„Brutal angespannt“: Bauern droht totaler Ernteausfall – im Süden folgt jetzt das nächste große Problem

Totaler Ernteausfall droht: Süden trifft es besonders – Bauern fordern drei Sofortmaßnahmen

Stand: 14.08.2026, 08:32 Uhr

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In Deutschland droht teils der totale Ernteausfall. Der Bauernverband schlägt Alarm. Ursache sind Trockenheit und Hitze.

Berlin – Trockenheit und Hitze treffen die Landwirtschaft in Deutschland mit voller Wucht. Der Bauernverband rechnet nach aktuellen Angaben mit massiven Ernteeinbußen. Im Süden der Republik droht teils sogar der totale Ernteausfall. Die Einbußen beim Anbau haben auch Folgen auf dem Futtermarkt.

Ein Mähdrescher fährt über ein Feld mit Roggen (Archiv).

Ein Mähdrescher fährt über ein Feld mit Roggen (Archiv). © Sebastian Kahnert/dpa

„Wir gehen von einer unterdurchschnittlichen Ernte bei Getreide, hier insbesondere beim Weizen, und bei Raps aus“, sagt Bauernpräsident Joachim Rukwied dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch bei den Herbstkulturen rechne man mit „erheblichen Ertragseinbußen“. Darunter fallen Kartoffeln, Gemüse, Zuckerrüben, aber auch Sojabohnen und Körnermais.

Trockenheit trifft Bauern hart – Süddeutschland im Fokus

Besonders hart trifft es laut Bauernverband den Süden Deutschlands. Hier drohe teils der „totale Ertragsausfall“, so Rukwied. Etwas besser ist es demnach in nördlichen Regionen, wo es immer wieder etwas geregnet hat. Dort sähen die Bestände noch akzeptabel aus, sagte Rukwied. In der Tendenz werde es aber auch da unterdurchschnittliche Ernten geben.

Und nicht nur das: „Was insgesamt und vor allem in Süddeutschland gerade ein Problem wird, ist, dass kein Futter mehr nachwächst.“ Die anhaltende Hitze und Trockenheit lassen in mehreren Bundesländern – vor allem im Süden – die Futterbestände einbrechen und zwingen vereinzelt Landwirte, Tiere früher als geplant schlachten zu lassen. 

Die Belastungen seien immens, sagte Rukwied. „Ich kenne Kollegen, die ihre Pflanzenschutz- und Düngemittelrechnungen nicht mehr bezahlen können und zur Bank gehen müssen.“ Die Nachfrage nach Liquiditäts- und Überbrückungsdarlehen sei hoch: „Die ökonomische Situation der Landwirtschaft ist brutal angespannt – auf der einen Seite hohe Kosten bei Betriebsmitteln und auf der anderen Seite niedrige Preise für landwirtschaftliche Produkte.“

Bauernpräsident schlägt Alarm und schlägt drei Sofortmaßnahmen vor

Der Bauernpräsident hofft auf Hilfen aus der Politik. Bei Phoenix schlägt Rukwied etwa eine Erhöhung der EU-Düngemittelbeihilfe von 60 auf 180 Millionen Euro sowie das Vorziehen der Auszahlung von 80 Prozent der EU-Direkthilfen an die Bauern auf Oktober vor. Und die „dritte Sofortmaßnahme wäre, die Steuern auf Diesel deutlich zu senken bis mindestens Ende November. Das würde den Bauern kurzfristig helfen und Entlastung bringen.“

Zusätzlich pochte der Bauernpräsident auf die Umsetzung des Koalitionsvertrags der Bundesregierung im Agrarbereich: „Was politisch wichtig ist, ist, dass man eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage einführt.“ So könne für schwierige Jahre ein finanzielles Polster geschaffen werden. Die Landwirtschaft stelle sich bereits seit vielen Jahren auf die Klimaveränderungen ein. Jetzt benötige man rasch hitzetolerantere und widerstandsfähigere Sorten beim Anbau, so Rukwied. (Quellen: dpa, RND, Phoenix) (rjs)