Jung, engagiert und plötzlich verantwortlich
Praktische Erfahrungen sammeln, die Zeit bis zur Uni überbrücken oder sich beruflich neu orientieren und dabei sozial engagieren: Viele Freiwillige starten direkt aus der Schule in den Freiwilligendienst. Im Krankentransport übernehmen junge Freiwillige vor allem die Betreuung und Begleitung von Patienten und deren sicheren Transport zwischen Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und dem eigenen Zuhause.
Außerdem unterstützen sie das Fachpersonal im Rettungsdienst, helfen bei der Vorbereitung der Fahrzeuge und sammeln erste praktische Erfahrungen im medizinischen Bereich. Auch die Fahrerin des Krankentransportwagens in Ahaus war zum Zeitpunkt des Unfalls erst 18 Jahre alt und konnte ihren Führerschein noch nicht lange besessen haben. Wie sieht die Ausbildung und Vorbereitung junger Freiwilliger in der Praxis aus?
Wie werden Freiwillige vorbereitet?
Im Einsatz ist man nie alleine. Jeder Krankentransportwagen wird von einem Team aus zwei Personen besetzt, wobei wir darauf achten, unerfahrenere Kolleginnen und Kollegen mit erfahreneren Kräften zusammenzusetzen. Saskia Frühwirth, Pressesprecherin des DRK-Kreisverbands Neuss e.V.
Nach Angaben des DRK dauert die Vorbereitung auf den Einsatz im Krankentransport mindestens drei Monate. Voraussetzung für den Einsatz seien Volljährigkeit, ein Schulabschluss sowie der Führerschein der Klasse B. Laut Frühwirth müsse die Fahrerlaubnis mindestens sechs Monate vorliegen, bevor Freiwillige selbst ein Fahrzeug führen dürften, um Fahrpraxis zu sammeln.
Auch auf belastende Situationen würden die Freiwilligen vorbereitet. Laut DRK würden schwierige Einsätze in der Regel direkt im Team besprochen. Darüber hinaus stünden interne und externe Ansprechpartner zur Verfügung.
Viele junge Freiwillige
Freiwilligendienste sind bei jungen Menschen beliebt. Im zuletzt abgeschlossenen FSJ-Jahrgang 2024/25 engagierten sich bundesweit 66.667 junge Menschen, darunter 51.034 Neuzugänge.
Auch der Bundesfreiwilligendienst (BFD) wird überwiegend von jungen Menschen ausgeführt, obwohl er grundsätzlich für alle Altersgruppen offen ist. Laut einer Statistik des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben leisteten im September 2026 insgesamt 6.103 Menschen in Nordrhein-Westfalen einen Bundesfreiwilligendienst. Davon waren 5.390 Personen und damit rund 88 Prozent jünger als 27 Jahre.