Trump kürt sich zum größten US-Präsidenten aller Zeiten – Biden und Obama sind für ihn „Failures“
Stand: 08.09.2026, 13:29 Uhr
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Trump hat seiner Liste mehrere Präsidenten hinzugefügt und damit eine frühere Version aktualisiert – sich selbst behielt er jedoch weiterhin an der Spitze.
Präsident Donald Trump hat eine überarbeitete Version seiner Rangliste der US-Präsidenten veröffentlicht und damit eine Grafik erweitert, die er wenige Tage zuvor gepostet hatte. In der ursprünglichen Version hatte er sich selbst allein in eine Kategorie mit der Bezeichnung „The Greatest“ über Abraham Lincoln, George Washington und Franklin D. Roosevelt gestellt.
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(Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)
Das aktualisierte Ranking, das am Sonntag auf Truth Social veröffentlicht wurde, belässt Trump in einer eigenen Spitzengruppe, fügt aber eine Reihe früherer Präsidenten hinzu, die in der zuvor geteilten Version fehlten. Unter den nun neu aufgenommenen Namen sind Ronald Reagan, Dwight D. Eisenhower, John F. Kennedy, Richard Nixon, Gerald Ford, George H.W. Bush und George W. Bush.

Trumps ursprüngliche Grafik erregte Aufmerksamkeit, weil sie stark an ein berühmtes Präsidenten-Ranking erinnerte, das der Historiker Arthur M. Schlesinger Sr. 1948 für das Magazin LIFE erstellt hatte. Beobachter wiesen auf Parallelen in der Kategorisierung und der Einordnung mehrerer Präsidenten hin, auch wenn Trump sich selbst an die absolute Spitze setzte und damit deutlich vom historischen Vorbild abwich. Dem entgegen soll Trumps Zustimmung der Wähler eingebrochen sein.
Trump verfeinert sein persönliches Präsidenten-Ranking
In der überarbeiteten Fassung von Trumps Grafik, die zwei Wochen nach dem ersten Beitrag erschien, zeigen sich mehrere bemerkenswerte Änderungen. Neben zusätzlichen Namen hat er auch die Bewertung einiger bereits aufgeführter Präsidenten angepasst und mehrere Kategorien neu bestückt.
Am auffälligsten ist die Aufnahme Reagans, der in der früheren Rangliste fehlte, obwohl er seit Langem als Ikone des Konservatismus gilt. Er wurde nun in die Kategorie „Near Great“ eingestuft. Eisenhower wurde ebenfalls in diese Stufe aufgenommen und damit deutlich über vielen anderen republikanischen Präsidenten des 20. Jahrhunderts platziert.
Die überarbeitete Liste umfasst außerdem mehrere Präsidenten des 20. Jahrhunderts, die in der Originalversion nicht vorkamen. Kennedy und Nixon werden nun als „Average“ geführt, was sie in die Mitte des Feldes rückt, während andere einst einflussreiche Figuren deutlich schlechter abschneiden.
Neue Einordnungen und Abstufungen im aktualisierten Schaubild
Ford und George H.W. Bush wurden der Stufe „Below Average“ hinzugefügt, gemeinsam mit Lyndon B. Johnson, der ebenfalls nicht auf Trumps früherer Grafik erschienen war. Ihre Aufnahme deutet auf eine breitere Abdeckung der Nachkriegspräsidenten hin, auch wenn ihre Bewertungen aus Sicht vieler Historiker umstritten sein dürften.
Eine weitere auffällige Änderung betrifft die Einstufung von Herbert Hoover. Hoover war zuvor als „Average“ gelistet, wurde in der überarbeiteten Version jedoch in die Kategorie „Failures“ versetzt. Ebenfalls neu in diese Gruppe aufgenommen wurde George W. Bush, den Trump damit an das untere Ende seiner Skala rückt.
Trotz der Ergänzungen und Umgruppierungen bleibt Trump als Einziger in der höchsten Kategorie mit dem Titel „The Greatest“. Unter ihm rangieren weiterhin Lincoln, Washington, Franklin D. Roosevelt, Thomas Jefferson und Andrew Jackson, die nach wie vor die Stufe „Great“ besetzen und so eine eigene Ehrenreihe direkt unter Trumps Spitzenplatz bilden.
Reagans Rolle im konservativen Gedächtnis
Das Fehlen Reagans in Trumps ursprünglicher Grafik hatte besondere Aufmerksamkeit erregt, da Reagan von vielen Republikanern seit Jahrzehnten als moderner Leitstern der konservativen Bewegung betrachtet wird. In der politischen Erinnerung der Partei gilt seine Präsidentschaft oft als Maßstab für wirtschaftliche und außenpolitische Erfolge.
Trump und Reagan werden häufig in Debatten über Kurs und Führung der Republikanischen Partei miteinander verglichen. In den vergangenen Jahren deuteten Umfragen darauf hin, dass Trump Reagan als jenen republikanischen Präsidenten überflügelt hat, der von Wählern der GOP am meisten bewundert wird, was Trumps Bedeutung in der Partei unterstreicht.
Das Fehlen Reagans fiel daher umso stärker ins Gewicht, da die Rangliste ansonsten zahlreiche Präsidenten enthielt, die von Konservativen gemeinhin positiv bewertet werden, darunter Washington, Jefferson, Jackson und Theodore Roosevelt. Kritiker sahen darin einen Hinweis auf Trumps Neigung, eigene Loyalitäten über das traditionelle konservative Pantheon zu stellen.
