„Teils unerträgliche“ Kritik an Straßensperrung: Baugenossenschaft lobt Verkehrsberuhigung

Stand: 30.07.2026, 21:11 Uhr

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Die Georg-Herbst-Straße im Westen von Regensburg.

Die Georg-Herbst-Straße im Westen von Regensburg. © Stefan Aigner

Seit Monaten gibt es Kritik an der Sperrung einer Straße in Regensburg. Die örtliche Baugenossenschaft spricht vom „Protest einiger Personen“ und distanziert sich.

Regensburg – Regensburg - Seit Dezember schwelt der Streit. Anwohner protestieren, sammeln Unterschriften. Im Kommunalwahlkampf stellte sich die CSU auf ihre Seite – ohne im Stadtteil eine Mehrheit zu gewinnen.

120 Meter Straße lösen Proteste aus

Kern des Konflikts ist die geplante Sperrung der Georg-Herbst-Straße im Stadtwesten von Regensburg für Autos. Auf 120 Metern dürfen Pkw noch fahren, doch eine Ampel behindert den Radverkehr. Die Straße gehört zur Hauptradroute. Ab 1. November wird das Teilstück für zwei Jahre gesperrt – bis zum 31. Oktober 2028.

Mit dieser Testphase reagiert die Stadt auf die Proteste. Nach einem Jahr sollen Ergebnisse der Verkehrsuntersuchungen sowie Anregungen geprüft und dem Stadtrat vorgelegt werden. Kommt die Mehrheit zu dem Schluss, dass die Sperrung schadet, wird sie aufgehoben. Andernfalls bleibt sie ein weiteres Jahr bestehen und könnte schließlich dauerhaft gelten.

Gegener lassen sich auch durch Testphase nicht beruhigen

Doch die Testphase besänftigt die Gegner nicht. Die Proteste halten an. Eine Petition fordert, die Straße für Autos offen zu lassen. Aus einem Schleichweg für Anwohner wurde in der Begründung inzwischen die „wichtigste Zufahrt zur Margaretenau“.

2.000 Unterschriften kamen zusammen, vor allem online über Change. org. Woher die Unterzeichner stammen, ist dort nicht ersichtlich.

Baugenossenschaft unterstützt Verkehrsberuhigung

Wie groß ist der Widerstand wirklich? Sind die Gegner nur laut, aber in der Minderheit? Die Baugenossenschaft Margaretenau sieht es so. Sie schrieb Oberbürgermeister Thomas Burger und sprach sich klar für die Sperrung aus.

„Wir akzeptieren die Entscheidung des Stadtrats und deren Umsetzung und freuen uns für unsere Mitglieder über jegliche Maßnahmen, die zu einer Verkehrsberuhigung in der Margarentenau beitragen“, heißt es im Brief, unterzeichnet von Aufsichtsratschef Heinrich May und Vorstand Siegmund Knauer.

„Kein Protest der ganzen Margaretenau“

Die Baugenossenschaft betont, ihre Geschäftsstelle liege zentral im Viertel, und sie sei täglich im Austausch mit den Bewohnern. Die Lage nehme man anders wahr, als es die Medien darstellten. Der Widerstand gegen die Sperrung sei „der Protest einiger Personen – keinesfalls der ganzen Margaretenau und schon gar nicht der Baugenossenschaft“.

May und Knauer kritisieren die Gegner scharf.

Kritik an Polemik und Politisierung

Die 2.000 Unterschriften seien größtenteils nicht von Anwohnern, sondern aus anderen Stadtteilen gesammelt worden. Die Sperrung sei zudem seit Jahren bekannt, da sie bereits beim Bau der Klenzebrücke angekündigt wurde. Von einer „plötzlichen“ Entscheidung könne keine Rede sein.

Der Protest basiere oft auf suggestiven Behauptungen und Unterstellungen, die „in teils unerträglicher Art und Weise zu verzerrten Wahrnehmungen führen“. Kritik an der Sperrung sei legitim, betonen May und Knauer, doch sie müsse sachlich bleiben – ohne politische oder polemische Zuspitzungen, wie sie in diesem Fall zu beobachten seien.