Traditionsreicher Autozulieferer ist insolvent – 290 Jobs in Gefahr

Stand: 06.08.2026, 12:31 Uhr

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Die Autokrise erreicht einen weiteren Zulieferer. Der Kunststoff-Spezialist Hess plastics ist pleite. Nun sucht ein Insolvenzverwalter einen Investor.

Neunkirchen-Struthütten – Die Krise der deutschen Autoindustrie hat einen weiteren Zulieferer erfasst: Die Karl Hess GmbH & Co. KG aus Neunkirchen-Struthütten im Siegerland (NRW) hat Ende Juli beim Amtsgericht Siegen Insolvenz angemeldet. Rund 290 der insgesamt 550 Arbeitsplätze der Firmengruppe stehen damit auf dem Spiel.

Das Interieur eines Autos.

Ein traditionsreicher Autozulieferer, der als Kunststoff-Spezialist galt, muss Insolvenz anmelden. © Thomas Geiger/dpa/Symbolbild

Das 1950 gegründete Unternehmen, bekannt unter der Marke Hess plastics, stellt Kunststoffteile für Kunden aus der Auto-, Elektronik- und Haushaltsgerätebranche her. Trotz der Insolvenz läuft der Geschäftsbetrieb zunächst weiter, die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld abgesichert.

Automobilbranche als Hauptursache der Krise

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Nikolaos Antoniadis von der Kanzlei Anure bestellt. Er führt derzeit Gespräche mit Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern und macht deutlich, worauf es jetzt ankommt: „Eine langfristige Sicherung des Unternehmens und der Arbeitsplätze ist nur durch einen Investor möglich“, sagt der Rechtsanwalt gegenüber bild.de.

Rund drei Viertel des Umsatzes erwirtschaftet Hess plastics mit der Autoindustrie – ausgerechnet in diesem Bereich ist die Nachfrage zuletzt massiv eingebrochen. Wie stark die Erlöse zurückgegangen sind, will das Unternehmen nicht offenlegen. Antoniadis begründet das so: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu betriebsinternen Zahlen nicht äußern, da dies Interna sind.“

Verschärft wurde die Lage durch stark gestiegene Energie- und Rohstoffpreise, die die besonders energieintensive Kunststoffproduktion zusätzlich belasteten. Bereits vor dem Insolvenzantrag hatte die Geschäftsführung reagiert: Die Verwaltung wurde verschlankt, Personal abgebaut, Kosten gesenkt und unrentable Projekte eingestellt. Diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die wirtschaftliche Schieflage abzuwenden.

Hoffnung auf einen Investor

Erste Gespräche mit möglichen Interessenten laufen bereits. Beim Blick auf die Erfolgsaussichten bleibt der Insolvenzverwalter zurückhaltend: „Es gibt durchaus Chancen, einen Investor zu finden, allerdings ist es für eine belastbare Aussage schlicht noch zu früh.“ Zuversichtlich stimmt ihn dabei die Substanz des Unternehmens: „Hess plastics verfügt über moderne Produktionskapazitäten und hohe Entwicklungskompetenz.“ (Quellen: bild.de, oe24.at) (han)