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Regionale Tipps für Hessen Sonnenfinsternis und Perseiden: Hier lohnt sich der Blick in den Himmel
In Hessen stehen die Chancen zur Beobachtung der Sonnenfinsternis am Mittwoch gut. Doch wer sie möglichst lange sehen will, sollte seinen Aussichtspunkt gut auswählen. Experten verraten, worauf es ankommt - und von wo aus sich der Blick besonders lohnt. Bei uns gibt es ab 19:10 Uhr einen Livestream.
Bei dieser Sonnenfinsternis handelt es sich um ein Archivbild. Am Mittwochabend gibt es neue Eindrücke des Himmelphänomens. Bild © picture alliance/dpa | Lucas Aguayo
Audio
05:42 Min.|10.08.26|Uwe Gradwohl (hr INFO)
Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite
Am heutigen Mittwoch wird es am Himmel über Hessen ungewöhnlich: Der Mond schiebt sich vor die Sonne. Dabei werden in Hessen fast 90 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Die partielle Sonnenfinsternis beginnt am frühen Abend und erreicht gegen 20.15 Uhr ihren Höhepunkt.
Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne allerdings schon sehr tief über dem Horizont. Wer das Himmelsspektakel beobachten möchte, braucht deshalb einen guten Blick in Richtung Westen bis Nordwesten.
In derselben Nacht gibt es noch einen zweiten Grund, nach oben zu schauen: Die Perseiden sind am Himmel unterwegs. Der Sternschnuppenstrom erreicht in der Nacht zum Donnerstag sein Maximum.
Auch die Perseiden erreichen in der Nacht zum Donnerstag ihren Höhepunkt. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)
Gute Chancen auf freie Sicht
Das Wetter dürfte bei der Sonnenfinsternis in Hessen mitspielen. "Höchstwahrscheinlich können wir die sehen", sagt hr3-Meteorologe Martin Gudd.
Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für Mittwochabend gute bis sehr gute Bedingungen. Dank des Hochdruckeinflusses soll es niederschlagsfrei bleiben und meist klar sein. Besonders in Süd- und Mittelhessen sind die Aussichten laut DWD sehr gut.
Weitere Informationen
Sonnenfinsternis-Cam
Auf hessenschau.de können Sie am Mittwoch die Sonnenfinsternis in voller Länge in einem Livestream von ca. 19.10 bis 21 Uhr anschauen.
Ende der weiteren InformationenIm Norden Hessens können am Abend vereinzelt Schleierwolken aufziehen. Die hohen Wolkenfelder dürften die Beobachtung der Sonnenfinsternis aber kaum beeinträchtigen.
Die Sonnenfinsternis beginnt je nach Ort gegen 19.15 Uhr und endet mit dem Sonnenuntergang. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob der Himmel wolkenfrei ist: Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief. Der Blick zum westlichen bis nordwestlichen Horizont muss frei sein.
Livestream
Startet am 12.08.26 um 19:10 Uhr
Ab 19:10 Uhr: Sonnenfinsternis über Hessen
Bild von einer früheren Sonnenfinsternis (Archivbild). Bild © picture alliance/dpa/AP | Natacha Pisarenko
Zeit nehmen und das Schauspiel genießen
Wer zum ersten Mal eine Sonnenfinsternis erlebt, sollte es möglichst entspannt angehen, rät Rainer Schmitz von der Sternwarte Hofheim (Main-Taunus): "Sich Zeit lassen, das Ereignis genießen und darüber nachdenken, was man da eigentlich sieht."
Auch Walter Gröning von der Volkssternwarte Wetterau empfiehlt, den Abend bewusst zu planen. Ein schöner Beobachtungsplatz und etwas Zeit im Freien könnten die Finsternis zu einem besonderen Erlebnis machen. Mit einer geeigneten Sonnenfinsternisbrille lässt sich das Schauspiel bis zum Sonnenuntergang verfolgen.
Wer sich bei der Beobachtung unsicher ist, kann eine Veranstaltung einer Sternwarte oder eines Astronomievereins besuchen. "Dort können Sie gefahrlos einen Blick durch speziell geschützte Teleskope werfen", sagt Marc Streit von der Sternwarte Fulda.
Entscheidend: freie Sicht zum Horizont
Bei der Wahl des Beobachtungsortes kommt es vor allem auf einen freien Blick zum westlichen bis nordwestlichen Horizont an. Die Sonne steht beim Höhepunkt der Finsternis nur noch wenige Grad über dem Horizont. Schon ein Haus, ein Baum oder eine Hügelkette kann die Sicht versperren.
