Extreme Hitze und anhaltende Dürre setzen großen Teilen Europas zu. In mehreren Ländern wüten derzeit Waldbrände – darunter in beliebten Urlaubsländern wie Spanien, Italien und Frankreich. Besonders bitter: Der Ausbruch der Feuer fällt mitten in die Ferienzeit. Auf Echtzeitkarten der NASA und des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) oder bei Google Maps lässt sich verfolgen, welche Regionen derzeit betroffen sind. Wie ist die aktuelle Lage?
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Waldbrände in Europa: Feuer in Spanien fordern 13 Tote
Besonders hart trifft es Spanien. In der andalusischen Provinz Almería sind bereits mehrere Tausend Hektar Land niedergebrannt. Das verheerende Feuer war am Donnerstagmittag in Los Gallardos ausgebrochen, ausgelöst offenbar durch ein herabgestürztes Stromkabel. 13 Menschen kamen ums Leben, rund 1.500 mussten die Region vorübergehend verlassen. In der Gegend leben viele Ausländer, vor allem Briten. Darüber hinaus brennt es auch in der Nähe von Barcelona und Madrid.
In Frankreich brannten etwa 800 Hektar des Waldes von Fontainebleau, etwa 50 Kilometer südlich von Paris. Das teilten die Behörden am Montag mit. Dies entspricht etwa fünf Prozent der gesamten Waldfläche, der grünen Lunge der französischen Hauptstadt. Der massive Waldbrand behinderte zeitweise den Reiseverkehr Richtung Süden. 200 Menschen mussten evakuiert werden, verletzt wurde bislang niemand.

07.07.2026, Frankreich, Montalba-Le-Château: Autowracks stehen in einem verbrannten Gebiet© Lionel Bonaventure/AFP/dpa | LIONEL BONAVENTURE
Auch in Italien wurden in mehreren Regionen Waldbrände gemeldet. Im Piemont im Norden wurden laut Behörden etwa 70.000 Bäume binnen weniger Tage vernichtet. Auch die beiden großen Inseln Sizilien und Sardinien waren betroffen. Verletzte gab es keine. Die Hitzewelle soll laut Vorhersagen noch mindestens zehn Tage anhalten. Auf Sardinien werden sogar bis zu 43 Grad erwartet.
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Waldbrände in Kroatien und Griechenland: Feuer wüten an mehreren Orten
In Kroatien gibt es zwei größere Brände. Betroffen seien das Gebiet Jelinjak bei Grebaštica in der Gespanschaft Šibenik-Knin sowie die Umgebung von Blato auf der Insel Korčula in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva. Darüber berichtet „Die Stimme Kroatiens“.
Auch Griechenland kämpft gegen Waldbrände. Letztes Wochenende loderte in der Nähe der Großstadt Thessaloniki ein heftiges Feuer. Nach Angaben des griechischen Feuerwehrdienstes brachen innerhalb von 24 Stunden landesweit insgesamt 60 Brände aus. Die meisten konnten jedoch rasch unter Kontrolle gebracht werden.

