Trauer in den Niederlanden Vor der WM aussortierter Referee mit 38 Jahren gestorben
Amsterdam · Der niederländische Fußball trauert um Rob Dieperink. Wegen eines heftigen Verdachts war der Spitzenschiedsrichter vor der WM in die Schlagzeilen gerutscht.
13.07.2026 , 18:29 Uhr
Der niederländische Fußball trauert um Top-Schiedsrichter Rob Dieperink. (Archivbild)
Foto: Maurice Van Steen/ANP/dpa
Der vom Weltverband FIFA für die WM aussortierte Spitzenschiedsrichter Rob Dieperink ist im Alter von 38 Jahren gestorben. Das teilte der niederländische Fußballverband KNVB mit. Angaben zu den Todesumständen machte der Verband nicht. Dieperink war Mitte Mai in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit gerückt, als die FIFA ihn von der Schiedsrichter-Liste für die Weltmeisterschaft gestrichen hatte. Eine offizielle Begründung hatte es damals nicht gegeben. Zuvor waren Ermittlungen gegen Dieperink wegen des Verdachts auf sexuelle Nötigung eingestellt worden.
Ursprünglich sollte Dieperink bei dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko als Video-Referee eingesetzt werden. Berichten von „The Athletic“ und „De Telegraaf“ zufolge war Dieperink die sexuelle Nötigung eines Minderjährigen in London vorgeworfen und der Niederländer festgenommen worden. Die anschließenden polizeilichen Ermittlungen, bei denen auch Videomaterial gesichtet wurde, seien den Berichten zufolge aber aus Mangel an Beweisen eingestellt worden.
„Mit Bestürzung und großer Trauer haben wir vom Tod von Rob Dieperink erfahren“, teilte der KNVB nun mit. Der Verband verliere „einen geschätzten Schiedsrichter mit internationaler Erfahrung, wir aber vor allem einen lieben Kollegen“, hieß es weiter. „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihm nahestanden. Wir wünschen ihnen viel Kraft und Stärke bei der Bewältigung dieses großen Verlusts.“
Dieperink bedauerte WM-Aus und beteuerte Unschuld
Wie die „De Telegraaf“ berichtete, sei Dieperink enttäuscht über seine WM-Ausbootung gewesen. „Es macht mich sehr traurig, dass ich zu Unrecht beschuldigt wurde“, wurde der Referee damals zitiert. Er habe nach eigener Aussage vollumfänglich mit der Polizei kooperiert sowie die FIFA, die Europäische Fußball-Union (UEFA) und den KNVB informiert. Vom niederländischen Verband hieß es damals, dass Dieperink weiter Spiele der Eredivisie leiten dürfe.
© dpa-infocom, dpa:260713-930-379407/1
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