Stand: 18.08.2026, 14:00 Uhr

Die Stadt Bad Arolsen hat den zweiten Bauabschnitt der Thiele-Aue abgeschlossen. Das Projekt kostete gut 4,6 Millionen Euro.
Bad Arolsen – Wo heute Skater über Rampen rollen und Kinder auf Klettergerüsten spielen, stand jahrzehntelang das Bad Arolser Hallenbad im Thielebachtal. Der 1969 errichtete Bau ist längst verschwunden. Ein neuer Weg führt an der renaturierten Thiele entlang. Mit Spielplatz, Skaterpark, Toilettenhaus und naturnaher Aue ist das gesamte Gelände jetzt fertig und als Freizeitgelände nutzbar.
Den Schlusspunkt setzte der neue Kinderspielbereich. Er richtet sich vor allem an Familien und ergänzt die 2023 eröffnete Freizeitanlage mit Skaterpark und Kletterwand. Mit seiner Fertigstellung hat die Stadt Bad Arolsen den zweiten und letzten Bauabschnitt abgeschlossen. Nun können Besucher das gesamte Areal nutzen.
Festakt zur Eröffnung fiel aus
Nach der Eröffnung des ersten Abschnitts widmete sich die Stadt der Thiele und den angrenzenden Freiflächen. Im Winter 2024/25 begannen die Gehölzarbeiten. Anschließend folgte die Renaturierung des Bachlaufs. Im Juni 2025 startete der Wegebau. Zuletzt entstand der neue Spielplatz.
Eigentlich wollte der Magistrat den Abschluss der Renaturierung und Neugestaltung des Areals am 26. Juni mit einem großen Familienfest feiern. Wegen der hohen Temperaturen und der Sorge um die Gesundheit der Besucher sagte der Bad Arolser Bürgermeister die Veranstaltung jedoch am bis dahin heißesten Tag des Jahres ab. Aber auch ohne offiziellen Festakt ist die Thiele-Aue nun vollständig geöffnet.
Für Jung und Alt
Die Pläne für die Verwandlung reichen mehrere Jahre zurück. Als die Verwaltung das Konzept im Sommer 2021 vorstellte, war von der heutigen Anlage noch wenig zu sehen. Rund 60 Menschen kamen damals in die Stadthalle Mengeringhausen, um sich über das Vorhaben zu informieren. Aus dem Gelände zwischen der Firma Essex und dem Knusterweg sollte ein Naherholungs- und Freizeitgebiet für Jung und Alt entstehen.

Zu diesem Zeitpunkt prägte noch das heruntergekommene Hallenbad das Gelände. Brandstifter hatten das Gebäude kurz vor der Vorstellung der Pläne zur Hälfte zerstört. Die städtischen Gremien hatten den Abriss und die Neugestaltung der Aue bereits rund zwei Jahre zuvor beschlossen.
Natur, Erholung und Sport
Im April 2020 hatte der Magistrat noch überlegt, die alte Schwimmhalle als überdachte Skaterbahn zu erhalten. Diese Idee verwarf die Stadt jedoch. Stattdessen ließ sie das Gebäude vollständig abreißen und schuf Platz für die neue Freizeitanlage.
Auch für die Skater ist die Anlage besser ausgestattet. In der Nähe des Skaterparks stehen eine Toilettenanlage und eine Wasserzapfstelle zur Verfügung. Das Konzept der Thiele-Aue verbindet Natur, Erholung und Sport. Ziel war es zugleich, die Thiele zu renaturieren und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen.

Millionenprojekt mit Fördermitteln
Für das Gesamtprojekt waren gut 4,6 Millionen Euro veranschlagt. Rund 3,6 Millionen Euro entfielen auf die Gestaltung der Aue. Weitere 1,1 Millionen Euro waren für die Renaturierung der Thiele vorgesehen. Fördermittel machten das Vorhaben möglich. Das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ unterstützte das Projekt zu zwei Dritteln. Das Land förderte die Renaturierung der Thiele mit 90 Prozent.
Die Neugestaltung macht Natur mitten in Bad Arolsen erlebbar. Gleichzeitig stärkt sie den Hochwasserschutz. Die Thiele hat wieder mehr Raum und einen naturnäheren Verlauf erhalten. Zum Konzept gehörten der Rückbau von Rohren, flachere Ufer und der Erhalt alter Bachläufe. Auch kleine Inseln, Altarme und der alte Ententeich waren Teil der Planung. Bei starkem Regen kann die Aue zusätzliches Wasser aufnehmen.
Rückzugsort und Artenvielfalt
Die Planer setzten außerdem auf den Erhalt von Bäumen und Sträuchern sowie auf neue Pflanzen. Geschützte Bereiche bieten Tieren Rückzugsorte und stärken die Artenvielfalt. Der neue Weg führt parallel zur Thielebachstraße durch die Aue in Richtung Korbacher Straße. Lampen mit Photovoltaikmodulen beleuchten den Weg und sollen am Abend das Sicherheitsgefühl erhöhen.
Die Thiele-Aue bietet nicht aber nur Platz zum Spielen, Skaten und Spazieren. Marco Tröger vom städtischen Fachbereich Stadtentwicklung, Bauen und Immobilien sieht in ihr auch einen Lernort für Kindertagesstätten und Schulen.