Höhere Standorte haben deshalb Vorteile. Sie sind aber nicht automatisch die beste Wahl. Auch auf flachen Feldern oder in den Niederungen kann die Finsternis gut zu sehen sein, wenn der Horizont frei ist. "Den einen Ort gibt es also nicht", sagt Walter Gröning von der Volkssternwarte Wetterau.
Sonnenfinsternisbrille wird empfohlen
Für die direkte Beobachtung der Sonne ist eine geeignete Sonnenfinsternisbrille oder ein anderer geprüfter Sonnenschutz nötig. Normale Sonnenbrillen reichen nicht aus.
Auch Fotoapparate und Smartphone-Kameraus sollten geschützt werden. Auf die Objektive können Sonnenfilter angebracht werden, damit der Sensor der Kamera nicht beschädigt wird.
Gute Beobachtungsplätze in Hessen
Als Beobachtungsplätze eignen sich in Hessen verschiedene Orte - vor allem Anhöhen und offene Flächen mit freier Sicht zum westlichen bis nordwestlichen Horizont. Einige konkrete Tipps in den hessischen Regionen gibt es dennoch:
- Nordhessen
- Osthessen
- Mittelhessen
- Rhein-Main
- Südhessen
Nordhessen
- Dörnberg: Der Berg bei Habichtswald im Kreis Kassel bietet gute Sicht und unbewaldete, gut erreichbare Plätze. Das empfiehlt Ralf Gerstheimer von der Volkssternwarte in Fuldatal-Rothwesten (Kassel).
- Fuldatal: Auch der Häuschensberg im Ortsteil Rothwesten bietet laut Gerstheimer eine gute Sicht zum Horizont.
- Kassel: In der Karlsaue wird die Sonnenfinsternis am Abend mit speziellen Teleskopen und Brillen beobachtet. Auch auf dem Dach der Grimmwelt gibt es eine Veranstaltung.
Osthessen
- Wasserkuppe: Thomas Düring von der Volkssternwarte Mittelhessen empfiehlt den höchsten Berg der Rhön. Wichtig sei dort ein Platz mit freier Sicht nach Westen.
- Monte Kali bei Heringen (Hersfeld-Rotenburg): Auf dem Gipfelplateau der rund 520 Meter hohen Halde wird eine geführte Beobachtung angeboten. Eine Anmeldung ist erforderlich.
- Wartturm in Eichenzell (Fulda): Auch hier gibt es eine organisierte Beobachtung mit Teleskopen, Sonnenfiltern und kostenlosen Sonnenfinsternisbrillen.
Mittelhessen
- Spiegelslustturm in Marburg: Die Universität Marburg bietet dort eine öffentliche Beobachtung an. Nach der Finsternis können Besucher auch die Perseiden beobachten.
- Burgsolms (Lahn-Dill): Die Volkssternwarte Mittelhessen bietet eine Sonderveranstaltung zur Sonnenfinsternis an.
Rhein-Main
- Großer Feldberg: Rainer Schmitz von der Sternwarte Hofheim empfiehlt den Feldberg wegen der guten Horizontsicht. Er warnt allerdings vor Verkehrschaos auf dem beliebten Aussichtspunkt.
- Wiesbaden: Die Urania-Sternwarte bietet ebenfalls eine Sonderveranstaltung an. Auch hier ist die freie Sicht in Richtung Westen entscheidend.
Südhessen
- Burg Frankenstein: Die Aussichtsplattform der Burg bei Darmstadt eignet sich laut Wolfgang Welz von der Volkssternwarte Darmstadt für die Beobachtung.
- Melibokus und Auerbacher Schloss: Auch diese Aussichtspunkte im Raum Bensheim (Bergstraße) bieten eine gute Ausgangslage.
- Griesheim (Darmstadt-Dieburg): Für eine gute Sicht muss es nicht unbedingt ein Aussichtspunkt sein. Laut Welz eignen sich auch die ebenen Felder östlich von Griesheim, wenn der Horizont frei ist.
"Auch in Feldern Gelegenheit für freie Sicht"
Wer keinen bekannten Aussichtspunkt in der Nähe hat, muss deshalb nicht weit fahren. "Außerhalb der Ortschaften in den Feldern gibt es jede Menge Gelegenheit für freie Sicht“, sagt Liefke.
Entscheidend sei, den passenden Platz vorher zu suchen und zu prüfen, ob die Sonne dort am Abend noch sichtbar ist.