Reagan rückt nun in die Gruppe der „Near Great“-Präsidenten
Obwohl Trump die Änderungen an der Grafik öffentlich nicht erläutert hat, ordnet die überarbeitete Version Reagan nun den „Near Great“-Präsidenten der Nation zu. Diese Gruppe ist direkt unter Trumps alleiniger Spitzenkategorie angesiedelt und hebt Reagan damit klar aus dem Mittelfeld hervor.
Reagans neue Einstufung stellt eine Annäherung an das Selbstverständnis vieler Republikaner dar, die seine Präsidentschaft nach wie vor hoch einschätzen. Zugleich bleibt die Botschaft bestehen, dass Trump sich selbst über alle anderen historischen Figuren des konservativen Spektrums stellt.
Für Beobachter des innerparteilichen Machtkampfs liefert die Änderung weiteres Material, um Trumps Verhältnis zur republikanischen Tradition zu deuten. Während klassische Ikonen aufgewertet werden, bleibt seine eigene Sonderstellung unangetastet und unterstreicht den Führungsanspruch, den er in der Partei erhebt.
Welche Präsidenten fehlen in Trumps Liste?
Trumps überarbeitete Rangliste umfasst 43 Präsidenten und lässt damit mehrere Oberbefehlshaber vollständig außen vor. Die Auswahl spiegelt seine subjektive Sicht auf die amerikanische Geschichte wider und setzt deutliche Schwerpunkte auf das 19. und 20. Jahrhundert.
Unter den nicht aufgeführten Staatschefs ist John Tylers unmittelbarer Vorgänger William Henry Harrison, der 1841 nur 31 Tage amtierte, bevor er im Amt starb, womit seine Präsidentschaft die kürzeste in der US-Geschichte blieb. Seine kurze Amtszeit könnte dazu beigetragen haben, dass er in Trumps Schema keine eigene Kategorie erhielt.
Die Liste lässt außerdem James Garfield aus, den Vorgänger von Chester A. Arthur, der 1881 nach weniger als einem Jahr im Amt ermordet wurde. Auch seine kurze Präsidentschaft scheint in Trumps Bewertungssystem keinen festen Platz gefunden zu haben, obwohl Historiker Garfields Reformbemühungen teils positiv würdigen.
Wie viele US-Präsidenten gab es bislang?
Die Vereinigten Staaten hatten bislang 45 verschiedene Personen im Amt des Präsidenten, von George Washington bis Donald Trump. Diese Zählweise berücksichtigt jeden Menschen nur einmal, unabhängig davon, wie viele Amtszeiten er absolvierte.
Trump ist jedoch offiziell der 45. und 47. Präsident der Nation, weil er zwei nicht aufeinanderfolgende Amtszeiten absolvierte – so wie Grover Cleveland im 19. Jahrhundert sowohl als 22. als auch als 24. Präsident geführt wird. Diese Besonderheit führt dazu, dass die offizielle Nummerierung höher ist als die Zahl der Amtsinhaber.
Damit gab es 47 Präsidentschaften, aber nur 45 individuelle Präsidenten. Trumps überarbeitete Rangliste erfasst den Großteil dieser Amtsinhaber, von jenen, die er als „Great“ oder „Near Great“ einstuft, bis hin zu denen, die er der Kategorie „Failures“ zuordnet und damit an das untere Ende der Skala stellt.
Trumps Selbstbild im Spiegel historischer Rankings
Die Grafik zeigt Trump weiterhin allein an der Spitze in einer Kategorie mit der Bezeichnung „The Greatest“. Damit betont er seinen Anspruch, alle anderen Präsidenten zu übertreffen, und grenzt sich bewusst von jenen Ranglisten ab, die seine Amtszeit deutlich kritischer bewerten.
Trumps Bewertungen weichen stark von denen professioneller Präsidentenhistoriker ab. In der 2024er-Umfrage des Presidential Greatness Project stuften Historiker Lincoln als größten Präsidenten der Nation ein, gefolgt von Franklin D. Roosevelt, Washington, Theodore Roosevelt und Jefferson. Trump, der sich selbst über alle anderen stellt, landete in dieser Erhebung auf dem letzten Platz.
Die überarbeitete Grafik hebt zudem weiterhin Persönlichkeiten hervor, deren Vermächtnis unter Historikern umstritten ist. Woodrow Wilson etwa bleibt in der Kategorie „Great“, obwohl seine Regierungspolitik zu Rassentrennung und Bürgerrechten in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt kritisiert wurde und viele Forscher seine Einstufung überdenken.
Wer in Trumps Ranking als „Failure“ gilt
Am unteren Ende von Trumps Rangliste finden sich Biden, Obama, Ulysses S. Grant, Warren Harding, Carter und Hoover, die gemeinsam in der Kategorie „Failures“ geführt werden. Diese Gruppierung vereint sehr unterschiedliche Epochen und politische Richtungen, was Trumps stark polarisierte Sicht auf die US-Geschichte widerspiegelt.
Die aktualisierte Grafik bietet einen weiteren Einblick in Trumps Verständnis der amerikanischen Präsidentengeschichte und unterstreicht zugleich seine besondere Stellung in der heutigen Republikanischen Partei. Umfragen zufolge sehen viele GOP-Wähler ihn positiver als frühere republikanische Präsidenten, die traditionell die höchste Stufe des konservativen Pantheons belegten, darunter Reagan.