probleme dürften die meisten Sparerinnen und Sparer bei Chase haben, wo die Grenze bei einer Million Euro liegt. Bei der Ikano Bank sind es immerhin 100.000 Euro. Die Sparda-Bank Nürnberg beschränkt die Aktionszinsen auf Guthaben bis 50.000 Euro.
Sparerinnen und Sparer sollten allerdings vor allem bei Chase einen wichtigen Punkt beachten: Auch wenn die Bank hohe Einlagen erlaubt, ist es mit dem Blick aufs Risiko sinnvoll, die Beträge zu begrenzen. Die gesetzliche Einlagensicherung deckt nur Guthaben bis 100.000 Euro ab. Alles darüber hinaus könnte im Insolvenzfall einer Bank verloren sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, verteilt größere Summen besser auf mehrere Banken und überschreitet nirgendwo den abgesicherten Betrag. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Absatz.
Zwei Tagesgeld-Angebote mit deutscher Einlagensicherung
Alle vier Angebote bieten eine gesetzliche Einlagensicherung gemäß EU-Standards. Diese deckt im Insolvenzfall einer Bank Beträge bis 100.000 Euro je Kunde ab. Allerdings gibt es Unterschiede beim Sicherungssystem. Die Sparda-Bank Nürnberg und Chase stehen unter dem deutschen Schutzschirm. Die Ikano Bank dem gehört dem schwedischen Fonds an.

Die Einlagensicherung soll etwa Guthaben auf Tagesgeldkonten schützen, wenn eine Bank in Schieflage gerät.© Boris Roessler/dpa | Boris Roessler
Angebote mit deutscher Einlagensicherung gelten als besonders sicher, weil dahinter der deutsche Staat mit seiner hohen Finanzkraft steht. Dieser könnte einspringen, wenn ein Einlagensicherungsfonds im Fall einer schweren Bankenkrise überfordert ist. Eine Garantie auf ein staatliches Eingreifen gibt es aber nicht. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s bewertet die Bonität Deutschlands ebenso wie die von Schweden mit der Top-Note AAA. Weitere Details dazu und welche Tagesgeld-Angebote einen deutschen Schutzschirm bieten, lesen Sie im Artikel „Tagesgeld aus Deutschland“.
Top Tagesgeld-Zinsen bei einem Angebot nur mit Girokonto
Einige Banken gewähren ihre Aktionszinsen nur unter mehr oder weniger aufwendigen Nebenbedingungen. Das ist auch bei einem der Top-Angebote der Fall. Bei der Sparda-Bank Nürnberg müssen Kundinnen und Kunden ein Girokonto eröffnen, das 9,90 Euro monatlich kostet.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei Angeboten mit Girokonto-Pflicht beachten: Zu viele Girokonten können sich negativ auf den Schufa-Score auswirken. Sie werden der Auskunftei gemeldet, wenn ein Überziehungsrahmen besteht. Reine Guthabenkonten wie fürs Tagesgeld sind hingegen unbedenklich. Der eigene Schufa-Score mit allen Einträgen lässt sich kostenlos über Bonify* prüfen und optimieren.
Einfach halten es Chase und die Ikano Bank. Hier müssen Sparerinnen und Sparer nur ein Tagesgeldkonto eröffnen.
Tagesgeld-Zinsen bei allen drei Banken steuereinfach
Bei Banken aus dem Ausland kann es bei der Versteuerung Besonderheiten geben – beispielsweise, wenn bei den Erträgen kein Steuerabzug erfolgt. Kundinnen und Kunden müssen Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag plus gegebenenfalls Kirchensteuer dann über die Anlage KAP in der Steuererklärung abführen. Das trifft aber bei keinem der drei Angebote zu.

Bei der Versteuerung sind alle drei Tagesgeld-Angebote pflegeleicht.© dpa | Armin Weigel
Bei der Sparda-Bank Nürnberg, Ikano Bank und Chase läuft alles wie gewohnt. Die Geldhäuser behalten die Steuer ein und zahlen sie ans Finanzamt. Wer will, kann aber auch einen Freistellungsauftrag einrichten, um den steuerlichen Freibetrag von 1000 Euro je Person geltend zu machen. Dann schüttet die Bank die Erträge abzugsfrei aus.
Fazit: Tagesgeld von Chase besonders einfach
Welches am Angebot besten passt, hängt von den eigenen Anforderungen ab. Sparerinnen und Sparer, denen eine lange Zinsgarantie besonders wichtig ist, sind bei der Sparda-Bank Nürnberg richtig. Allerdings ist hier die Eröffnung eines Girokontos erforderlich. Wer es einfacher haben will, wählt das Angebot von Chase*, da es bei der Direktbank keine Nebenbedingungen gibt. Das gilt auch für das Tagesgeldkonto der Ikano Bank*. Gegenüber Chase schneidet die Ikea-Hausbank aber bei Zinssatz, Zinsgarantie und Anschlusszins etwas schwächer ab.