„Kakerlaken“-Bewegung
Im Vorfeld einer Großkundgebung in Neu-Delhi hat die indische Polizei den Gründer der als „Kakerlaken“ bekannten Protestbewegung festgenommen. Abhijeet Dipke sowie zwei weitere Anführer der Bewegung seien nach ihrer Landung am Samstag in Gewahrsam genommen worden, teilte die Gruppierung mit. Die Demonstration richtet sich gegen mutmaßliche Wahlmanipulation.
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TV-Berichten zufolge hatte die Polizei Dipke zuvor auf dem Flughafen aufgefordert, die geplante Demonstration abzusagen. Als Grund wurde angeführt, dass die Behörden diese verboten hätten. Parallel ging die Polizei in der Hauptstadt mit einem Großaufgebot gegen potenzielle Protestteilnehmerinnen und -teilnehmer vor.
Um Versammlungen zu unterbinden, wurden U-Bahn-Stationen gesperrt, wichtige Straßen blockiert und das mobile Internet gekappt. Im Stadtzentrum seien rund 200 Demonstrierende festgenommen worden, hieß es in Polizeikreisen. Medienberichten zufolge wurde auch die in Indien bekannte Studierendenaktivistin Neha Bora von der Polizei in Gewahrsam genommen.
Indien: Gründer der „Kakerlaken“-Bewegung festgenommen
Die indische Polizei hat auf dem Flughafen von Neu-Delhi Abhijeet Dipke, den Gründer der „Kakerlaken“-Bewegung, festgenommen.
Bewegung zwang Bildungsminister zum Rücktritt
Die „Kakerlaken“-Bewegung („Cockroach Janta Party“, CJP) war im Mai zunächst als satirische Reaktion auf Äußerungen des obersten Richters Surya Kant entstanden, der junge Regierungskritikerinnen und -kritiker während einer Anhörung Berichten zufolge mit „Kakerlaken“ und „Parasiten“ verglichen hatte.
Die Bewegung gilt als eine der größten Herausforderungen von Indiens Premier Narendra Modi seit dem Beginn seiner dritten Amtszeit im Jahr 2024. Im Juli protestierte die Bewegung gegen Missstände im Bildungssystem. Nach dem Rücktritt des Bildungsministers erklärte die Bewegung ihre Proteste für beendet.
Manipulationsvorwürfe gegen Wahlkommission
Die neuen Protest richten sich gegen den mutmaßlichen Versuch von Wahlmanipulation. Die „Kakerlaken“-Bewegung wirft der Wahlkommission vor, Wählerlisten in riesigem Ausmaß zugunsten der Regierungspartei BJP von Premierminister Modi manipuliert zu haben.
Auslöser ist ein Bericht der Zeitung „Indian Express“, demzufolge stellvertretende Leiter der Wahlkommission Bedenken gegen die Streichung von rund 130 Millionen Wählerinnen und Wähler geäußert hatten. Die Wahlkommission und die BJP haben die Vorwürfe zurückgewiesen.
Die „Kakerlaken“-Bewegung fordert den Rücktritt des Chefs der Wahlkommission, Gyanesh Kumar. Bei den Protesten geht es um die umstrittene Überprüfung von Wählerverzeichnissen durch die Wahlkommission. Sie soll nach Angaben der Kommission dazu dienen, doppelte Einträge und die Namen nicht wahlberechtigter Menschen zu entfernen. Oppositionsparteien beklagen, der Schritt könne Menschen ihres Wahlrechts berauben, was der Regierungspartei von Premierminister Modi zugutekäme.