Italien plant Handy-Bußgeld auch für Fußgänger

Teurer Blick aufs Smartphone: Italien plant Handy-Bußgeld auch für Fußgänger

Stand: 24.08.2026, 22:42 Uhr

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Beim Autofahren sind Bußgelder für Handynutzung längst normal. Italien will jetzt auch Fußgänger in den Fokus nehmen. Mit einem Bußgeld – für mehr Sicherheit.

Rom – Noch kurz auf dem Handy die Route checken und dann direkt in Richtung Restaurant oder Sehenswürdigkeit. Gerade Touristen nutzen beim Bummeln durch eine fremde Stadt oft ihr Handy zur Navigation – und vernachlässigen dabei den Straßenverkehr. So zumindest der Vorwurf von Italiens Verkehrsministerium. Matteo Salvinis Ressort plant deshalb ein neues Bußgeld auch für Fußgänger. Der Urlaub in Italien könnte dadurch plötzlich deutlich teurer werden.

Ein Mann telefoniert in der Galleria Umberto I. in Neapel. (Archiv)

Ein Mann telefoniert in der Galleria Umberto I. in Neapel. (Archiv) © IMAGO/Gennaro Leonardi

75 Euro – so hoch ist das geplante Bußgeld für Personen, die, während sie eine Straße überqueren oder auf der Fahrbahn gehen, ihr Handy benutzen. So berichtet es aktuell unter anderem das italienische Auto-Fachmagazin quattroruote. Das neue Bußgeld ist Teil der geplanten neuen Straßenverkehrsordnung in Italien.

Handy verboten: Bußgeld für Fußgänger in Italien geplant

Demnach ist die Nutzung von Handys und Smartphones für Fußgänger auf Gehwegen und generell abseits der Fahrbahn weiter straffrei erlaubt. Auch in Notfällen gilt eine Ausnahmeregelung fürs Telefonieren von der Straße aus. Doch ansonsten droht besagtes Bußgeld.

Handys sind in Italien am Steuer ohnehin schon verboten. Die neue Regelung will dies nun aber auf Fußgänger ausweiten. Und nicht nur Handys sind gemeint. Laut der Meldung spricht der Gesetzesentwurf von „Funktelefonen, Smartphones, Laptops, Notebooks, Tablets und ähnlichen Geräten“. Mit Freisprecheinrichtung oder Headset ist die Nutzung aber – analog zu den Regeln im Auto – immer erlaubt. Unter der Bedingung, dass es dem Fußgänger weiterhin möglich ist, „auf beiden Ohren ausreichend zu hören“, wie es im Text heißt.

Doch Fußgänger sollen auch noch weitere Pflichten bekommen. Dem Entwurf nach sollen sie „vor dem Überqueren der Straße anhalten und sich vergewissern, dass die Fahrer entgegenkommender Fahrzeuge sie gesehen haben und ihnen Vorfahrt gewähren“. Zudem müssen während des Überquerens von Straßen „plötzliche oder unvorhersehbare Bewegungen oder Richtungswechsel unterlassen“ werden. Auch in diesem Fall wird ansonsten ein Bußgeld von 75 Euro fällig.

Beschlossen sind die neuen Regeln noch nicht. Es handelt sich bislang nur um einen Entwurf. Allerdings hat das Ministerium die Pläne zu einer solchen Regelung auch gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa bestätigt. Mit den neuen Regeln wolle man die Sicherheit im Straßenverkehr verbessern.

Ein Priester steht mit seinem Smartphone in Rom auf der Straße. (Archiv)

Ein Priester steht mit seinem Smartphone in Rom auf der Straße. (Archiv) © IMAGO/Petra Nowack

Zuvor hatten bereits andere geplante neue Regeln aus dem Papier für Furore in Italien gesorgt. So waren massive Einschränkungen für Senioren im Straßenverkehr geplant. Sie hätten etwa nicht mehr auf Autobahnen fahren dürfen. Dies hat das Ministerium aber mittlerweile aus dem Entwurf gestrichen. Und auch bei der Autobahn-Maut droht in Italien bald eine echte Bußgeld-Falle.(Verwendete Quellen: Quattroruote, Ansa) (rjs)