Kiel sieglos: Jetzt meldet sich der Torwart zu Wort

Fußball

„Trainer kann uns nicht jeden Schritt vorsagen“: Ex-HSV-Coach Walter in der Krise

Hat keines der ersten sieben Saisonspiele mit Holstein Kiel gewonnen: Trainer Tim Walter
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Holstein Kiel bleibt nach sieben Spielen sieglos. Trainer Tim Walter bekommt Rückendeckung, während Torwart Timon Weiner einfacheren Fußball fordert.

Holstein Kiel wartet auch im Oktober noch auf den ersten Saisonsieg. Nach dem 0:1 in Braunschweig wächst der Druck – doch Trainer Tim Walter bekommt weiter Rückendeckung. Auch wenn aus der Mannschaft erste kritische Töne anklingen.

Sieben Spiele, kein einziger Sieg: Holstein Kiel steckt nach der 0:1-Niederlage bei Eintracht Braunschweig tief in der Krise der 2. Bundesliga.

Trainer Tim Walter hält trotzdem an seinem Kurs fest. „Die Jungs sind cool. Die sind gut. Die haben eine sehr gute Energie. Sie glauben an sich“, sagte er nach dem Nordduell.

Holstein Kiel in der Krise: Walter glaubt weiter an sein Team

Walter zeigte sich überzeugt davon, dass sich die Arbeit seiner Mannschaft irgendwann auszahlen werde. „So wie sie arbeiten, kann das nicht sein, dass wir uns nicht irgendwann das Glück zurückholen.“

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Der 50-Jährige stellte sich demonstrativ vor seine verunsicherte Mannschaft. „Die Art und Weise, wie sie agieren, ist genau das, was ich von ihnen verlange. Als Trainer kann man sich nicht mehr wünschen – außer, dass wir uns mehr belohnen und Spiele gewinnen.“

Holstein Kiel in der Krise: Rebbe stärkt Tim Walter

Eine Trainerdiskussion gibt es in Kiel zumindest bislang nicht. Sport-Geschäftsführer Olaf Rebbe gab nach der Partie zwar keine Interviews mehr, hatte sich vor dem Anpfiff bei Sky aber deutlich zu Walter bekannt.

Den Reflex, über einen Trainerwechsel nachzudenken, „gibt es in gar keiner Weise“, sagte Rebbe. „Mir machen gewisse Dinge Mut: die Intensität. Die Ansprache an die Mannschaft. Wie die Gruppe zusammen ist.“

Rebbe hatte Walter im vergangenen Februar mitten im Abstiegskampf der 2. Liga nach Kiel zurückgeholt. Der Klassenerhalt gelang dem früheren HSV-Trainer.

Holstein Kiel nach großem Umbruch noch ohne Erfolg

Der große Umbruch im Sommer mit jeweils rund einem Dutzend Zu- und Abgängen ist bislang dagegen nicht aufgegangen.

Walter führt die schwierige Situation auch auf die jüngere Vergangenheit des Vereins zurück. Kiel war 2025 aus der Bundesliga abgestiegen und hatte 2026 in der 2. Liga erneut gegen den Abstieg gekämpft.

„Es war eine wirklich schwere Zeit für Holstein – vor allem die letzten zwei Jahre. Dann ist es nicht ganz leicht, das einfach abzuschütteln“, sagte Walter der ARD.

Und weiter: „Manchmal muss man durch Täler gehen, um letztendlich den Gipfel zu erklimmen. Das ist ganz normal.“

Weiner fordert einfacheren Fußball

Torwart Timon Weiner, der seit acht Jahren im Verein ist und von Walter nach dessen Rückkehr wieder zur Nummer eins gemacht wurde, nahm seine Mitspieler zunächst ebenfalls in Schutz.

„Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Wir haben alles rausgehauen“, sagte Weiner.

Danach schlug er allerdings einen kritischeren Ton an. „Ich glaube, man muss einfach nicht immer alles vorgeben. Das ist vielleicht auch das Problem, dass wir alles ein bisschen zu viel überdenken.“

Die größten Chancen seien über die rechte Seite entstanden. Solche Situationen müsse die Mannschaft selbst erkennen, sagte Weiner. „Da kann uns der Trainer jetzt auch nicht jeden Schritt im Spiel vorsagen. Sondern wir müssen auch einfach wieder ein bisschen einfacher Fußball spielen.“ (dpa/mp)