40. Geburtstag! Ex-Werder-Profi Hunt blickt auf Karriere zurück: „So, wie es gekommen ist, war es okay“

Stand: 08.09.2026, 13:28 Uhr

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Werder Bremens Ex-Spieler Aaron Hunt hat seinen 40. Geburtstag gefeiert - und im Zuge des runden Feiertags über seine Karriere gesprochen!

Bremen – Die Gewissensfrage kennt er schon, „wenngleich sie mir recht selten gestellt wird“, wie er erklärt. Insofern ist Aaron Hunt gewissermaßen darauf vorbereitet. Der Ex-Profi hat einst beim SV Werder Bremen, später für den Hamburger SV gespielt. Wo er sich besser aufgehoben fühlte? Hunt, der unlängst seinen 40. Geburtstag gefeiert hat, wählt den diplomatischen Weg: „Ich halte es in dieser Beziehung mit der Neutralität.“ Bei beiden Vereinen habe er gerne gespielt, betont der frühere Offensivakteur im Gespräch mit der DeichStube.

Aaron Hunt feierte kürzlich seinen 40. Geburstag und sprach im Rahmen dessen mit der DeichStube unter anderem über seine Karriere beim SV Werder Bremen.

Aaron Hunt feierte kürzlich seinen 40. Geburstag und sprach im Rahmen dessen mit der DeichStube unter anderem über seine Karriere beim SV Werder Bremen. © gumzmedia

Werder Bremens Ex-Profi Aaron Hunt blickt im Zuge seines 40. Geburtstags auf seine Karriere zurück

Im Februar 2022 entschied Aaron Hunt notgedrungen, seine aktive Laufbahn zu beenden. Eigentlich war mit dem damaligen HSV-Boss Jonas Boldt ausgemacht, dass sein Kontrakt noch mal verlängert werden sollte. Doch dazu kam es nicht. „Ein, zwei Jahre wollte ich noch spielen“, sagt das kürzliche Geburtstagskind über seine einstigen Pläne während der problematischen Corona-Zeit. Also hielt er sich fit, wartete auf Offerten, bevor ihm das Schicksal einen Streich spielte. Wie so oft in seiner Laufbahn, die von Rückschlägen in Form von Verletzungen und Erkrankungen geprägt worden ist. Es wurde eine Entzündung der Herzmuskulatur diagnostiziert, die Profizeit war vorbei.

In der deutschen Junioren-Nationalelf trug er 13 Mal das Adler-Trikot, in der A-Auswahl nur bei drei Partien. „Ein bisschen wenig, ich hätte mehr Länderspiele machen müssen“, sagt der Altstar heute, verweist aber auf seine langen Zwangspausen. „In diesen Phasen waren meine Leistungen aber auch schwankend. Bei Werder Bremen konnte ich häufig nicht meine Bestform bringen.“ Auf seine Länderspiele gegen die Elfenbeinküste (2009), Dänemark (2010) und Ecuador (2013) sei er dennoch „unheimlich stolz, weil es für mich eine große Ehre war, für Deutschland aufzulaufen.“ Aufgrund einer englischen Mutter hätte Hunt auch für die „Three Lions“ auflaufen können, aber: „Es stand nie zur Debatte, ich hatte doch gar keine Beziehung zu England. Ich habe meine Entscheidung pro DFB nie bereut.“

Werder Bremen statt Bayern München: Wie Aaron Hunt einst am Osterdeich statt an der Isar landete

Ähnlich verhält es sich mit seinem Entschluss in jungen Jahren, die fußballerische Ausbildung bei Werder Bremen zu beginnen. Es gab nämlich auch eine andere Option, die großen Bayern waren interessiert. Hunt spielte in München vor, doch nach dem erfolgreich bestandenen Probetraining hieß es: Leider ist kein Platz frei im Internat, erst im nächsten Jahr solle er wiederkommen. Glück im Unglück: Der auf Hunt aufmerksam gewordene Scout wechselte von der Isar an die Weser – und brachte das Talent direkt mit. Hätte Hunt mit einer Lehre in München womöglich mehr aus sich gemacht? Die Frage stellt sich für ihn nicht. „So, wie es gekommen ist, war es okay“, sagt er.

Und Erfolge gab es ja auch im Norden der Republik. Mit Werder wurde Aaron Hunt 2009 DFB-Pokalsieger (wie auch 2015 mit dem VfL Wolfsburg), stand im Uefa-Pokal-Finale und wurde zwei Mal Vizemeister. Zudem gewann er die Fair-Play-Plakette der Deutschen Olympischen Gesellschaft, weil er 2014 in einem Spiel gegen Nürnberg den Schiedsrichter darauf hingewiesen, dass einem eigentlich verhängten Elfmeter gar kein Foul an ihm selbst vorausgegangen war. Werder gewann trotzdem mit 2:0 – hätte er bei einem anderen Spielstand genauso reagiert? Hunts schnelle Antwort: „Ich denke schon. Heute gibt es den Videobeweis, so eine Geschichte wird kaum noch vorkommen.“

Werder Bremens Ex-Profi Aaron Hunt: „Ich gehe nie ins Stadion, ich schaue lieber am Fernseher“

Zurück zum Aspekt zu Anfang: Werder oder HSV? Aaron Hunt, inzwischen Inhaber einer Berateragentur, die vornehmlich junge Fußballer betreut, spielt regelmäßig in der Bremer Traditionself. Das prestigeträchtige Nordderby, seit vergangener Saison wieder Teil des Bundesliga-Spielplans, hat er sich nicht gegönnt. Auch in dieser Spielzeit wird er weder in Hamburg noch in Bremen auf der Tribüne sitzen. „Ich gehe nie ins Stadion, es macht mir keinen großen Spaß. Ich schaue lieber am Fernseher.“ (hgk)