Triumph im Supercup - FC Bayern gewinnt ersten Titel gegen Borussia Dortmund

Manuel Neuer (v.) und die Spieler des FC Bayern München bejubeln den Gewinn des Supercups mit der Trophäe

Zementierte Machtverhältnisse Supercup: FC Bayern gewinnt ersten Titel gegen Borussia Dortmund

Stand: 23.08.2026 • 00:00 Uhr

Der FC Bayern hat sich mit einem verdienten Sieg bei Borussia Dortmund den Franz Beckenbauer Supercup gesichert. Der BVB entwickelte zu spät den nötigen Offensivgeist.

Jörg Strohschein

Den ersten Titel in dieser Saison hat der FC Bayern gewonnen: Der Meister und Pokalsieger aus München gewann am Smastag beim Vize-Meister Borussia Dortmund mit 2:1 (2:0) und sicherte sich den Franz Beckenbauer Supercup. Neben einem neuen Pokal nimmt der FCB auch eine Siegprämie von rund drei Millionen Euro mit zurück in die Heimat.

Für die Münchner trafen Nathaniel Brown (28.) und Michael Olise (45.+1). Für den BVB Fabio Silva (75.). BVB-Verteidiger Ramy Bensebaini sah die Rote Karte (90).

Das Team von Trainer Vincent Kompany hat vor rund 82.000 Zuschauern deutlich gemacht, dass es nicht vorhat, dass sich herrschenden Machtverhältnisse im deutschen Fußball verändern. Für den BVB war diese lange Zeit ernüchternde Partie eine Woche vor Saisonbeginn ein herber Dämpfer bei der Hoffnung, womöglich deutlich näher an den Rekordmeister herangerückt zu sein.

"Heute konnten wir nicht viel mehr machen. Wir sind sehr zufrieden mit diesem Sieg. Wir müssen jetzt auch weiter Titel gewinnen, das ist das Wichtigste", sagte Bayern-Trainer Kompany bei Sat 1.

Noch nicht alle Karten auf dem Tisch

Verlieren wollte keines der beiden Teams, auch weil es um viel Prestige ging. Aber sowohl BVB-Trainer Niko Kovac als auch FCB-Coach Vincent Kompany legten noch lange nicht alle (Personal-) Karten auf den Tisch.

Beim BVB begannen Konstantinos Karetsas, für 30 Millionen Euro aus Belgien vom KRC Genk gekommen, und der Franzose Joane Gadou (19,5 Millionen/RB Salzburg). Giannis Konstantelias und Joey Veerman bleiben zunächst draußen. Und bei den Bayern? Nationalspieler Brown spielte von Beginn an, Ismael Saibari saß hingegen auf der Ersatzbank.

Bei aller Rivalität: Zu viele interne Einblicke wollten die beiden Kontrahenten zu diesem frühen Zeitpunkt dann noch nicht gewähren - auch weil der ein oder andere Integrationsprozess bei den Neuzugängen auch noch Zeit benötigt.

Bayern übernehmen Initiative

Die Bayern, bei denen WM-Teilnehmer wie etwa Harry Kane, Olise oder auch Luis Diaz trotz einer verkürzten Vorbereitungszeit in der Startelf standen, übernahmen zunächst die Initiative. Der BVB verteidigte zunächst sehr kompakt - und setzte selbst auf schnelles Umschaltspiel.

Da aber auch die Bayern nicht vorhatten, die Verteidigungsarbeit zu vernachlässigen, gab es für den BVB bis auf zwei ungenaue Torannäherungen keine nennenswerten Torchancen.

"Zehner" Brown trifft

Nach 27 Minuten zeigte dann allerdings Bayerns Neuzugang Brown, weshalb sich die Münchner so viel vom Ex-Frankfurter versprechen. Nach Vorarbeit von Olise verwandelte der 23-Jährige aus 15 Metern und zentraler Position eiskalt und unhaltbar ins rechte untere Toreck zum 1:0 für die Gäste. "Ich bin nicht so gut ins Spiel reingekommen. Das Tor hat mir sehr geholfen", sagte Brown bei Sat 1.

Dass Brown so weit vorne in der Offensive auftauchte, war kein Zufall. Bei der WM musste Brown noch den linken Verteidiger geben, unter Kompany spielt Brown auf der Position Zehn in der Zentrale - und ersetzte dort Jamal Musiala, der wegen einer neurologischen Dysfunktion Absencen erlebt und deshalb nicht im FCB-Kader berücksichtigt wurde. Die Aufgabe schien Brown zu gefallen. Nicht nur bei seinem Torabschluss zeigte er sein fußballerisches Vermögen.

Olise trifft, überforderter BVB

Nach dem ersten Treffer der Partie entwickelte sich eine offenere Partie, in der die Münchner deutlich gefährlicher agierten - allerdings einige Chancen geradezu leichtfertig vergaben.

BVB-Torhüter Gregor Kobel musste erstmals richtig beim Schlenzer von Angreifer Luis Diaz (36.) eingreifen. Als Brown vier Minuten vor der Pause von halblinks alleine vor Kobel auftauchte, schloss der Münchner zum Glück für den BVB zu ungenau ab. Und auch Olise (45.) verpasste es zunächst, den zweiten Treffer zu erzielen.

Doch der Franzose nutzte gleich die nächste Chance zum 2:0. Nach einem katastrophalen Fehlpass von BVB-Mittelfeldmann Jobe Bellingham schloss Olise ein Solo über 40 Meter souverän per Flachschuss ab. Die Dortmunder wirkten phasenweise überfordert vom Münchner Angriffswirbel.

Mehr Offensivgeist in Hälfte zwei, Tor von Silva

Den zweiten Durchgang gingen die Dortmunder dann deutlich mutiger und zielstrebiger in der Offensive an, was auch dringend notwendig war. Ihre Druckphase in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte konnten sie aber nicht mit einem Torerfolg abschließen, auch weil FCB-Torhüter Manuel Neuer glänzend gegen Karetsas parierte.

Dem Kompany-Team gelang es, die Partie wieder in den Griff zu bekommen und zu beruhigen. Doch genau in diesem Moment schlugen die Dortmunder überraschend zu. Nach einer schönen Kombination verwandelte Fabio Silva zum 1:2.

Beier vergibt letzte BVB-Möglichkeit

Im Anschluss versuchte das Kovac-Team, den Ausgleich zu erzielen, aber die Bayern schafften es den BVB - auch mit ein wenig Glück - in Schach zu halten. Maximilian Beier hatte die große Chance zu Ausgleich auf dem Fuß, vergab aber alleine vor Neuer. Die Dortmunder hatten allerdings zu spät die nötige Energie entwickelt, um diese Partie für sich entscheiden zu können.

Zu allem Überfluss für den BVB bekam Bensebaini von Schiedrichter Daniel Schlager nach einem groben Foulspiel am spät eingewechselten Münchner Saibari noch die Rote Karte gezeigt. Die Sperre, die gegen den Dortmunder ausgesprochen werden dürfte, gilt für seine künftigen Einsätze im DFB-Pokal.

Dort greifen Dortmund und Bayern erste nach dem Bundesliga-Start am kommenden Wochenende ein. Die Liga eröffnet Meister Bayern München am Freitag (20.30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart. Dortmund empfängt Samstagabend (18.30 Uhr) den Hamburger SV.