Stand: 18.08.2026, 14:00 Uhr
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Auf Initiative des Kulturforums Eching konnten lokale Kunstschaffende in den vergangenen Jahren kostenlos ihre Werke im Foyer des Rathauses präsentieren. Bis dato hat die Gemeinde die Kosten dafür übernommen. Doch damit ist nun Schluss.
Eching – Eine sichtbare Belebung und Bereicherung des Echinger Rathauses stellen seit rund drei Jahren die überwiegend vom Kulturforum Eching initiierten und organisierten Kunstausstellungen lokaler Künstler dar, die das großzügige Foyer als Galerie nutzen können. Als Win-win-Situation für Rathaus und Politik, ebenso wie für Bürger und Kulturschaffende, beschreibt Sybille Schmidtchen, Vorsitzende des gemeinnützigen Kulturvereins, das Konzept von „Kunst im Rathaus“. Dabei wird in einer dauerhaften Wechselausstellung, ungefähr im Dreimonatsturnus, örtlichem und regionalem Kunstschaffen eine geeignete Bühne gegeben.
„Kunst an den weißen Wänden unterstreicht die gelungene Innenarchitektur, erfreut die Belegschaft im Rathaus und überrascht alle, die das Rathaus nur wegen eines Behördenganges aufsuchen. Bei freiem Eintritt trifft Kunst auch auf Menschen, die nicht zu den typischen Ausstellungsbesuchern gehören. Kunst wird Teil des öffentlichen, allen zugänglichen Raums und birgt damit die große Chance, sie im besten Wortsinn populär zu machen“, führt Schmidtchen dazu aus.
Geschäftsführerin erklärt Entscheidung
Bis dato haben dank des ehrenamtlichen Engagements des Kulturvereins 16 einheimische Ausstellerinnen und Aussteller, überwiegend ambitionierte Laien, deren Kreativität für die Öffentlichkeit – weitgehend – verborgen geblieben war, eine für sie unentgeltliche Plattform in der Ortsmitte erhalten.
Gleichermaßen überraschend und enttäuschend war für Schmidtchen und ihre Unterstützer die von Gemeinde-Geschäftsführerin Angelika Barth unterschriebene Mitteilung, dass für die freiwillig organisierte Rathausgalerie zukünftig Nutzungsentgelte zu berappen seien, denn „aufgrund der prekären und angespannten Haushaltssituation muss die Verwaltung der Gemeinde Eching allumfassend Einsparungen tätigen“, heißt es dazu in besagtem Schreiben. Bis dato zahlt die Kommune bei Ausstellungen im Rathaus die Bauhofkosten für Auf- und Abbau sowie die Versicherung der präsentierten Bilder und sonstiger Ausstellungsgegenstände.
Als unumstößlich und alternativlos wurde dem Kulturforum nun mitgeteilt, dass ab der nächsten Ausstellung eine Bauhofrechnung gestellt werde, die zu 100 Prozent übernommen werden muss. Danach kann bei der Gemeindeverwaltung eine Bezuschussung beantragt werden, bei der 80 Prozent der Kosten rückerstattet werden. Desgleichen muss die Versicherung für die Kunstgegenstände vollumfänglich vonseiten der ausstellenden Künstler oder Vereine bezahlt werden. Schließlich kommt noch pro Ausstellung eine einmalige Nutzungsgebühr in Höhe von jeweils 200 Euro hinzu.
Kulturforum strebt Kompromiss an
„Wir bitten um Ihr Verständnis. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, so Geschäftsführerin Angelika Barth. Dass auf kommunaler Ebene Einsparpotenziale auf den Prüfstand gehören, ist für den ehrenamtlich engagierten Kulturverein unstrittig. Allen voran die Kosten für die einstündige Bauhofunterstützung beim Auf- und Abbau seien akzeptabel und machbar, heißt es seitens des Kulturforums. Aber mit den beiden anderen Punkten würden weitere Aktivitäten erheblich ausgebremst. Vor allem, dass die Ehrenamtlichen für ihren freiwilligen Einsatz und ohne jedwede kommerzielle Ziele zusätzlich mit einer Nutzungsgebühr zur Kasse gebeten werden, erschließt sich ihnen nicht. Denn von ihrer Seite und vonseiten der Aussteller werde ein ideeller und kultureller Mehrwert für die Gemeinde und das Rathaus kostenlos zur Verfügung gestellt.
Der Vorstand des Kulturforums setzt nun – als Fürsprecher für lokale Kunstschaffende – auf klärende Gespräche mit Bürgermeister und Verwaltung – und zeigt sich durchaus kompromissbereit. „Wir streben mit Blick auf den gemeinsamen Nutzen eine faire und einvernehmliche Lösung an“, betont Schmidtchen.