05.07.2026, Griechenland: Dichter Rauch steigt während eines Waldbrands am Stadtrand der im Norden gelegenen Stadt Thessaloniki.© Giannis Papanikos/AP/dpa | Giannis Papanikos
In mehreren Regionen Griechenlands, darunter der Großraum Athen, die Attika und die Urlaubsinsel Kreta, galt zeitweise die zweithöchste Waldbrand-Warnstufe.
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Waldbrandgefahr in Südengland steigt wegen Rekord-Hitzewelle an
In Südengland sprechen die Behörden von einer „außergewöhnlich“ hohen Waldbrandgefahr. Der Grund ist eine seit Wochen andauernde beispiellose Hitzewelle im Vereinigten Königreich. Die Organisation Natural England gab am Montag Warnungen für mehrere Gebiete aus, darunter Badeorte wie die Isle of Wight sowie die südlichen Küstenstädte Bognor Regis und Lyme Regis.
In London hatte die Feuerwehr bereits am Wochenende ein „extremes“ Waldbrandrisiko für die britische Hauptstadt erklärt. Am Sonntag hatte ein Waldbrand an den südöstlichen Ausläufern der Millionenmetropole Felder in Brand gesetzt. Derweil kämpften Feuerwehrleute auch in Nordengland und Wales gegen Brände.
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Warum Waldbrände Feuerwehren aktuell beschäftigen
Auch in Deutschland steigt derzeit die Gefahr für Waldbrände. Feuerwehren dringen auf mehr Investitionen in Fahrzeuge und Technik, um noch besser gegen Feuer in Wäldern und im Gelände gewappnet zu sein. „Wir laufen noch immer hinterher. Insbesondere Spezialfahrzeuge könnten wir mehr gebrauchen“, sagte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Karl-Heinz Banse, der Deutschen Presse-Agentur. „In den letzten Jahren hat sich allerdings schon einiges getan, es ist sehr viel beschafft worden.“
Bei der jüngsten Hitzewelle Ende Juni brannte es gleich in mehreren Bundesländern. In Nürnberg kämpften in der Nacht zum Samstag Hunderte Einsatzkräfte nahe dem Messegelände stundenlang gegen Flammen.
Waldbrände in Urlaubsländern: Was ist, wenn die Reise erst ansteht?
Der Urlaub steht vor der Tür und es lodern Brände: Das macht Sorgen. Doch Ängste vor Waldbränden allein begründen keine kostenlose Absage der Reise. Ohne sonst fällige Stornogebühren zurücktreten können Urlauber nur, wenn es beispielsweise um das Hotel große Zerstörungen durch ein Feuer gibt.
Reiserechtlich spricht man dann von unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen, die die Durchführung einer Reise erheblich beeinträchtigen.
Wichtig: Dieses Recht gilt nur bei Pauschalurlauben, also bei von Veranstaltern verkauften Reisepaketen, beispielsweise aus Flug und Hotel. In der Regel sagen Veranstalter auch selbst Reisen ab oder bieten Umbuchungen an, wenn wegen Naturkatastrophen vor Ort für Urlauber kaum kalkulierbare Risiken bestehen. Deshalb sollten Pauschalreisende immer erst mit ihrem Reiseveranstalter Kontakt aufnehmen, wenn sie mit Stornogedanken spielen.
Wer individuell gebucht hat, kann sich nicht auf außergewöhnliche Umstände berufen oder den Reiseveranstalter in die Pflicht nehmen.
Aber: Bereits gebuchte Leistungen wie Flug und Unterkunft muss man nach deutschem Recht nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden, so der ADAC. Etwa, wenn das Hotel wegen der Situation vor Ort schließen muss. Sei es aber zugänglich, ohne dass Urlauber sich in Gefahr begeben, sei man auf Kulanz angewiesen – falls man keinen flexiblen Zimmertarif gebucht hat, der eine kurzfristige Stornierung ohne Gebühren ohnehin erlaubt.
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Was ist, wenn man schon vor Ort ist?
Was Rechte in dieser Situation angeht, muss wieder zwischen Pauschalreise und Individualurlaub unterschieden werden. Pauschalurlauber können unter Umständen Teile des Reisepreises im Nachgang zurückfordern. Beispielsweise, wenn Qualm den Erholungszweck beeinträchtigt oder geplante Ausflüge wegen der Situation vor Ort gestrichen werden.
Für eine erhebliche Beeinträchtigung wegen Smog konnten Urlauber laut vergangenen Gerichtsentscheidungen schon 50 Prozent des Reisepreises für die betroffenen Tage zurückverlangen. Wichtig ist laut der Verbraucherzentrale Hamburg aber, dass man den Mangel unverzüglich vor Ort dem Veranstalter anzeigt und nicht erst nach der Rückkehr.
2025 sprach das Amtsgericht Neuss einer Urlauberin sogar die Rückzahlung des gesamten Reisepreises zu: In der Nähe des Hotels wütete ein Waldbrand und die Flammen waren deutlich sichtbar. Sie hatte den Urlaub darum abgebrochen und selbst einen Rückflug gebucht, nachdem der Veranstalter dies abgelehnt hatte, weil keine akute Gefahr vorgelegen habe. Doch laut Gericht war der Zweck einer Erholungsreise nicht mehr erfüllt. (Az.: 94 C 276/25)
Veranstalter haben allgemein in solchen Situationen Fürsorgepflichten und müssen sich darum kümmern, dass sie für ihre Gäste im Zweifel Ersatzunterkünfte oder Flüge organisieren, wenn die Situation vor Ort riskant wird. Endet der Urlaub frühzeitig, gibt es anteilig den Reisepreis zurück.

Hat man individuell gebucht, gilt indes: Man muss sich selbst um die frühzeitige Abreise oder den Hotelwechsel kümmern und auch die Kosten dafür tragen.
mit dpa/afp