Stand: 14.08.2026, 08:33 Uhr
Deutschland feiert einen Doppel-Triumph bei der Schwimm-EM – und beinah niemand sieht es live. So geschehen aufgrund einer Panne bei der ARD. Die Kritik ist heftig.
Paris – Ein historischer Abend für den deutschen Schwimmsport – doch kaum jemand hat ihn live miterlebt. Johannes Liebmann krönte sich bei der Schwimm-EM in Paris in 7:37,59 Minuten zum ersten deutschen Europameister über 800 Meter Freistil und unterbot dabei seinen eigenen Europarekord um 35 Hundertstel. Sven Schwarz holte Silber und machte den deutschen Doppelsieg perfekt.

Das Problem: Die ARD übertrug das Finale nicht live. Kurz vor dem Start schaltete der Sender zur Tagesschau, danach weiter zur Leichtathletik-EM in Birmingham – selbst im eigens deklarierten Schwimm-Livestream auf sportschau.de. Erst rund eineinhalb Stunden nach dem Rennen, ab 21.35 Uhr, war der Doppelsieg zu sehen.
Nach TV-Panne bei Schwimm-Sensation schimpft Olympiasieger Märtens: „Absolute Schande“
Olympiasieger Lukas Märtens, der gemeinsam mit Liebmann in Magdeburg trainiert, machte seinem Ärger mehr als deutlich Luft: „Dass das nicht im TV übertragen wurde, ist eine absolute Schande, finde ich.“ Er selbst habe das Finale „tatsächlich leider nur im Liveticker“ verfolgt, sagte der 400-Meter-Weltrekordler.
Märtens legte mit einer Forderung nach: „Das hat so ein Junge verdient, das hat Sven verdient, das hat einfach der ganze Schwimmsport verdient. Dass man dann einfach zur Leichtathletik schaltet, obwohl da nicht so wirklich viel passiert ist gestern – fragwürdig für mich. Aber es ändert sich hoffentlich.“
Silberheld Schwarz stimmte ein: „Das ist schon ein Schlag ins Gesicht von Johannes und mir. Die Quote später am Abend zeigt ja, dass viele Leute das gerne gesehen hätten. Und das wiederum ist ein Trostpflaster. Im Endeffekt hatten wir extrem viel Pech mit der Tagesschau. Aber man hätte es ja direkt nachreichen können und nicht erst 90 Minuten später.“
Die ARD räumte auf Nachfrage einen Fehler ein. Sportkoordinator Axel Balkausky erklärte: „Bei der produktionellen Planung der Livestreams von der Schwimm-EM in Paris ist uns ein Fehler unterlaufen, mit der Folge, dass die Wettbewerbe am gestrigen Abend mit der Freistil-Entscheidung über 800 Meter nicht live abgebildet wurden. Diesen Fehler bitten wir zu entschuldigen.“
Die verspätete Ausstrahlung belegte derweil eindrucksvoll, wie groß das Interesse gewesen wäre: 4,08 Millionen Zuschauer verfolgten den Doppelerfolg ab 21.35 Uhr – die zweithöchste Quote des gesamten Abends, knapp hinter der Tagesschau. Balkausky kündigte an, für die weiteren Sendetage mit Livestreams bis zum Ende der Schwimmwettbewerbe vorzusorgen. Immerhin …(rele)