Totale Sonnenfinsternis: Spanien erlebt historisches Himmelsspektakel

Totale Sonnenfinsternis Spanien erlebt historisches Himmelsspektakel

12.08.2026 · 21:16 Uhr

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Sonnenfinsternis - So begeistert das Spektakel weltweit

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Foto: AP Photo/Bernat Armangue/Bernat Armangue

Madrid · Millionen Menschen in Spanien kamen am Mittwochabend in den seltenen Genuss einer totalen Sonnenfinsternis. Für diejenigen, die es miterlebten, war es ein Jahrhundertereignis.

Millionen Menschen haben in Spanien die erste totale Sonnenfinsternis seit mehr als 100 Jahren miterlebt. In Gartenstühlen, auf Picknickdecken und mit den nötigen Spezialbrillen zur Beobachtung des Himmelsereignisses ausgestattet verfolgten Schaulustige von Nord- bis Zentralspanien, wie sich am Mittwochabend der Mond komplett vor die Sonne schob.

„Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich eine totale Sonnenfinsternis in Spanien erleben werde“, sagte der 24-jährige Physikstudent Óscar Pérez, der aus Deutschland in die zentralspanische Stadt Medinaceli gereist war, vor Beginn des Spektakels. „Ich weiß nicht genau, wann die nächste stattfindet, daher ist es toll, sie jetzt sehen zu können.“

Beginn im Nordwesten

Den Auftakt machte A Coruña im Nordwesten Spaniens. Dort verschwand die Sonne um 20.27 Uhr und 41 Sekunden erstmals in Spanien seit 1905 vollständig hinter dem Mond. Für eine Minute und 18 Sekunden wurde der Tag zur Nacht. Der Mondschatten zog innerhalb weniger Minuten etwa über Kastilien, León, Aragonien und Valencia bis zu den Balearen.

Je nach Standort dauerte die vollständige Verdunkelung in dieser knapp 300 Kilometer breiten sogenannten Totalitätszone zwischen rund 30 Sekunden und knapp zwei Minuten. Einige Beobachter hatten Teleskope aufgebaut, andere hielten den historischen Moment mit ihren Handys fest.

Großer Andrang bis nach Mallorca

Größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt. Vielerorts kam es aber auf den Straßen zu Staus und Verkehrsbehinderungen. Die Behörden hatten mit bis zu 1,5 Millionen zusätzlichen Autofahrten in die Totalitätszone gerechnet. Auf Mallorca zum Beispiel sorgte der Andrang laut Medien bereits am Morgen für erste Behinderungen, vor allem an der Westküste rund um Sóller.

Beim Gebirge Serra de Tramuntana waren mehrere Parkplätze schon Stunden vor Beginn der Sonnenfinsternis vollständig belegt, einzelne Zufahrtsstraßen wurden gesperrt. Viele Besucher der Urlaubsinsel mussten ihre Beobachtungsorte zu Fuß erreichen und dabei teils weite Strecken zurücklegen.

Das Naturereignis lockte Hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Hotels entlang der Totalitätszone waren vielerorts seit langem ausgebucht, einige Privatleute vermieteten Balkone und Dachterrassen mit freier Sicht auf den Horizont für mehrere Hundert Euro.

Der TV-Sender RTVE zeigte unter anderem in Soria rund 200 Kilometer nordöstlich von Madrid eine 80-köpfige Gruppe finnischer Hobbyastronomen. „Für uns alle ist es die erste totale Sonnenfinsternis“, sagte Teilnehmer Ari. Ebenfalls nach Soria war eine dänische Gruppe von 140 Menschen gereist. Sie hatte bereits vor zwei Jahren gebucht.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Wegen hoher Temperaturen, ausgetrockneter Vegetation und anhaltender Waldbrandgefahr hatten die Behörden eine große Sicherheitskampagne gestartet. Mehr als 33.500 Angehörige der Sicherheitskräfte wurden an Beobachtungsorten und Zufahrten eingesetzt.

Im dünn besiedelten Landesinneren wurden nach Angaben des Innenministeriums 350 offizielle und empfohle Beobachtungsplätze eingerichtet, von denen aus die Sonnenfinsternis kurz vor dem Sonnenuntergang zu sehen war. Der Zugang zu weiteren 123 Orten wurde eingeschränkt oder ganz gesperrt, weil Umweltbedingungen oder örtliche Gegebenheiten im Fall eines Waldbrands eine Evakuierung erschweren könnten.

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