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Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hat heute ihren montenegrinischen Amtskollegen Dragan Krapovic in Podgorica getroffen. In einem Pressestatement bedankte sich Tanner bei dem potenziellen EU-Beitrittsland für seine „Bereitschaft“, als mögliches Gastgeberland des „Western Balkans Security and Defence College“ (WSDC) zu fungieren.
Im Jahr 2022 hatte sich Österreich noch für den Aufbau der Sicherheitsakademie in Bosnien-Herzegowina ausgesprochen.
Die Länder der Zentraleuropäische Verteidigungskooperation – Österreich, die Tschechische Republik, Kroatien und Slowenien – hatten sich bereits im Juli 2022 auf die Errichtung einer militärischen Akademie auf dem Westbalkan geeinigt.
In einem gemeinsamen Papier schlugen die Länder die Errichtung der Akademie in Bosnien-Herzegowina vor. Diese soll dem Balkan-Staat unter anderem zum EU-Beitritt zu verhelfen. Außerdem sollte damit Bosnien-Herzegowina ermöglicht werden, sich umgekehrt an EU-Verteidigungsinitiativen zu beteiligen. Es kam jedoch nie zur Umsetzung des Projekts.
Montenegro bei EU-Beitritt als Vorreiter
Anstelle von Bosnien-Herzegowina will Österreich das Vorhaben nun in Montenegro umsetzen. Ähnlich wie beim vorherigen Projekt ist das Ziel, eine Akademie für militärisches, ziviles und diplomatisches Personal aus den Westbalkan-Staaten zu errichten.
„Durch regionale Zusammenarbeit und durch gemeinsame Ausbildungen leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zur Stabilität auf dem Westbalkan, und das hat Auswirkungen für die Sicherheit Österreichs“, sagte Tanner laut Presseaussendung. Im nächsten Schritt soll der EU ein Arbeitspapier vorgelegt werden.
Aktuell nähert sich Montenegro sehr rasch an die EU an. Das Land will noch 2026 die EU-Beitrittsverhandlungen abschließen und 2028 der Union als 28. Mitgliedsland beitreten. Derzeit wird der Beitrittsvertrag mit Montenegro ausgearbeitet.
Österreich und Montenegro können 28 gemeinsame Ausbildungsaktivitäten vorweisen. Seit 2007 besteht zwischen den Streitkräften beider Länder eine Ausbildungskooperation im alpinen Bereich und im Gebirgskampf. Regelmäßig seien österreichische Berater- und Trainerteams in Montenegro im Einsatz, hieß es weiter.