Tägliche Strafzahlungen drohen: Paramount muss Warner-Übernahme schnell abschließen - Golem.de

Ab dem kommenden Monat müsste Paramount täglich sieben Millionen US-Dollar an Warner-Aktionäre zahlen, falls der Zeitplan nicht eingehalten wird.

22. September 2026 um 07:15 Uhr / Ingo Pakalski und dpa

US-Bundesstaaten lassen Wettbewerbsklage wegen Paramount-Warner-Übernahme fallen. (Bild: Samuel Boivin via Reuters Connect)

US-Bundesstaaten lassen Wettbewerbsklage wegen Paramount-Warner-Übernahme fallen. Bild: Samuel Boivin via Reuters Connect

Der Unterhaltungskonzern Paramount hat die letzten großen Hürden für die Übernahme des Hollywood-Konkurrenten Warner Bros. ausgeräumt. Paramount einigte sich mit mehreren US-Bundesstaaten, die die mehr als 110 Milliarden US-Dollar große Übernahme mit einer Wettbewerbsklage blockiert hatten. Auch die Klage der Drehbuchautoren-Gewerkschaft wurde beigelegt.

Die Einigung mit den Bundesstaaten sehe unter anderem vor, dass der fusionierte Konzern mehr Geld in den USA und speziell in Hollywood investieren werde, sagte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta. So sollten über einen Zeitraum von fünf Jahren zusätzliche 300 Millionen US-Dollar jährlich an Beschäftigte in den USA gehen.

Für den Nachrichtensender CNN und Paramounts Sender CBS News wurde ein neues redaktionelles Aufsichtsgremium vereinbart, das deren Unabhängigkeit sichern soll. Es sei festgelegt, dass dort weder Manager noch Aktionäre erlaubt sein werden.

Fusioniertes Unternehmen muss 30 Kinofilme pro Jahr produzieren

Ferner habe Paramount zugesagt, dass beide Studios zumindest in den ersten zwei Jahren nach der Fusion 30 Filme pro Jahr in die Kinos bringen würden. Wird dieses Ziel nicht erreicht, fällt für jeden fehlenden Titel eine Strafzahlung in Höhe von 30 Millionen US-Dollar an.

In den folgenden drei Jahren müssen jeweils 32 Produktionen in Filmtheater gebracht werden. Bei einem Fünftel der herausgebrachten Filme soll es sich dabei um Blockbuster handeln, die viele Zuschauer in die Kinos locken.

Klage der Drehbuchautoren gegen Paramount wurde fallengelassen

Bonta bestätigte ohne weitere Details, dass auch die Drehbuchautoren ihre Klage gegen die Warner-Bros.-Übernahme nach einer Einigung mit Paramount fallen ließen. Nach Informationen von Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) sagte das Studio unter anderem zu, 17,5 Millionen US-Dollar in einen Gesundheitsfonds für die Autoren einzuzahlen.

Die von Kalifornien angeführten Bundesstaaten argumentierten in ihrer Wettbewerbsklage, die Konzentration von Wirtschaftsmacht bei Paramount werde Hollywood und dem Geschäft von Filmtheatern schaden. Die zuständige Richterin setzte den Prozess zu der Klage erst für das Frühjahr 2027 an.

Paramount steht unter Zeitdruck

Paramount drohte US-Medienberichten zufolge, ab Oktober 2026 den Wegzug aus Kalifornien einzuleiten, wenn es keine Einigung gebe. Als Reaktion auf die Einigung, erklärte Paramount-CEO David Ellison in einer offiziellen Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster): "Der Hauptsitz des neu fusionierten Unternehmens wird in Los Angeles sein."

Für Paramount drängt die Zeit: Ab Oktober 2026 muss das Unternehmen den Warner-Bros.-Aktionären zusätzlich zum Kaufpreis eine tägliche Gebühr von sieben Millionen US-Dollar zahlen, falls die Übernahme bis dahin nicht abgeschlossen wurde. Paramount hatte das seinerzeit zugesagt, um damit zu zeigen, wie zuversichtlich das Unternehmen sei, die Übernahme bis dahin abzuschließen. Nun peile Paramount den Abschluss der Transaktion für Anfang Oktober 2026 an, hieß es in einer Ansprache an die Mitarbeiter von Paramount(öffnet im neuen Fenster).

Die US-Regierung hatte die Übernahme im Juni 2026 ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde. Die EU-Kommission billigte die Übernahme mit der Auflage, dass Paramount aus dem gemeinsamen Vertrieb von Filmen an Kinos in Europa mit Universal Pictures aussteigt.


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